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Huldigt den Pflanzen! - Motti der 22. BRN machen Hoffnung auf ein bunteres Stadtteilfest

Huldigt den Pflanzen! - Motti der 22. BRN machen Hoffnung auf ein bunteres Stadtteilfest

Der wichtigste Tagesbefehl der letzten BRN hieß: "Macht mehr Kinder!" Die "Improvisierte provisorische Regierung" (IPR), die drei Tage über das Festgebiet der Neustadt herrscht, forderte 2011 alle Bewohner zur aktiven Nachwuchsarbeit auf.

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Ulla Wacker vom Stadtteilhaus präsentiert die bunten Pässe, mit denen die "Improvisierte provisorische Regierung" in der Vergangenheit während der BRN die Einreise in die Neustadt regelte.

Quelle: Dietrich Flechtner

In diesem Jahr werden die Folgsamen belohnt, alle Märzgeborenen erhalten im Stadtteilhaus ein Begrüßungspäckchen mit Rabattmarken und einen BRN-Pass mit Mickey Mouse-Emblem. Aufgrund der Zeugungsintensität lautet der diesjährige Befehl zur BRN allerdings: "Macht bloß keine Kinder mehr!"

Geht lieber auf die Straße, wo rund 250 Veranstalter Musik, Kunst, Kultur und Kulinarisches anbieten. Obwohl sich die Besucher traditionell durch Ausschank- und Fressstände drängen müssen, gibt es auch einiges Liebevolles, Schwach- und Tiefsinniges zu entdecken. Inoffiziell bereits in "Grünbunte Republik Neustadt" umgetauft, stellen sich gleich mehrere Veranstalter ihrer ökologischen Verantwortung und widmen sich den Pflanzen.

Die Talstraße benennt sich in Grüntalstraße um und gärtnert was das Zeug hält. In der Scheune findet das erste (und vielleicht letzte) Zimmerpflanzenkonzert statt, das dem Tagesbefehl "Seid euren Zimmerpflanzen dankbar!" folgt. Geschäftsführer Magnus Hecht betont, dass die Gäste ihre Pflanzen zwar abgeben, selbst aber nicht teilhaben können am Auftritt von Elektrik Farm im großen Saal.

Die erste Reihe wird für behinderte Pflanzen freigehalten, die Veranstaltung ist also auch für vernachlässigte und vertrocknete Exemplare geeignet. Das erinnert irgendwie an das merkwürdige Gerede der künstlerischen Leitung der documenta, die in Kassel gerade Wahlrecht für Hunde und Erdbeeren forderte. "Das haben die von uns abgekupfert", korrigiert Hecht, der darauf hinweist, dass es in der Scheune auch wieder den Kunsttrödelmarkt "Total Sellout ("Trash bis Hochwertiges") und eine Hardcore-Bühne ("irgendwelche Rumpelbands") geben wird.

Grün ist auch die Eröffnungszeremonie am Freitagnachmittag, die Ulla Wacker vom Stadtteilhaus koordiniert. Sie plant einen Kinderumzug mit einer großen Skulptur, der "Ente Flora", die von den Kindern der 15. Grundschule Dresden und im Verlauf des Nachmittages auch von allen anderen mit Blumen geschmückt werden darf. Los geht's um 17 Uhr am Albertplatz in Richtung Alaunpark. Ulla Wacker ist darüber hinaus Teil der "Schwafelrunde (ohne Ritter)", einem bunt zusammengewürfelten Haufen von Menschen, die sich vor und nach der BRN als Mittler zwischen allen Parteien engagieren."Wir bitten das Ordnungsamt um Augenmaß, die Veranstalter um Verantwortung und die Bewohner um kreative Teilnahme, damit die gleichgültige Bier- und Bratwurstseligkeit nicht alle Individualisierungsbemühungen in den Schatten stellt."

Gute Aktionen gab und gibt es eigentlich immer. Letztes Jahr hat die IPR fast völlig unbemerkt andere Mikronationen eingeladen - Vertreter des Hamburger Gängeviertels, aus Weißrussland, Polen oder der Freien Republik Schwarzenberg öffneten ihre Botschaften und stempelten bunte Einreise-Visa. Zu sehen sind die Pässe nun im BRN-Museum, das sich über zwei Etagen des Stadtteilarchivs ausbreitet und viel Hintergrundwissen anbietet für Besucher, die sich Zeit nehmen wollen.

Sehr informativ ist auch das "unabhängige Staatsorgan", die Zeitung zum Straßenfest: "BRN TO GO", zumindest, wenn man ein wenig Ahnung vom Stadt- und Stadtteilgeschehen hat.

Das Blatt schlägt nicht nur satirisch aus, sondern widmet sich auch dem Partnerland Togo, das sich bei der Namensfindung sozusagen kollateral ergab. Deshalb bieten Stände nun Kulinarisches, Literarisches und ein provisorisches Visum für die westafrikanische Kolonie, Genaueres steht in der Zeitung, die überall auf dem Festgelände für einen Euro zu haben ist. Der togoische Botschafter lässt schön grüßen, hat aber leider kein Geld um mal eben kurz vorbeizuschauen.

Wer immer meckert, die BRN sei ein Ausverkauf des anarchischen Gedankens, der hat einerseits natürlich recht, schaut andererseits aber nicht genau genug hin und hat selbst auch nichts dazu beigetragen, dass die BRN wieder zu einem Anwohnerfest wird. Das wird ja vielleicht der erste Befehl der IPR im Jahr 2013.

Die Bühnen sind unter www.bunterepublikneustadt.de aufgelistet, mehr Infos gibt´s auch unter www.brn-plan.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.06.2012

Juliane Hanka

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