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Holger John lädt im Palais im Großen Garten zu einem "Festmahl der Kunst" mit diversen Entdeckungen ein

Holger John lädt im Palais im Großen Garten zu einem "Festmahl der Kunst" mit diversen Entdeckungen ein

Holger John macht gewiss keine billigen Witze, um sich schließlich auf Kosten geschockter Besucher lautstark über diese amüsieren zu können. Er ist ein ernsthafter, ernstzunehmender Künstler, dem allerdings der Schalk aus allen Knopflöchern lugt.

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So sieht die derzeit von Künstler Holger John im Palais Großer Garten gedeckte Festtafel aus.

Quelle: Holger John

Und gerade dieses Unwägbare gibt seinen mit Liebe, Zeichenkunst und Gewitztheit reichlich beschenkten Geschöpfen etwas ganz und gar Eigenes mit auf den Weg. Kostproben davon haben unzählige Neugierige schon bei diversen Gelegenheiten erfahren können. Und seine neueste spielerische Kreation offeriert er als "Festmahl der Kunst" im Palais im Großen Garten.

Eine Ausstellung mit Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, mit Malerei und Keramik, die ihren eigenen Charme auch in der einfallsreichen Verortung der Dinge im Raum entfaltet. So, dass man sie als liebenswerte Eindringlinge zuweilen überhaupt erst erkennen muss. Da mag mancher vielleicht auch denken, wo oder was ist hier die Ausstellung? Doch beim näheren Hinschauen wird er es schon herauszufinden. Und wer sich genügend Zeit zum Betrachten nimmt, entdeckt (wie beim Ostereiersuchen) bemerkenswerte Details in Hülle und Fülle, zum Beispiel auch beim Aufgetafelten oder inmitten der Sandsteinfiguren des Palais, genießt einmal mehr ebenso das Authentische dieses großartigen barocken Bauwerkes. Etliche der vorgestellten Arbeiten sind übrigens Leihgaben aus Dresdner Museen und dem Otto Niemeyer-Holstein Gedenkatelier oder sie stammen aus Privatbesitz. Und viel Aufmerksamkeit finden die bislang weniger bekannten Fayencekeramiken, die John noch mit Hedwig Bollhagen entwickelte.

Wer etwas Glück hat, kann in den kommenden Wochen den Maestro auch höchstpersönlich in schöpferischen Momenten erleben, wenn er im Palais Objekte mit Zwiebelmuster in freier Gestaltung à la Holger John zu prallem Leben erweckt. Und diese Stücke können erworben werden. Falls er aber nicht vor Ort sein sollte, haben die Besucher gewiss ebenso viel Spaß bei Entdeckungen mit seiner kuriosen Kunstfamilie, darunter gerade erst geschaffenen wie auch bereits betagteren Mitgliedern. Ein bemalter und lackierter "Urahn"-Totenschädel gehört ebenso dazu - nun schon als Museumsleihgabe.

Mancher erinnert sich vielleicht auch noch an das barocke Prachtstück der Museumsnacht 2007 mit dem Titel "Der Stadtrat", wo unter einer Glasglocke um die güldene Frauenkirche herum blaue Stühlchen mit kleinen Tellern, Messern und Gabeln zu sehen sind. Ein Platz für Erwählte mit dem steten Blick auf Glanz und Gloria des barocken Dresden. Und möglicherweise auch die jeweils bange Frage: Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen? Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? In der Ankündigung heißt es treffenderweise, Holger John sei ein Maler, Zeichner, Keramiker, Impresario und Lustgärtner. Speziell letzteres charakterisiert ihn auf wunderbare Weise. Er ist tatsächlich einer, der die Kunst versteht, mit Sinn und Verstand einen Lustgarten anzulegen und zu unterhalten. Der mit Liebe und Freude "gärtnert", dabei stets auch Irritationen aussät und auf diese Art und Weise kunstvoll-ganzheitlich Gewachsenes hervorbringt. So gesehen erfordern all seine Schöpfungen - beispielsweise auch "Der Koffer des Stadtzeichners" - nach dem ersten mindestens noch einen weiteren Blick.

Zur Eröffnung der gemeinsam mit dem Förderverein Palais Großer Garten initiierten und von vielen Partnern unterstützten Ausstellung hatten sich ganz im Sinne barocker Festkultur hunderte Gäste zu einer großen Tafelei mit Tanz, Musik und Gesang eingefunden. Und zu den bevorzugten Genüssen gehörte bei diesem "Festmahl der Kunst" das vom Schokoladenmädchen kredenzte Getränk ebenso wie der mit den Besuchern flirtende, auf der Tafel herumstolzierende, zauberhafte Fantasievogel von Rainer König. Oder auch die freizügige Darbietung von Maler John und seiner Muse in der offenbar prägenden blauen Periode des Künstlers - Holger John versteht es einfach, aus jeder Gelegenheit ein Fest zu machen.

bis 14. April, Palais Großer Garten, Mi-Sa 14-18 Uhr, Sonntag/Feiertag 11-18 Uhr, 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.03.2013

Gabriele Gorgas

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