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Happy End: Am Sonnabend eröffnet das Kulturforum des riesa efau

Happy End: Am Sonnabend eröffnet das Kulturforum des riesa efau

Der Schriftzug strebt nach oben: Kulturforum. Gibt er die Richtung vor? Wohl nicht. Höhere Sphären sind nicht so das Ding in der Friedrichstadt, hier geht's eher erdig zu.

Was die Schrift aber ist: Beschilderung und selbstbewusste Außendarstellung. Weiß und Schwarz auf grauem Fassadengrund, gegenüber vom riesa efau und doch dazugehörend, eigentlich sogar die Zukunft des soziokulturellen Zentrums repräsentierend.

Während auf der nahen Kulturkraftwerk-Baustelle ungebremst gewerkelt wird (und Zuschüsse in Millionenhöhe plötzlich in Frage stehen, was zu Unsicherheiten führt - DNN berichteten), sind im Kulturforum bautechnisch so ziemlich alle Messen gelesen. Und auch die Finanzen gelten als klar geregelt. Rund 1,4 Millionen Euro flossen in den Bau des Kulturforums, davon kamen 75 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 25 Prozent gab die Stadt Dresden.

Der Geruch der Bodenfarbe hängt noch deutlich in dem gar nicht mal so kleinen, lichtdurchfluteten Foyer. Das ist der erste Eindruck, nicht ungewöhnlich für ein Haus, an dem die allerletzten Handgriffe gerade gemacht werden, das lange eine Baustelle war. Hinter dem schwarzen Tresen wird demnächst wirklich eine Empfangsdame die Besucher begrüßen. Das dürfte dann zumindest in dieser Sichtbarkeit wirklich neu sein.

Der Vorlauf war lang, es kam dabei zu Verzögerungen, doch nun steht die Eröffnung unmittelbar bevor. Am Sonnabend öffnet der Neubau an der Wachsbleichstraße ab 14 Uhr seine Türen für ein entsprechendes Fest. Es wird dann auch die Reden geben, die bei solchen Anlässen eben gehalten werden. Vor allem aber zielt das Programm auf die Nutzer und Nachbarn des Hauses. Die neuen Werkstätten stehen zur Verfügung, eine Stadtteilführung wird es geben, Filme, Street Art, Musik. Die inhaltliche Bündelung all dessen, was das Kulturforum des riesa efau künftig anbietet.

Dabei hat dieses Angebot natürlich auch bisher schon bestanden - doch nun kommen moderne und barrierefreie Räumlichkeiten dazu. So zogen die Druckwerkstätten für Lithografie, Sieb- und Tiefdruck komplett um. Die Keramikwerkstätten ebenfalls, und zwar hoch aus dem Keller.

Dazu kommen Bonbons wie der Blick von einer kleinen Terrasse auf das Dach der Runden Ecke - zu der es einen direkten Zugang vom Neubau aus gibt. Die Runde Ecke (noch nicht saniert) wird weiterhin als Projektraum von Künstlergruppen aus Dresden, Leipzig, Wrocaw oder Prag genutzt, wie Frank Eckhardt, Geschäftsführer des riesa efau, erzählt. Drei Etagen weiter oben, unterm Dach des Kulturforums, wartet sozusagen das gestalterische Gegenstück zur eher spröden Charme ausstrahlenden Runden Ecke. Ein Veranstaltungsraum mit Flügel (von Experten aus dem Altbau des riesa efau herübertransportiert), in dem man sofort meint, Musik zu hören. Etwa 80 Sitzplätze fasst der kleine Saal. Für die dauerhafte Selbstbespielung der Räumlichkeiten fehlt es dem riesa efau zwar an Mitteln. "Aber Räume zur Verfügung zu stellen, ist auch eine kulturelle Aufgabe", meint Eckhardt selbstbewusst.

Dabei ist der Geschäftsführer Zahlenmensch genug zu wissen, dass der Neubau auch Geld gerieren muss. Das Schlüsselwort: Vermietung. Für den Rest des Jahres seien rund 8000 Euro an entsprechenden Einnahmen einkalkuliert. Es soll aber mehr werden. "Wir hoffen auf Dauermieter", sagt Eckhardt.

In einem großen hellen Raum im Erdgeschoss findet künftig auch die Galerie Adlergasse ihr neues Zuhause. Thorsten Fleischer ist gerade dabei, seine Auftaktausstellung "Zone" zu bestücken. Er bemängelt, dass sich ein Flügel der großen Tür zur Galerie nicht öffnen lasse. Bevor aber die Situation in einer Kritik am zuständigen Gewerk kulminiert, drückt Magda Hiller, Leiterin der künstlerischen Werkstätten des Hauses, noch einmal beherzt den Entriegelungsmechanismus ganz durch - und Sesam öffnet sich. Gelächter allenthalben.

Auf eins freut sich vor allem Eckhardt ganz ausdrücklich: die Nachbarschaft zum besagten entstehenden Kulturkraftwerk. Weil im Kulturforum vor allem bildende Künste eine Rolle spielen, sieht er gute Ergänzungen zu Theater und Operette. "Ich habe nichts dagegen, wenn in unserem Schatten das Kulturkraftwerk wächst", fügt er noch an - und lacht dabei.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2015

Torsten Klaus

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