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Hoffnung für Erhalt des Kraszewski-Museums: Polen bieten Exponate an

Hoffnung für Erhalt des Kraszewski-Museums: Polen bieten Exponate an

Die drohende Schließung des kleinen, aber feinen Dresdner Kraszweski-Museums auf der Nordstraße in der Äußeren Neustadt hat die polnischen Behörden offenbar zum Handeln genötigt.

Von Ralf ReDEMUND

Das polnische Ministerium für Kultur und Nationalerbe in Warschau hat der Stadt Dresden nun eine neue Dauerausstellung angeboten. Dresdens Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) hat eigenen Aussagen nach erst gestern per Telefax schriftlich von dem Angebot erfahren und umgehend Entgegenkommen signalisiert - nach Absprache mit OB Helma Orosz (CDU).

"In Sorge um das Schicksal des Kraszewski-Museums in Dresden möchte ich die Bereitschaft erklären, der deutschen Seite bis zum 20. Juni dieses Jahres ein neues Konzept für eine Museumsdauerausstellung vorzustellen", teilt Unterstaatssekretärin Malgorzata Omilanowska im Schreiben vom 4. Juni mit. Wenn die deutsche Seite zustimme, werde der bisherige Partner der Dresdner, das Adam-Mickiewicz-Literaturmuseum in Warschau, eine neue Ausstellung vorbereiten, heißt es weiter. Die Republik Polen trage sämtliche mit diesem Vorhaben verbundenen Kosten, einschließlich des Transports der neuen Exposition nach Deutschland, verspricht Omilanowska.

"Das Angebot nehmen wir sehr ernst", sagte Lunau auf DNN-Anfrage. Es sei die erste konkrete Offerte, nachdem die Polen im Dezember 2011 auf Basis eines neuen Gesetzes zu Kulturgütern fast alle bisherigen Exponate zurückgezogen hatten. Zuvor hat Lunau harsche Kritik einstecken müssen. Denn von polnischer Seite aus hatte es bereits mehrere Schreiben gegeben, in denen Markus Kopp, Honorarkonsul in Leipzig, die Botschaft in Berlin sowie eben jenes polnische Nationalerbe-Ministerium Gesprächsbereitschaft und Unterstützung signalisiert hatten. Lunau gab zu, auf einige Schreiben nicht geantwortet zu haben, weil er einige dieser Papiere lediglich als Willensbekundungen abgetan habe, ohne dass es eine konkrete Verhandlungsmasse gegeben hätte. Jetzt gehe es erstmals wieder um neue Exponate.

Laut Lunau hat Polen im Sommer 2011 angezeigt, die Exponate abziehen zu müssen. Bis Dezember habe Gisbert Porstmann, Direktor der Museen der Stadt, mit der polnischen Seite die Gespräche und Verhandlungen geführt, in enger Abstimmung mit der Landes- und Bundesebene, allerdings ohne greifbaren Erfolg, so dass Lunau letztlich die Auflösung empfahl, weil es keine Exponate mehr gab.

Indes plädierte FDP-Fraktionschef Holger Zastrow für den Erhalt des Museums und erinnerte an die dynastische Union von Sachsen und Polen. Nicht umsonst habe der Freistaat vor kurzem ein Verbindungsbüro in Breslau eröffnet. Von Lunau habe er sich mehr Engagement erwartet. Ähnlich reagierten gestern Grüne und Linke.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2012

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