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"Ich weiß mittlerweile, wo ich stehe" - Casper im Interview vor seinem Auftritt in Dresden

"Ich weiß mittlerweile, wo ich stehe" - Casper im Interview vor seinem Auftritt in Dresden

Der Rapper Casper ist seit seinem Album "XOXO" ein Star. Schon davor machte er sich in der Hip-Hop-Szene einen Namen. Mit seinem neuen Album "Hinterland"  erreichte er Platz ein der deutschen Albumcharts.

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Casper alias Benjamin Griffey gastiert in Dresden.

Quelle: dpa

Am 1. November gastiert er im Beatpol in Dresden. Daniel Schieferdecker sprach mit Casper, der bürgerlich Benjamin Griffey heißt.

Frage: Vor der Veröffentlichung von „XOXO“ vor zwei Jahren hatten Sie Angst, den Erwartungen an die Platte nicht gerecht werden zu können. Hätten Sie sich damals ausmalen können, wie groß das Ganze wird?

Casper: Nein, niemals. Wenn ich „XOXO“ heute rausbringen würde, wäre das aber etwas anderes. Deutsch-Rap läuft wieder. Jeder Rapper geht gerade auf Eins in den Charts. Das war vor zwei Jahren noch undenkbar, dabei ist das noch gar nicht lange her. Jetzt haben wir Cro, der die Stuttgarter Schleyerhalle füllt, oder Marteria, der 700000 Singles verkauft.

Die Erwartungen an Ihr neues Album sind nun andere. Sind Ihre Ängste dieselben?

Nein. Als „XOXO“ herauskam, war ich der unsicherste Mensch der Welt. Plötzlich zelteten Leute bei mir vor der Tür und sprachen mich permanent auf der Straße an. Alles war Wahnsinn. Im Laufe der Zeit gewann ich an Souveränität. Ich weiß mittlerweile, wo ich stehe. Trotzdem bin ich unsicher, ob den Leuten die neue Platte gefallen wird. Ich selbst bin total stolz darauf. Das ist genau die Platte, die ich machen wollte. Aber ob das ein 16-jähriger cool findet und für sein Leben abstrahieren kann, wird sich erst zeigen. „Hinterland“ ist sicherlich eine erwachsenere Platte als „XOXO“.

Wie nimmt Ihre Mutter im ostwestfälischen Bösingfeld den ganzen Trubel um Sie wahr?

Mama ist extrem stolz und sammelt jeden Artikel, der irgendwo über mich in der Zeitung steht. Und jetzt, wo sie sieht, was für Arbeit dahintersteckt, hat sie sogar einen neu gewonnenen Respekt für mich entwickelt.

Kann sie nachvollziehen, wie Ihr Leben und Ihr Alltag aussehen?

Das tut keiner meiner Freunde und Verwandten, die nicht selbst in dem Business arbeiten. Entweder denken sie, ich würde den ganzen Tag nur Halligalli machen und wäre steinreich - was nicht stimmt. Oder sie denken, ich würde nur von Termin zu Termin hetzen und hätte gar keine Zeit - was auch nicht stimmt. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Haben Sie sich das Profimusiker-Dasein als 16-Jähriger so vorgestellt?

Nein. Ich hänge eben nicht nur auf Partys rum, schmeiße mit Kohle um mich und kann tun und lassen, was ich will. Schön wär’s. Die Realität sieht ganz anders aus.

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Zehntausende haben die Weinfeste in Radebeul und Meißen besucht.

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Nämlich?

Ich nahm die neue Platte in Mannheim auf und war von Dezember bis Juni dort. In dieser Zeit hatte ich keinerlei Zeit für irgendetwas anderes, da ging es nur darum, die Platte fertig zu bekommen. Als ich dann wieder da war, musste ich proben, Promotermine wahrnehmen, Business-Entscheidungen treffen - da kann ich nicht noch jeden Abend Bier trinken gehen.

Im Song „Nach der Demo ging’s bergab“ heißt es: „Eins bleibt immer gleich: Nach dem Feuerwerk wird aufgeräumt.“ Gab es nach dem großen „XOXO“-Rummel einen Moment, an dem alles still wurde und Sie von außen auf die Überreste der großen Party blicken konnten?

Nein, den gab es nicht. Es gab nie einen Moment der Ruhe. Wir tourten ja die ganze Zeit und spielten im Jahr 170 Shows. Ich war bei Stefan Raab. Ich war in der Arte-Sendung „Durch die Nacht mit...“ mit Lena Meyer-Landrut...

Apropos: War Lena eigentlich wirklich so schlimm, wie sie in der Sendung rüberkam?

An diesem Abend: ja. Ich traf sie aber später noch mal, und da entschuldigte sie sich bei mir. Ich glaube, sie hatte einfach einen schlechten Tag. Aber das war die beste Promo, die ich je hatte. Auf Facebook teilte das wirklich jeder.

Cro, Marteria, Haftbefehl, Eko Fresh ... Die deutsche Rap-Szene ist zur Zeit so offen und vielfältig wie selten. Als Vorbereiter dieser Offenheit werden immer zwei Namen genannt: Marteria und Casper. Fühlen Sie sich geehrt?

In der „Juice“ stand Anfang des Jahres, mein letztes Album hätte bereits Klassiker- und Legenden-Status. Als ich das las, empfand ich alles gleichzeitig: unfassbare Freude, totalen Stolz, Angst, Verunsicherung. Das war ein krasser Moment.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 1. November 2013 oder bei DNN-Exclusiv.

DNN

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