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"I will be famous" rockt als Uraufführung das Dresdner Theater Junge Generation

"I will be famous" rockt als Uraufführung das Dresdner Theater Junge Generation

All jene, die sich am Sonnabend trotz diverser Konkurrenzangebote für die Premiere von "I will be famous" am Theater Junge Generation (tjg) ent-schieden haben, werden es wohl kaum bereut haben.

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The Boys With White Shoes On A Black Floor rocken, Musikidolen folgend, die tjg-Bühne.

Quelle: klaus gigga

Nicht unbedingt, weil da die Sternstunde für ein herausragend neues Stück am Kinder- und Jugendtheaterhimmel geschlagen hat. Aber ganz bestimmt, weil ein bestens auf- gelegtes Schauspieler-Oktett gemeinsam mit den beiden Musikern von Testsieger und in der Regie von Dominik Günther so launig die musikalische Showszene aufgemischt haben, dass es eine Freude ist.

Dabei geht es nicht um die Geschichte irgendeiner konkreten Band, einer Boygroup oder von Sängern. Es ist vielmehr eine süffige Mixtur aus all- seits bekannten, neuen wie alten Hits (von One Direction bis David Bowie) und hinlänglich durchgekauten biografischen Details, wie sie von Stars und Sternchen nun mal erzählt werden. Eben das Tagesgeschäft der bunten Blätter und Medien, wo man nicht alles gleich auf die Goldwaage legen darf. Zu Beginn bemüht sich Dominik Günther noch, Nuancen ins Spiel der Worte zu bringen. Da ist im vereinten "Rück- blick" und nach 15 Jahren Auf und Ab im Buhlen um die Gunst des Publikums sowie der Manager die Rede vom kleinsten Dorf der Welt, wo jeder mit jedem verwandt ist, von der Kneipe des Vaters als Startrampe und jener ge-meinsamen Hoffnung, dieser Enge zu entfliehen.

Wir erfahren auch, wie die fiktive Band zu ihrem Namen gekommen ist: The Boys With White Shoes On A Black Floor (TBWWSOABF). Und kennen längst die effektvolle Bewegungsabfolge des Buchstabierens. Ganz klar - wie anders hätten diese sangeslustigen Burschen auch heißen sollen? Die da so lustvoll covern, was das Zeug hält, den Zuschauern und ihren Fans einen Hit nach dem anderen servieren. Und das gelingt ihnen mit allem, was dazu gehört. Da haben ganz offensichtlich die beiden Musiker Jan S. Beyer und Jörg Wockenfuß (Testsieger) bei der musikalischen Leitung des Ganzen sowie überhaupt im Zusammenklang beste Arbeit geleistet. Dass Schauspieler singen können sollten und es auch lernen, weiß man ja. Aber diese Fünferbande (zum Schluß kommt der ausgesonderte Eric wieder mit ins Spiel) schlägt zuweilen professionelle Töne an, wo man einfach baff ist. Da hat jeder seine ganz und gar eigenen Stärken. Speziell Charly (Charles Ndong) und Nahu (Nahuel Häfliger), aber ebenso Greg (Gregor Wolf), Mark (Mark Simon Delfs) und Eric (Erik Brünner).

Die drei Frauen in der zu durchsichtigen Geschichte treten mit Marja Hofmann, Iris Pickhard und Ulrike Sper-berg sowohl als Fans wie auch als The Girls United auf. Und sie machen den wacker um ihr fragiles Image kämpfenden "Boys" quasi das Terrain streitig. Mit welcher Würde sie auftreten in diesen offenbar dem Zeitgeschmack verpflichteten Kostümen (Julia Schweizer und Heike Vollmer zeichnen dafür verantwortlich), das ist schon bemerkenswert. Vor allem aber haben sie einiges an Stimme zu bieten; wenn diese Marja-"Lütte" mal so richtig auf- dreht, dann atmet der Saal tief durch. Und man muss auch nicht unbedingt ein Fan von Tic Tac Toe sein, um die- ses weibliche tjg-Trio aufregend zu finden.

Wäre das nicht überhaupt die interessantere Geschichte. Wenn musikalisch Kraftvolles, Vitales aufeinander stößt. Sich die Theaterkonfrontationen mehr noch auf dieser Ebene abspielen. Da käme letztlich im Erzählbogen mehr Spannung auf, müsste das wahrhaft zutreffende Fan-Klischee beispielsweise nicht auch noch effektvoll gespiegelt werden. Wobei sich das Bühnenbild von Heike Vollmer als durchdacht und verwandelbar erweist. Wenn zum Beispiel die "Platten" abgebaut werden und das Bühnen-"Konstrukt" entblößt ist, erzählt das einfach mal mehr als viele Worte.

Wie auch immer das eine oder andere zu sehen ist - diese Uraufführung erweist sich als voller Erfolg. Die Zuschauer jeglichen Alters feiern das Inszenierungsteam und die Darsteller so lange, dass letztere - schon völlig erschöpft und mit Zugaben herausgefordert - wohl gar nicht mehr von der Bühne gekommen wären. Das Publikum verschmilzt zu einer wahrhaft großen Fangemeinschaft! Wunderbar!

nächste Aufführungen: heute bis Freitag täglich

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.05.2014

Gabriele Gorgas

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