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Grenzüberschreitendes Zeugnis: Batuz-Bild hängt nun in Dresden

Grenzüberschreitendes Zeugnis: Batuz-Bild hängt nun in Dresden

Batuz ist wieder in Sachsen präsent! Mit größtem Respekt wird der 81 Jahre alte Künstler und Philosoph im Militärhistorischen Museum Dresden begrüßt. Internationale Gäste erschienen zur offiziellen Freigabe seines Werkes "Helmets for peace" für die Besucher.

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Der 81 Jahre alte Künstler Batuz vor seinem dem Militärhistorischen Museum übereigneten Kunstwerk "Helmets for peace" ("Helme für den Frieden").

Quelle: Jörn Wolf

Man denkt 20 Jahre zurück und fühlt sich erinnert an eine ähnlich euphorische Begrüßung in Sachsen. Batuz konnte das Kunstministerium von seinen Ideen einer "Société imaginaire", einer Art Tafelrunde großer Geister überzeugen, die im Kloster Altzella ein Habitat, ein physisches Zentrum gewinnen sollte. Der gebürtige Ungar, vor den Nazis geflohen, als Kosmopolit eigentlich auf der ganzen Welt und vorzugsweise in Uruguay, den USA und Deutschland zu Hause, erwartete aber auch, dass eine große Idee mit großem Geld unterstützt werde. Der wunderbare Träumer, manchmal ein charmanter und geistreicher Gastgeber, manchmal ein trotziges Kind, überwarf sich mit dem Rechnungshof und der Staatsregierung. Über einige Gastmähler und beachtliche Ausstellungen kam das Altzella-Projekt der Batuz-Foundation nicht hinaus. 2004 verließ der tragisch gescheiterte Künstler Sachsen. Was kaum jemand wusste: Zu diesem Zeitpunkt war "Helmets for peace" ("Helme für den Frieden") eigentlich schon realisiert. In dem ehemaligen Bundeswehrgeneral Hans-Peter von Kirchbach fand Batuz 2002 einen Unterstützer für das Projekt, zwei Jahre vor dem EU-Beitritt von Tschechien und Polen eine grenzüberschreitende Aktion zu starten. In einer Performance bewegten sich von beiden Ufern der Neiße zwei Gruppen aufeinander zu. Die Stahlhelme, die sie auf dem Kopf trugen, waren aber mit sehr friedlichen Stroh- und Papierelementen kaschiert. Eine blaue und eine gelbe Farbgruppe vereinigten sich. Land-Art, wenn man so will.

Die riesige stationäre Installation, mit der Batuz das Ereignis festhielt, fand zunächst im alten Gaswerk Chemnitz Platz. In Chemnitz hält sich Batuz gelegentlich bei seinem Freund Michael Morgner auf. Resigniert baute er im Juli 2012 die Reste des 5 mal 11 Meter großen Kunstwerkes wieder ab, nachdem Vandalen 167 Stahlhelme gestohlen hatten. Auch von der Stadt fühlte sich Batuz kaum verstanden und klagte über das fehlende Besucherinteresse.

Im Militärhistorischen Museum in Dresden bekam er nun für zunächst zwei Jahre eine zweite Chance. Die imposante Fläche dominiert sehr passend den Vorsaal zum Ausstellungsabschnitt im ersten Stockwerk, der sich mit den Jahren nach 1945 befasst. Katja Protte, für Kunst im Museum zuständig, beschreibt diese Epoche als eine des Kalten Krieges, aber auch der Überwindung von Konfrontation etwa durch den Mauerfall oder die europäische Integration. Die blau und gelb geteilte Fläche zeigt beim Näherkommen ihre Struktur aus Stroh und geleimten Papierelementen. Vereinzelt sind Helme montiert, die auf den Entstehungsanlass hinweisen. Blau und Gelb sind durch den für Batuz so typischen Bruch, durch eine gezackte Zerreißungslinie getrennt.

"Das sind die Grenzen, die ich überwinden möchte", erklärt er in aller Schlichtheit. Nähme man "Helmets for peace" allein als abstraktes Kunstwerk, geschähe dies bereits durch Farbkorrespondenzen. Batuz widmet sein Werk auch ausdrücklich den UN-Blauhelmsoldaten und ihren Friedenseinsätzen. "Die sind die einzige global army", sagt er. "Jeder sollte die unterstützen!" Unterstützung hat erst einmal Batuz selber durch das künstlerisch experimentierfreudige Militärhistorische Museum bekommen. Man denke nur an den bestrickten und behäkelten Panzer vor dem Haus oder an das symbolische Soldatengrab aus essbaren Keksen. Die Freude über die damit verbundene neuerliche Anerkennung in Sachsen ist dem Künstler anzumerken.

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, Tel. 0351/823 -2803 Do-Di 10-18 Uhr, Mo 10-21 Uhr http://mhm-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.03.2015

Michael Bartsch

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