Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Höhepunkte junger sächsischer Kunst

Sachsen_Art Höhepunkte junger sächsischer Kunst

Eine Retrospektive mit Arbeiten der seit 2002 bis 2013 ausgelobten Sachsen_Art-Preisträger kann man derzeit im Kunstraum Dresden (Neuer Sächsischer Kunstverein) besichtigen.

Voriger Artikel
Die Dresdner Bürgerbühne auf der Suche nach der Relevanz
Nächster Artikel
Bürochaos mit Denkmalsatire im "Büro für Ordnung und Chaos"

Katharina Günther: "Possendorfer Wald"

Quelle: Repro: Heinz Weißflog

Dresden. Eine Retrospektive mit Arbeiten der seit 2002 bis 2013 ausgelobten Sachsen_Art-Preisträger kann man derzeit im Kunstraum Dresden (Neuer Sächsischer Kunstverein) besichtigen. Der Preis dient der Würdigung und Förderung junger Künstler, die noch am Beginn ihrer Laufbahn stehen, ihren festen Wohnsitz seit mindestens drei Jahren in Sachsen haben und eine effiziente künstlerische Praxis nachweisen können.

Der Kunstpreis wurde seit 2002 vergeben, als Idee zunächst von der Assoziation von Rechtsanwälten PKL in Dresden umgesetzt. Das Projekt wurde 2006 in Kooperation mit der Kulturstiftung der Dresdner Bank dann als "Sachsen_Art Preis für junge Kunst in Sachsen" fortgesetzt. Von 2009 bis 2010 stiftete den Preis die Firma Securitas Sicherheitssysteme & Co KG, danach seit 2013 der Loschwitzer Künstler Veit Hofmann, auch Begründer des Fonds für öffentliche Zwecke des Neuen Sächsischen Kunstvereins e.V.

Die Preisträger reichen den Wanderpokal, die bronzene Fama (von Eva Anderson), von Jahr zu Jahr an den kommenden Sieger des Wettbewerbes weiter und bekommen neben dem Preisgeld die Möglichkeit einer Ausstellung. In diesem Jahr wird der Preisträger am 1. Dezember um 19.30 Uhr in der laufenden Ausstellung feierlich bekannt gegeben und mit dem Preis und dem Wanderpokal bedacht.

Jüngste Preisträgerin ist die Dresdner Malerin Anna Leonhardt (geb. 1981), ein "Ausnahmentalent" (I. Schulz), das durch seine in der Dresdner Malkultur stehenden Ölbilder und Collagen auffällt. Durch eine besondere Form der Abstraktion entstanden ganz eigenwillige Bildlösungen mit sensiblem Gefühl für Farbe und Raum in "einer eigenständigen künstlerischen Position" (K. Weber). Die russische Kunstfotografin Oxana Jad (geb. 1979) geht den psychologischen Spuren des Körpers nach, der eng mit dem historisch-konkreten Kontext des Raumes verbunden ist. Durch Inszenierungen des Aktes im Interieur ("The Stairs"), in der Konfrontation mit philosophischen, religiösen und wissenschaftlich-technischen Aspekten der abendländischen Gesellschaft und seiner Massenkultur entsteht eine besondere, dem Zeitgeist kritisch spiegelnde Haltung, die Fragen nach dem Sinn des Lebens, Identität, Alter und Tod stellt. Kleinplastische Figurationen von glasiertem und unglasiertem Limoges-Porzellan (nach einer Manufaktur im Zentrum Frankreichs benannt) zeigt die Schweizer Plastikerin Marianne Wesolowska Eggimann (lebt in Breslau und Leipzig). Ihre realistischen Tier- und Menschenplastiken strahlen in makellosem Weiß, sind zum Teil mit Platin und Gold besetzt, irritieren aber durch Komik und Groteske ihres Gestus (Gorilla "Bonobo").

Die Dresdner Malerin, Grafikerin und Installationskünstlerin Susan Donath (geb. 1979) stellt sich mit ihrer Kunst den brisanten Fragen der Zeit (Pegida), löst Nachdenken und Irritationen aus, provoziert, stellt sich auf die Seite der "Anderen". Ihr Interesse gilt auch der Bestattungskultur und dem damit verbundenen Abschied von den Verstorbenen, die sie in ihre Inszenierungen mit Kranz, bunten Perlen und Schnüren integriert ("In Gedenken an").

Hjördis Baacke (geb. 1980) lebt und arbeitet in Leipzig und ist in ihren Naturbildern auf der Suche nach der verborgenen oder schon verlorenen Heimat. Ihre Waldbilder sind impressionistisch durch Licht-und Farbtupfer gestimmt, aus denen dem Betrachter eine große Einsamkeit und Ruhe entgegenleuchten.

Auch Katharina Günther experimentiert mit dem natürlichen Raum von Strand, Wald und Feld im Medium Malerei und Fotografie. Privates und Alltägliches fließen zusammen, wie in einer Darstellung vom Strand von Hiddensee mit Tochter Ava. Das Video der Künstlergruppe "Reinigungsgesellschaft", unter Federführung von Henrik Mayer entstanden, widmet sich den Straßenkehrern und Stadtreinigern des New Yorker Times Square ("Time of garbage"). Mayer ist für seine kritischen Filme und Installationen zur modernen Industriegesellschaft bekannt.

Die beiden Fotografinnen Anja Bohnhof und Karen Weinert stellen mit ihren Fotografien unter dem Motto "Abwesenheitsnotizen" leere Räume und Interieurs von berühmten Persönlichkeiten vor, darunter von Hans Fallada, Anna Amalia, Friedrich Schiller (Gartenhaus), Bertold Brecht, aber auch das Arbeitszimmer von Albert Einstein und das leergeräumte Atelier von Otto Dix.

Die Grafikerin Stefanie Busch (geb. 1977) ist mit Serigrafien vertreten, die von morbiden Landschaften und gezeichneten Menschen berichtet. Porträt und Landschaft verweisen auf die Wunden der Zeit. Matthias Weischer (geb. 1973), ein Spitzenvertreter der Neuen Leipziger Schule (Neo Rauch), war der erste Preisträger des Sachsen_Art. Mit dem kleinen Ölbild "Weiher/Pond" (2009) führt er den Betrachter in eine surreale Welt aus Dingen und Fantasie.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Dezember im Kunstraum Dresden, Schützenplatz 1, zu sehen.

geöffnet Mo-Fr. 14-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr, Dienstag, 1. Dezember, um 19.30 Uhr findet die feierliche Preisverleihung an den neuen Sachsen_Art-Preisträger statt

www.saechsischer-kunstverein.de

Heinz Weißflog

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr