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„Hokuspokus“ und „Desperate Housewives“

Ausstellungsjahr 2016 in Sachsen „Hokuspokus“ und „Desperate Housewives“

Sachsens Kunstmuseen bieten im nächsten Ausstellungsjahr ein breites Spektrum zwischen „Hokuspokus“ und „Desperate Housewives“, von Renaissancekunst bis zu Experimentellem, zeigen aber auch Altbekanntes neu.

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«Nietzsches Television» nennt sich das Kunstwerk von Via Lewandowsky, das am 01.10.2015 in der Kunsthalle in Kiel (Schleswig-Holstein) in der Ausstellung «Hokuspokus» zu sehen ist.

Quelle: dpa

Dresden. Flämische Landschaft, Pechsteins Südseereise oder Kiefers Bücher versprechen ein vielseitiges Ausstellungsjahr. Das Museum der bildenden Künste (MdbK) Leipzig und die Zwickauer und Dresdner Kunstsammlungen (SKD) planen mehr als 30 Präsentationen. Die SKD eröffnen zudem im Residenzschloss eine weitere Dauerschau und die neue Interimspräsentation der Gemäldegalerie Alte Meister am Zwinger.

Via Lewandowski, Evelyn Richter, Imi Knoebel und Anselm Kiefer - die Leipziger zeigen viel Zeitgenössisches. Zum Auftakt vereint „Hokuspokus“ 60 jüngere Arbeiten und drei neue Installationen von Lewandowski. Im Sommer verbindet „Weggefährten“ die Lebenswerke und -läufe der Fotografen Ursula Arnold (1929-2012), Arno Fischer (1927-2011) und Evelyn Richter, Im Herbst schließlich folgt mit „ruhelos“ die erste umfassende Retrospektive zum Maler Gille - mit etwa 70 Werken aus den späten 1960er Jahren bis in die Gegenwart.

Zudem stellt das MdbK erstmals „Rot Gelb Blau“ von Imi Knoebel aus. Die 54 großformatigen Siebdrucke kamen 2012 als Schenkung in die Sammlung. Für knapp drei Monate sind ab Ende Februar Anselm Kiefers Bücher erstmals seit 1990 in einer Museumsausstellung in Deutschland zu sehen. Komponist und Regisseur Heiner Goebbels konzipierte für die SKD eine multimediale Installation aus 54 Filmsequenzen. Die monumentale Monitorwand „Die Provinz des Menschen“ ist im Lipsiusbau zu sehen. 

Mit „Weltsicht und Wissen um 1600“ eröffnen die SKD Mitte März eine weitere dauerhafte Präsentation der Rüstkammer mit Werken der Spätrenaissance aus der kurfürstlichen Kunstkammer - von Goldschmiedewerkzeugen bis zu Spieltischen, Musikinstrumenten und Schatzkunstwerken. Das Kupferstich-Kabinett stellt die Erwerbung „Bildanalytische Photographie“ von Timm Rautert vor. Die 1968 bis 1974 entstandene Gruppe besteht aus rund 200 Einzelarbeiten und zählt zu den Meilensteinen deutscher Fotografie.

Die südafrikanische Malerin Marlene Dumas zeigt parallel zur Präsentation des von ihr gestalteten Altarbildes in einer Kirche der Stadt ab Ende November eine Serie von 36 kleinformatigen Gemälden im Albertinum. „Das Paradies auf Erden“ macht im Lipsiusbau auf die flämische Landschaftsmalerei von Bruegel bis Rubens in der Gemäldegalerie Alte Meister aufmerksam. Der Bestand ist einer der bedeutendsten weltweit, in der Vergangenheit aber wenig gewürdigt und kaum gezeigt worden.

Die Kunstsammlungen Zwickau wiederum gehen auf Spurensuche, mit der ersten systematischen Rekonstruktion der Südseereise von Max und Lotte Pechstein 1914. Den Anstoß zur kritischen Erforschung des Pechstein‘schen Südsee-Mythos gab Lottes Reisetagebuch, das dem Museum 2015 geschenkt wurde. Danach stellt das Haus mit Rita Preuß (Jahrgang 1924) eine Meisterschülerin von Pechstein vor.

Das Jahr dort beginnt aber mit dem Blick auf alte Zöpfe: 16 internationale Künstlerinnen thematisieren das weibliche Verhältnis zum Haus. Die „Desperate Housewives?“ betitelte Schau versammelt Videos, Installationen, Fotografien, Objekte und Gemälde, die „überraschende, nachdenkliche, ironische, provokante, witzige oder versöhnliche Antworten“ auf diese Frage gibt, wie ein Museumssprecher sagte. „Haus und Haushalt stehen für ein Rollenbild, das ausgedient hat.“

dpa

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