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Grünes Licht: Mirco Meinel erhält die Schweinehalle im Ostragehege

Grünes Licht: Mirco Meinel erhält die Schweinehalle im Ostragehege

Fahrig wirkte er, ausgelaugt und aufgeregt. Mirco Meinel hatte Montagnachmittag im Festsaal des Dresdner Stadtmuseums nicht seinen besten Tag. Den musste er auch nicht haben.

Seine intensive Informationsarbeit die Tage zuvor und sein schlüssiges Konzept hatten die Stadträte der Ausschüsse für Kultur, Wirtschaft und Finanzen in der gemeinsamen öffentlichen Sondersitzung längst überzeugt. Insofern war das Ergebnis der Abstimmung wenig überraschend. Ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen von den Grünen erhielt Meinel mit seinem Partner Florian Zweig vom entscheidenden Finanzausschuss den Zuschlag für die Schweinehalle im Ostragehege. Die zwischenzeitlich auf den "Ostra-Zug" aufgesprungene PEO Projektentwicklung Ostragehege GmbH in Gründung von Anwalt Christian Zwade und Gunther Finsterbusch (Fira-Gruppe, USD Immobilien) erhielt eine herbe Abfuhr.

Harsche Kritik hingegen erntete erneut die Dresdner Verwaltung von den Linken und den Grünen. Für eine schlechte Vorlage sowie eine schlechte Informationspolitik zur Entwicklung des Ostrageheges und die Frage, ob eine öffentliche Ausschreibung nicht doch nötig gewesen wäre. "Nein", hielt Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) entgegen. Es gebe die Ausnahme von der Ausschreibe-Regel. Sie müsse gut begründet sein. Das sei sie hier. Seit zwei Jahrzehnten versuche die Stadt die Flächen im Ostragehege zu verkaufen - vergeblich. "Das Gelände ist kein Selbstläufer", so der Kämmerer. Bereits zum dritten Mal biete die Stadt die Flächen auf Deutschlands wichtigster Immobilienmesse, der Expo-Real in München, feil. Außerdem gebe es andere Beispiele, in der die Stadt so verfahren sei. Vorjohann nannte das "Wiener Loch". Auch dort verhandele man jetzt direkt mit einem Investor. Und bei Meinel erziele man exakt den Preis des Verkehrswertgutachtens, betonte der Kämmerer.

Dennoch stellten die Grünen den Antrag auf öffentliche Ausschreibung, scheiterten damit aber an SPD, CDU, FDP und Bürgerfraktion. Veranstalter Meinel kauft nun mit seinem Partner Zweig die Immobilie für 605 000 Euro von der Stadt. Im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten für das Design-Hotel mit 120 Zimmern starten. Dort sollen Mitarbeiter von Messen und Angehörige von Vereinen günstig übernachten können. Zudem entstehen Lager- und Büroräume. Als Mieter dafür hat Meinel die Eventagentur Sam Production und das Medienunternehmen BCS Broadcast Sachsen mit den Radiosendern Hitradio RTL, Radio Dresden und Apollo Radio gewinnen können. Die Probleme mit der Kunstausstellung Ostrale seien ausgeräumt, unterstrich Meinel. Die Versorung mit Wasser und Strom werde gewährleistet, ebenso die Nutzung der Parkplätze.

PEO-Chef Zwade scheiterte mit seinem Angebot über 650 000 Euro für die Schweinehalle, versuchte den Stadträten noch in der Sondersitzung eine Sanierung der Dächer und Fassaden der Futterställe im Wert von 100 000 Euro aufzuschwatzen. Letzteres stand überhaupt nicht zur Debatte. Letztlich gelang den Stadträten im dritten Anlauf - nach zwei Vertagungen im Finanzausschuss - der Verkauf dieser Immobilie. Ralf Redemund

Richtige Entscheidung

Auf Antrag der Linken hatten Linke, Grüne, SPD und CDU auf der ersten Sitzung des Finanzausschusses zu diesem Thema beschlossen, den geplanten Verkauf der Schweinehalle zu vertagen - zu schlecht vorbereitet war die Vorlage der Verwaltung. Was für ein Konzept hatte die Ostrapark GbR von Mirco Meinel und Florian Zweig? Warum wurde die Fläche nicht öffentlich ausgeschrieben? Diese Fragen blieben unbeantwortet. Bei der zweiten Sitzung des Ausschusses warf plötzlich eine völlig unbekannte PEO den Hut in den Ring. Es begann ein undurchsichtiges Ränkespiel. Doch davon haben sich die Stadträte nicht täuschen lassen. Auch Linke und Grüne betonten immer wieder, ihre Kritik richte sich nicht gegen Meinel, sondern gegen die lieblos vorbereitete und wenig informative Vorlage der Verwaltung. Die Entscheidung der Räte ist letztlich auch ein Signal an Engagierte wie Meinel, dass sich langjähriger Einsatz lohnt. Und dass sich unsere Räte nicht von Trittbrettfahrern blenden lassen.

Von Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2012

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