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Hörbuch über Dresdner Sagen und Legenden erschienen

Hörbuch über Dresdner Sagen und Legenden erschienen

Unweit von Eschdorf, nahe an der Bautzner Straße, liegt das Dorf Rossendorf. Und zu diesem gehört der sogenannte Rossendorfer Teich, in welchem die Prießnitz entspringt, deren Wasser man Heilkräfte nachsagt.

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Aus diesem Teich, wo sich seit 1835 ein Inselchen mit einer Jagdhütte zum Schießen wilder Enten befindet, ragte aber schon früher eine Erhöhung hervor, auf der sich nach einer Sage von 1690 früher sogar eine Kapelle, ein Altar der h. Barbara befunden haben soll. Der Volksmund nennt die Erhebung Nixenhügel, und mit diesem verbindet sich eine Sage. In dieser begegnet ein Jüngling auf einem Tanzfest einer jungen, schönen, allen unbekannten Maid, deren Kleid einen nassen Saum hat, als sei sie über von Tau benetzte Wiesen gegangen.

Der Jüngling kann sein Glück kaum fassen, als das Mädel ihm gestattet, es nach Hause zu begleiten. Das war auf einer Hütte. Auf einem Lager aus Algen und Seetang kommt es zum Austausch zärtlicher Küsse (und wohl auch anderen Gunstbezeugungen), die nur der Mond sieht. Dann kommt der Vater nach Hause, der Liebhaber muss sich in einem Backtrog verbergen. Der alte Nix riecht zwar etwas, nimmt den Geruch nach einem Menschen wahr, findet aber nichts. Der Jüngling kommt mit dem Leben davon, dem Hügel und damit auch dem Mädchen aber nicht mehr zu nahe. Was aus der Nixe geworden? Wer weiß.

Die Sage vom "Nixenhügel von Rossendorf" sowie zehn weitere Geschichten, die ihren Ursprung in und um Dresden haben und nahezu vergessen schienen, finden sich auf der CD "Dresdner Sagen und Legenden". Gesammelt und textmäßig aufbereitet für diese CD hat die Sagen die Theater- und Medienwissenschaftlerin Kristina Hammann, eingesprochen wurden die Sagen, die hier und da akustisch untermalt werden, von Uve Teschner. So wird etwa die Mär von der Rache des heiligen Antonius, die allenfalls einem Häuflein heimatkundlicher Spezialisten geläufig sein könnte, dem Vergessen entrissen.

Die Geschichten sind mal heiter, mal geheimnisvoll und auch mal gruselig, etwa wenn es um die Fußstapfen des Teufels geht. Man erfährt, wie das Trompetenschlösschen zu seinem Namen kam oder auch wie Till Eulenspiegel in Dresden ein Schreinerknecht wurde und nicht viel Dank verdiente, obwohl er doch alles das tat, was man ihn hieß. Auch der Heilige Benno oder der graue Sünder wurden in einer Sage verewigt, ebenso erfährt man etwas vom Raben auf der Pirnaischen Gasse, wobei es am Ende heißt: "So bleibt uns als Mahnmal und als Warnung vor dem leichtfertigen Urteil diese alte Geschichte, die sich ein jeder von uns tief ins Herz brennen möge."

Erschienen ist das Hörbuch im Verlag Michael John (ISBN: 978-3-942057-10-3), die Laufzeit beträgt 60:43 Minuten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.12.2011

C.R.

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