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Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden schließt Außenstellen

Nicht mehr finanzierbar Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden schließt Außenstellen

Offiziell wird das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden (HSKD) Eltern und Öffentlichkeit erst bei einem Informationsabend am 1. Februar unterrichten. Aber ein Gespräch von Elternvertretern mit der Geschäftsführung am 12. Januar 2016 hat bestätigt, dass das HSKD seine Außenstellen schließen wird.

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Der städtische Zuschuss ist erst um 350.000 Euro erhöht worden, um Tarifsteigerungen und dessen Angleichung an das Westniveau aufzufangen.

Quelle: dpa

Dresden. Offiziell wird das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden (HSKD) Eltern und Öffentlichkeit erst bei einem Informationsabend am 1. Februar unterrichten. Aber ein Gespräch von Elternvertretern mit der Geschäftsführung am 12. Januar 2016 hat bestätigt, dass das HSKD seine Außenstellen zugunsten eines größeren Zweitstandortes im entstehenden Kulturkraftwerk Mitte schließen wird. Betroffen sind das Gebäude Dorothea-Erxleben-Straße in Trachenberge, die Dornblüthstraße in Striesen und der Tanzunterricht in der Tenza-Schmiede Johannstadt. Aufgegeben werden muss ohnehin die ehemalige Freimaurerloge Bautzner Straße, weil der neue Eigentümer eine um 70 Prozent höhere Miete verlangt. HSKD-Geschäftsführerin Kati Kasper will sich zu den Absichten noch nicht endgültig äußern. Aber die Außenstellen und der neue Zentralstandort im Kulturkraftwerk seien nicht parallel finanzierbar, berichten Eltern.

Im Norden Dresdens hat sich eine Elterninitiative gegründet und knapp 500 Unterschriften für den Erhalt der Außenstelle Erxlebenstraße gesammelt. In einem an die HSKD-Geschäftsführung, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (LINKE), OB Dirk Hilbert und den Petitionsausschuss gerichteten Schreiben betont sie die bislang idealen Bedingungen und die kurzen Wege für etwa 300 Schüler. Sprecherin Katrin Decker, selber Gesangspädagogin, verweist auf die förderliche Atmosphäre des allerdings sanierungsbedürftigen Gebäudes. Erwogen wird seitens des Konservatoriums, zumindest die musikalische Früherziehung wohnortnah in Schulen fortzuführen. Dies könne kein Ersatz sein, sagt Katrin Decker. Elternsprecherin Ilona Stoye hält die geplante Zentralisierung auch aus der Perspektive der Stadtentwicklung für fragwürdig. Eine solche Musikschule gehöre auch zur Stadtteilkultur. "So ist das Stadtteilsterben programmiert", warnt sie.

Diese Skepsis kann Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) nicht nachvollziehen. "Die Stadtteilkultur stirbt nicht mit der Schließung einer Außenstelle des Konservatoriums", entgegnet sie. Das Kraftwerk Mitte trage wiederum zur Stadtentwicklung Richtung Friedrichstadt bei. "Ein Stadtratsbeschluss besagt, dass das Kraftwerk als Standort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt werden soll", erinnert sie. Insofern sei es nur folgerichtig, wenn die DREWAG als Eigentümer dem Schütz-Konservatorium ein günstiges Angebot zur Einmietung unterbreitet habe. Es handele sich aber um eine strategische Entscheidung des Konservatoriums, bei der die Stadt nur bedingt ein Mitspracherecht habe, stellt die Kulturbürgermeisterin klar. Gleichwohl zeigt sie Verständnis für die Sorgen der Eltern, denen man mit Ausweichangeboten in Schulräumen zumindest für jüngere Schüler entgegenkommen will. Eine Fahrt zum Hauptstandort Glacisstraße oder zum Wettiner Platz hält sie wiederum für zumutbar.

Am 20. Januar werden die Eltern ihre Einwände im Kulturrathaus persönlich vortragen können. Kulturbürgermeisterin Klepsch stellt aber vorab klar, dass es "keinen akuten Sparzwang" am HSKD gebe, der zu einer Schließung von Außenstellen führen müsste. Der städtische Zuschuss ist erst um 350.000 Euro erhöht worden, um Tarifsteigerungen und dessen Angleichung an das Westniveau aufzufangen. Die Elternvertreter, die bislang nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden, vermuten, dass sie beim Informationsabend am 1. Februar vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Sie werben deshalb um eine besonders rege Teilnahme kritisch gestimmter Eltern. Einen Zugewinn an atmosphärischer und Raumqualität im Kraftwerk gegenüber dem Traditionsstandort Erxlebenstraße kann Katrin Decker beispielsweise nicht erkennen. Längere Wege werden nicht die einzige Mehrbelastung sein, die Eltern und Schüler aus den Dresdner Außenbezirken ab dem kommenden Schuljahr wahrscheinlich in Kauf nehmen müssen. Auch die Unterrichtsentgelte werden noch einmal um 3,1 Prozent angehoben.

von Michael Bartsch

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