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Heute beginnt die Art Cologne in Köln auch mit Dresdner Beteiligung - Interview mit Messechef Daniel Hug

Heute beginnt die Art Cologne in Köln auch mit Dresdner Beteiligung - Interview mit Messechef Daniel Hug

Daniel Hug ist seit 2008 Direktor der Art Cologne. Der Enkel des ungarischen Konstruktivisten und Bauhauskünstlers László Moholy-Nagy wurde 1968 geboren.

Bevor er die Art Cologne übernahm, war er Kurator und Galerist. Im Interview mit Johanna di Blasi erklärt er, wie er die heute beginnende und bis zum Sonntag dauernde Art Cologne wieder zur wichtigsten Kunstmesse der Welt machen will.

Frage: Bis zum Finanzcrash redeten alle nur noch von Preisen, und in den Bücherregalen sammelten sich Ratgeber über Kunst als Kapitalanlage. Inzwischen sind einem diese Bücher eher peinlich. Geht es Ihnen auch so?

Daniel Hug: Nicht unbedingt, Kunst kann ja ein großartiges Investment sein, vor allem wenn es um Moderne Kunst geht, Nachkriegskunst und zeitgenössische "Blue-Chip"-Künstler, also Spitzenkünstler, die in Museen und Institutionen gut vertreten sind. Darüber muss man informiert sein.

Der Kunstmarkt boomte bis vor ein paar Jahren. Die Art Cologne aber konnte davon nicht profitieren. Sie schien tot zu sein oder wurde zumindest totgesagt. Seit Sie vor vier Jahren die Geschäfte übernahmen, hat sich die Messe erstaunlich gut regeneriert. Was ist Ihr Geheimrezept?

Wir haben stark an der Qualität der Aussteller gearbeitet, die Messe auch gestrafft und fokussiert. Und die Bedürfnisse des internationalen Markts mit den Bedürfnissen des deutschen Marktes noch stärker zusammengebracht.

Nun träumen Sie sogar davon, die Kölner Messe unter den internationalen Kunstmessen zur Nummer Eins zu machen. Steckt dahinter mehr als flotte Rhetorik im Vorfeld der Eröffnung?

Warum sollte das nicht wieder möglich sein? Die Art Cologne war in den 80ern die führende Messe für zeitgenössische Kunst. Jeder Sammler, der damals aktiv war, wird das bestätigen.

Nummer Eins ist seit vielen Jahren unangefochten die Art Basel im Kapitalanlegerparadies Schweiz. Wie wollen Sie dieser Konkurrenz machen?

Es geht gar nicht so sehr um Konkurrenz, vielmehr um Eigenprofil. Und das hat sich die Art Cologne in den letzten Jahren erarbeitet. Schließlich ändert sich der Kunstmarkt permanent, es wird immer schwieriger für eine Kunstmesse, den globalen Markt abzubilden.

Wie hat sich die Kunstmarktkrise der zurückliegenden Jahre auf die Art Cologne ausgewirkt?

In Deutschland gab es immer eine große Anzahl von Sammlern, die ernsthaftes Interesse an guter Kunst hatten, völlig unabhängig von der Marktsituation oder den Trends. Daran hat sich nichts geändert.

Im Rheinland gibt es ein angestammtes Sammlerpublikum. US-Händler bekommen glänzende Augen, wenn es um rheinische Sammler geht. Wie stark werden US-Galerien auf der Art Cologne vertreten sein?

Auf der Art Cologne haben wir zwölf Galerien aus den USA. Dazu kommen noch einmal zwölf amerikanische Galerien, die bei der NADA Cologne ausstellen, der New Art Dealers Alliance, mit der wir erstmals kooperieren. Insgesamt werden sich 32 Galerien unter dem Dach der NADA präsentieren..

Berlin wird als Kunstmetropole täglich stärker. Hätten Sie Lust, dort eine große Kunstmesse zu machen?

Nein, das würde ich nie wagen. Meiner Ansicht nach braucht Berlin keine Kunstmesse. Da ist das Gallery Weekend viel interessanter. In Berlin will ich immer in die Stadt gehen und Galerien besuchen.

Ihr Großvater war der Avantgardekünstler László Moholy-Nagy. Spielte das eine Rolle, als Sie sich für den Kunstbereich als Arbeitsfeld entschieden haben?

Klar, ich bin in der Kunstwelt aufgewachsen.

Gibt es Kunstwerke, die Sie in letzter Zeit begeistert oder berührt haben?

Ja, die Videoinstallation "Babylon" von Cyprien Gaillard im Hamburger Bahnhof im letzten Jahr. Dann eine Ausstellung von Barbara Hammer in der Galerie Koch Oberhuber Wolff in Berlin. Und alles von Heimo Zobernig.

www.artcologne.de

Auf der ältesten Kunstmesse der Welt, der Art Cologne, präsentieren sich von heute bis Sonntag etwa 200 Galerien aus dem In- und Ausland. Darunter sind auch die Dresdner Galerien Baer und Döbele. Baer zeigt Werke von Jan Brokof, Sebastian Hempel, Franka Hörnschemeyer, Peter K. Koch und Stefan Lenke. Döbele ist mit dem Künstler Hermann Glöckner vertreten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.04.2012

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