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Im Centrum Theater hatte das Stück "Mannomann" von Peter Flache Premiere

Im Centrum Theater hatte das Stück "Mannomann" von Peter Flache Premiere

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Männer gegen Frauen: das "Mannomann"-Ensemble.

Quelle: PR

Dabei ist es genau das, wonach es aussieht. Er hat Geschlechtsverkehr mit einer anderen Frau, geht fremd. "Das ist nicht das, was du denkst", bekommt nun Pierre von seinem WG-Kumpel Tobbi zu hören, als der gerade längs über dem Sofa liegt - und unter ihm Sofia, die neue Mitbewohnerin der WG. Aber hier sieht es in der Tat nur so aus, als ob es gerade zum Austausch von Körperflüssigkeiten kommen würde. Es liegt schlicht und ergreifend eine äußerst unglückliche Verkettung widriger Umstände und kein Sturm der Leidenschaften vor.

Das neue Stück "Mannomann" von Peter Flache, das am Freitag im Dresdner Centrum Theater Premiere hatte, führt mitten hinein in die Nöte einer Männer-WG, die ein verdammtes Problem an der Backe hat: Die traute Runde ist gesprengt. Das Trio zum Duo geschrumpft, weil einer doch tatsächlich die Frau fürs Leben gefunden hat. Unangenehmer Nebeneffekt: Tobbi und Pierre sind aus finanziellen Gründen gezwungen, die Miete ist sonst nicht zu stemmen, Ersatz zu finden. Das ist leichter gesagt als getan. Die Typen, die vorsprechen, sind - man mag es kaum glauben - noch größere Freaks als Tobbi und Pierre. Und die sind - Mannomann - schon schräg, wenn auch vielleicht nicht ganz so nerdig wie Sheldon & Co in der Sitcom "Big Bang Theory".

Es sind Jörg Brettschneider und Jürgen Stegmann, die anfangs etwas verkrampft, dann aber zunehmend überzeugend zwei Typen spielen, die sich eingerichtet haben. Mit Befremden wie Begeisterung blickt man jener Spezies Mann beim chaotischen Treiben zu, die bis zum Tod in der Pubertät steckt und nicht mal mehr schnallt, dass es definitiv an ihnen liegt, weshalb es mit den Frauen nicht mehr klappt. Ein Spargeltarzan mit Vokuhila im Schlabberlook ist nicht gerade der Typ Mann, nach dem sich Frauen verzehren, und der erste Eindruck hat bekanntlich keine zweite Chance, wie man hier einmal mehr vermittelt bekommt. Immerhin leben Pierre und Tobbi nicht mehr bei Mutti, vor allem in Italien ist ja die Zahl der Mammoni, also die Zahl der bei Muttern lebenden erwachsenen Männer, in den letzten Jahren bekanntlich ziemlich nach oben gegangen sein.

Und nun landet, das ist der Grundkonflikt dieses Stücks, wider dem WG-Kodex eine Frau in der Wohnung: Sofia (Karolin Trübenbach). Warum sie sich das antut? Nun, weil sie die Wohnung, in der es "stinkt wie in der Pathologie", geerbt hat und annimmt, dass in dieser ein Schatz versteckt ist. Den will sie finden, unterstützt von ihren Freundinnen Antje (Anke Otto) und Steffi (Manja Lätzsch), letztere so blond wie begriffsstutzig. A

Das Stück kommt ein bisschen schwer in die Gänge, nimmt dann aber an Fahrt auf und wird nach der Pause richtig lustig. Die Handlung hat ein paar Ungereimtheiten, aber auch manche Wendungen, die zwar wie Kai aus der Kiste kommen, aber alles in allem vertretbar sind, weil Kitsch-, Klischee- & Kuschelfaktor nicht überstrapaziert werden. Der Humor ist mitunter eher grober Natur, aber es gibt auch ein paar richtig gute Sprüche und Gags. Das alles schön "uff säggsch", schließlich versteht man sich als Mundart-Theater. Zu schwer wird es nicht, es klingt dann überwiegend nach gemäßigtem Sächsisch für Einsteiger. Sogar der eine oder andere Kalauer zündet, weil er mit Verve ausgespielt wird. Ob die Männer oder die Frauen besser wegkommen? Machos und Emanzen werden, jede Wette drauf, da ganz unterschiedlicher Ansicht sein. Die Lieder (Musik: Andreas Goldmann), das Ganze ist als Musical konzipiert, sind in der Mehrzahl recht eingängig, vor allem Trübenbach kann sich bei etlichen Soli (das Wort steht mal nicht für Solidaritätszuschlag) auszeichnen.

nächste Vorstellungen: 10. bis 13. sowie 16. & 17. Dezember, Karten unter Tel.: 0351/32 35 32 48

www.centrumtheater.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2014

Christian Ruf

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