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Im August Theater Dresden hat „Herr Stock geht über Stock und Stein“ Premiere

Ein Reh tut keinem weh Im August Theater Dresden hat „Herr Stock geht über Stock und Stein“ Premiere

Am 11. Mai feiert „Herr Stock geht über Stock und Stein“, ein Puppen- und Pantomimespiel nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Thomas Rosenlöcher, Premiere im August Theater.

„Herr Stock geht über Stock und Stein“ feiert Premiere.
 

Quelle: Mutschke PR

Dresden..  „Es war einmal ein Mann, / des Lebens nicht mehr froh, / saß immer im Büro. Doch eines Tages zog der Mann / die festen Lederschnürschuh an.“ So lauten die ersten Zeilen in dem Buch „Herr Stock geht über Stock und Stein“, das 1987 im Kinderbuchverlag Berlin erschien, verfasst von dem Dresdner Schriftsteller Thomas Rosenlöcher (Text) und illustriert von Albrecht von Bodecker.

Das Buch basierte auf einer Idee von Ralf Herzog, die Rosenlöcher in den 1980er Jahren, also noch zu tiefsten Ost-Zeiten, in einem Stück für Kinder umsetzte und das mit Herzog als Herrn Stock und Birgit Wehner in einer weiteren Rolle aufgeführt wurde. Die begleitende Musik steuerte Friedbert Wissmann teil – und er hat sie auch für eine aktuelle Adaption für die Bühne des August Theaters überarbeitet.

Auch Herzog mischt in der Inszenierung wieder mit, allerdings nicht auf der Bühne, sondern als Regisseur. Herr Stock, der vielleicht nicht ganz in einer vorgezogenen Midlife-Krise steckt wie einst der dann auf dem Jakobsweg gen Santiago de Compostela pilgernde Unterhaltungskünstlers Hape Kerkeling, wird von dem Pantomimen Arne König verkörpert. Dem scheint das mimische Wesen ein bisschen im Blut zu liegen, jedenfalls ist er ein Neffe von Rainer König, in grauer DDR-Vorzeit erst Mitbegründer der Clowns-Truppe „Salto vitale“, dann mit dem Schauspieler Olaf Böhme Mitbegründer des „theater 50“.

Nachdem König alias Herr Stock das Büro verlassen hat, muss er alsbald feststellen: „Unaufgeräumt ist die Natur, / sogar ein Stock kommt in ihr vor.“ Aber er nimmt den Stock an sich – und das ist gut so, spielt dieser doch eine wichtige Rolle. Er ist alles Mögliche, wie schon in den Achtzigern war es Herzogs Intention, „den Blick für alltägliche Dinge zu schärfen“. Ein einfacher Stock reiche, um verschiedene Dinge zu spielen; Kinder würden lernen, „dass ein Spielzeug nicht immer komplett sein muss“. Bei seiner Wanderung muss Herr Stock immer wieder seine Ängste überwinden. Aber das Ungeheuer, das scheinbar im Dickicht lauert, entpuppt sich nur als sanftes Reh und tut entsprechend keinem weh. Und am Ende des Weges wird ein Schatz verteilt, den zu finden das eigentliche Ziel war.

Die Proben: eine „schöne Quälerei“

Ein weiterer Clou der Inszenierung: Dies ist die erste Gemeinschaftsproduktion für Kinder des „August Theater mit Puppen“ und der „pantoMimenbühne“, die seit August 2014 die Bühne des August Theaters auf der Bürgerstraße gemeinsam bespielen: Schauspiel, Pantomime und Puppenspiel verquickt in einem Stück, das eine Art Rahmenhandlung hat. Erzählt wird die Geschichte von dem über Stock und Stein schreitenden Herrn Stock von einer vielleicht nicht ganz so süßen, aber mit Sicherheit toughen Maus namens Laudislaus, die so ziemlich jeden Winkel im Theater kennt und von dem Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch bewegt wird. Die Proben seien eine „schöne Quälerei“, lässt er wissen. Warum? Nun, weil nun mal die ganze Geschichte in Gedichtform zu sprechen und es schwer ist, die gereimten Verse in Einklang mit dem Spiel zu kriegen. Weil sich zum gesprochenen Text und der Theatermaus das Spiel des Pantomimen geselle, erzeuge dies laut Kästner-Kubsch „zusätzlich Bilder im Kopf und bringt eine neue Ebene, die das Stück für die ganze Familie interessant macht“. Die Maus Laudislaus trägt einen schwarz-weißen Schal, in einer Szene wird dieser ab- und auf den Boden gelegt, so dass Herr Stock über das Teil wie über einen Zebrastreifen hinwegschreiten kann.

Nun ist ja der Mai dafür bekannt, dass er alles neu macht, aber bereits seit Ende April setzen die Betreiber des laut Randi Kästner-Kubsch „kleinsten privat geführten Zwei-Sparten-Theaters“ auf eine neue Internet-Seite, um noch mehr Besucher ins Theater in den ehemaligen Ratsherrenstuben des Pieschener Rathauses in der Bürgerstraße 63 zu locken. Mit der Auslastung sei man zufrieden, aber alles in allem sei der Publikumszuspruch zu Vorstellungen eingestandermaßen schwankend. Mal ist das Haus voll, mal eher leer, egal ob nun das Wetter mehr zum Grillen verlockt oder irgendwo ein „wichtiges“ Fußballspiel übertragen wird. Einmal im Monat gastiert man im Bräustübel in Loschwitz, mit den neuen Betreibern der Zschoner Mühle gibt es Gespräche. Ein zweites, „sehr wichtiges Standbein“ sind laut Grigorij Kästner-Kubsch Tourneen und Gastspiele auf Pupenspielfestivals im Rest der Republik.

Premiere des neuen Stücks ist am 11. Mai, 10 und 16.30 Uhr, Karten unter: 0351 / 26661 1772

Von Christian Ruf

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