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Hellmuth Karasek erzählte im Dresdner Haus des Buches von seinen Lesereisen

Hellmuth Karasek erzählte im Dresdner Haus des Buches von seinen Lesereisen

Mit Hellmuth Karasek wird es nie langweilig. Wer sich davon überzeugen, wollte, hatte im Dresdner Haus des Buches Gelegenheit dazu. Der Literaturkritiker kam vorbei, um sein Buch "Auf Reisen - Wie ich mir Deutschland erlesen habe" vorzustellen.

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Das Cover des neuen Buches.

Quelle: PR

Dabei gab er sich gewohnt locker und redselig und erzählte eine Anekdote nach der anderen. Allerdings war das diesmal auch nicht verwunderlich, schließlich handelt es sich bei seinem neuesten literarischen Werk um ein Anekdotenbuch par excellence.

Etwa 300 zahlende Gäste wollten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen und erfuhren bei der Gelegenheit von Karasek neben Geschichten über deutsche Mundarten und deutsche Stämme, dass auch er einmal klein angefangen hatbe So berichtet er gleich zu Beginn von seiner allerersten Lesung vor 42 Jahren in Emden.

Obwohl er dort als Deutschlands größter lebender Satiriker auf einer handbeschriebenen Tafel angekündigt wurde, kamen am Ende nur zwei Frauen vorbei, und die Veranstaltung fiel aus. Zumindest konnte er sich mit den beiden angeregt unterhalten und leerte mit ihnen eine Flasche Whisky.

Dabei muss er einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, denn vor wenigen Jahren erhielt er vom Ehemann einer der Frauen einen Brief. Ihn hatte wohl die Widmung in Karaseks damaligem Buch "Deutschland, deine Dichter" stutzig gemacht, auf die er erst jetzt aufmerksam geworden war. Dort stand: "Viel Glück für die zweite Lehramtsprüfung. Mögen meine Kinder nicht in Ihre erzieherischen Hände fallen." Ob er tatsächlich im hohen Norden eine Affäre hatte, sagte der Literaturkenner zwar nicht so deutlich, aber zumindest wurde klar, dass er schon damals ein geselliger Mensch war.

Eine andere Geschichte handelte wiederum von einer Zugfahrt von Görlitz nach Berlin. Dort wollte sich der Schaffner ein Autogramm von Karasek geben lassen, gratulierte diesem aber plötzlich zum Nobelpreis. Wenig später dämmerte dem Kritiker, dass der Schaffner ihn für Günter Grass hielt. Nachdem er diesen Eindruck zunächst nicht korrigierte, versuchte er anschließend den Mann zu finden, um alles richtigzustellen. Als er ihn schließlich erreichte , sagte dieser nur: "Ich weiß schon Bescheid, Herr Karasek."

So wie diese Geschichte waren eigentlich alle Anekdoten, die der 79-Jährige zu abendlicher Stunde im Haus des Buches zum Besten gab. Langweilig wurde es jedenfalls nie, und man hatte das Gefühl, dass Hellmuth Karasek noch stundenlang so weitermachen könnte. Das Publikum war auf jeden Fall zufrieden, applaudierte kräftig und stellt sich danach fleißig an, um sich die Bücher signieren zu lassen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.05.2013

Stephan Hönigschmid

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