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"Ich bin keine coole Sau" - Max Rademann misst sich am Dienstag beim Dresdner Uni Slam

"Ich bin keine coole Sau" - Max Rademann misst sich am Dienstag beim Dresdner Uni Slam

Max Rademann will kein Poetryslammer sein. Dennoch tritt er am Dienstag als einziger Vertreter der sächsischen Landeshauptstadt in den imaginären Ring des Dresdner Uni Slams, einem Dichterwettstreit, bei dem erfahrene Poeten aus ganz Deutschland und Dichterneulinge mit selbstverfassten Texten um Ruhm und eine Flasche Schnaps kämpfen.

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Der Dresdner Max Rademann tritt heute Abend beim Uni Slam in der Neuen Mensa an. Eigentlich ist der Wettbewerb so gar nicht sein Ding.

Quelle: Susann Schädlich

"Ich bin keine coole Sau, wie die anderen", sagt der 38-jährige Dresdner. "Der Wettkampf und der Druck, der damit verbunden ist, das macht mich fertig", gibt Rademann zu.

Auf den ersten Blick erfüllt Rademann so einige Klischees eines verschrobenen Schriftstellers. Den ausgewaschenen und bekleckerten Pulli trägt er mit viel Selbstbewusstsein, die Augen sind am Montagnachmittag noch ordentlich verquollen. Und auch seinem Werdegang könnte die Schablone eines typischen Künstlerlebens übergestülpt werden. Schon in frühester Kindheit habe er, für seine Mutter eher seltsame, in seinen Augen aber witzige Zeichnungen angefertigt. Das Schreiben kam irgendwann ganz selbstverständlich hinzu. Das Philosophiestudium, das ihn anfangs faszinierte, schmiss er schließlich hin. "Das war immer so traurig", sagt Rademann. 2005 schloss sich er sich der Dresdner Lesebühne Sax Royal an. 2009 folgte die erste veröffentlichte Geschichtensammlung "Vom funkelnden Fips und andere geheime Sagen aus dem Erzgebirge". Der große Ruhm lässt jedoch noch auf sich warten: Als freischaffender Autor, Illustrator und Filmemacher lebt er von der Hand in den Mund. "Es gibt solche und solche Monate. Ausruhen kann ich mich nicht", sagt er.

Das Einfache sei es, was ihn von den meisten seiner Slam-Kollegen unterscheide. "Meist stehen die mit einem Schal auf der Bühne und berichten über irgendwelche irren Geschichten, bestenfalls noch gereimt, aus ihrer WG-Küche", meint Max Rademann. "Ich reime nie", fügt er hinzu. Stattdessen will er sein Publikum mit banalen Geschichten über das einfache Leben von sich überzeugen. "Ich schreibe viel über meine Kindheit im Erzgebirge oder kleine Begebenheiten, die einem so über den Weg laufen", erzählt der 38-Jährige. Tragisch und komisch zugleich seien seine Geschichten dabei. "Den anderen geht es immer um irgendeine tiefgründige Message, ich bin mehr so der Geschichtenerzähler", meint er.

Auch wenn Max Rademann so sehr auf seine Andersartigkeit pocht, ist er doch ein alter Poetryslam-Hase. An über 100 Dichterwettstreiten hat er bereits teilgenommen. Gewonnen hat er zweimal. Das Schlimmste, was dem Künstler am Dienstagabend passieren könne, wäre, wenn das Publikum so gar nicht auf seinen Text reagieren würde. "Dann fällst du ins Nichts und weißt einfach nicht mehr, was du tun sollst", meint er. Bisher sei ihm das nur einmal passiert. Für Dienstag will er gut gewappnet sein.

Mit Max Rademann werden beim 6. Dresdner Uni Slam in der Neuen Mensa auch Wolf Hogekamp aus Berlin, Nhi Le, Bleu Broode und Jan Lindner aus Leipzig sowie Marie-Theres Schwinn aus Berlin um die Wette dichten. Zudem konnten sich Newcomer der Szene über eine offene Liste für den Wortwettkampf qualifizieren. Die Moderatoren Frau Fuchs und Herr Rieger führen durch den Abend. Los geht es um 20 Uhr im Klub Neue Mensa, Bergstraße 51. Karten kosten an der Abendkasse fünf Euro, Studenten zahlen vier Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2014

Susann Schädlich

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