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Große Geste hellen Geistes: Werke Paul Böckelmanns in der Galerie Felix

Große Geste hellen Geistes: Werke Paul Böckelmanns in der Galerie Felix

In 20 Köpfen hat der Mühlberger Künstler Paul Böckelmann eine Folge von Selbstbildern geschaffen, die sich in verschiedenen Verwandlungen präsentieren ("Selbst - Gezeichnet").

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Paul Böckelmann: Landschaften, ohne Titel

Quelle: Repro: Galerie

Es sind Bilder von sich selbst und anderen, immer durch die Fantasie getragen und inspiriert.

Ernst und ironisch zugleich

Dabei kommt ein expressiver Realismus zum Tragen, der ins Abstrakte des Figürlichen führt. Die Mimik der Köpfe ist auf das Wesentliche reduziert, aber der Gesichtsausdruck birgt zahlreiche Empfindungen und Affekte (z.B. "Staunen", 2014), die den Betrachter (be)rühren, der sich durchaus auf einen Dialog mit ihnen einlassen sollte. Über den körperlichen Aspekt des Kopfes hinaus versammelt das Haupt alles Geistige in sich, "als große Geste hellen Geistes", wie es in einer Bildunterschrift eines der Blätter zu lesen ist. Das ist ernst gemeint und gleichzeitig ironisch zu verstehen.

Die unbetitelten Arbeiten haben an verschiedenen Stellen einen Verweis, der einem Titel gleichkommt, aber vom Betrachter selbst entziffert werden soll. Manches Skurrile kommt dabei ans Licht, ein sich selbst nicht zu ernst nehmen, ein geheimer Witz, der auf Ebenmaß und Deformation gleichermaßen strikt anspielt, handelt es sich doch bei den Köpfen um Gleichnisse und Ebenbilder des Menschlichen. Das ist der Kern dieser kleinen Ausstellung in der Galerie Felix am Loschwitzer Elbhang, die das Bedürftige der Menschennatur zeigt, die Zuwendung und Sympathie braucht, um leben zu können. Also ist das Gezeigte ein Appel an die Liebe in uns und für den anderen, den Fremden, der sich außer uns zeigt und sein eigenes Leben von uns beachtet führen will.

Das Androgyne

Die fast zwei Dutzend Köpfe haben auch einen ästhetischen Reiz, indem der Maler den einzelnen Kopf auf dem Blatt wie ein Individuum behandelt, auch in seiner Gestalt und Farbigkeit, dem Bildaufbau und der ornamentalen Verzierungen. So sind einige eher diaphan und zart im Grundton Rosé, leicht verschwimmend, andere deftiger und expressiver in klaren, starken Farbkontrasten, eines sogar vor einem schwarzen Hintergrund. Es ist die farbliche Vielfalt, die berührt und die das Interesse anfacht, sich auf eine eingehende Betrachtung einzulassen. En Face oder auch im Halbprofil offenbaren sich Männliches und Weibliches, Grundzüge im Habitus der menschlichen Existenz, wohl auch Androgynes als Verweis auf die vielfältigen Mischformen der Natur.

Mysterium der Landschaften

Ein Mysterium sind Böckelmanns "Landschaften", die vom Äußeren ausgehend, Inneres apperzieren und wie Seelenlandschaften wirken. Dunkle Blöcke, ruhend und schwer, in fataler Statik, finden sich neben solchen mit halbkreisförmigen Schwingungen, die über das Blatt gehen wie die Wasseroberfläche eines Teiches nach dem Einwerfen eines Kieselsteins. Kegelförmige Gebilde leuchten im Feuerrot (Büroraum) und bündeln Energien im einfallenden Licht. Hellblaugraue Vergitterungen verbergen einen grüngelben Grund. Für die Assoziation bleibt genügend Raum. Raum für die Fantasie des Schauenden.

Refugium im Künstlerhaus

Faszinierend sind Paul Böckelmanns Dreiseitenhof und Künstlerhaus in Altenau bei Mühlberg: Dort hat sich der Maler mit seiner "Künstler-Ehefrau" E.R.N.A. ein Refugium aufgebaut, das eine Produzentengalerie &Gastkünstler mit ganzjährigem Ausstellungsbetrieb umfasst, wo Malerei, Grafik, Fotografie, Keramik, Skulptur, Bücher sowie Projekte angeboten werden. Ein Skulpturengarten im Alten Pfarrhof ergänzt das kreative Kunstambiente.

bis 25. Juli. Galerie Felix, Pillnitzer Landstraße 7, geöffnet Di-Fr 15-18, Sa & So 11-13 Uhr Kontakt unter Tel. 0351 32 25 57 27 oder 0160 215 68 4 www.galerie-felix.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2015

Heinz Weißflog

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