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"Glückauf"-Gymnasium Dippoldiswalde Altenberg bei "Kids on Stage" in Hellerau

"Glückauf"-Gymnasium Dippoldiswalde Altenberg bei "Kids on Stage" in Hellerau

Die ganze Welt in sieben Tagen zu erschaffen, das war schon eine Meisterleistung. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe fünf des "Glückauf"-Gymnasiums Dippoldiswalde Altenberg benötigen für ihr Projekt "Die Entstehung der Welt" nicht mal eine Stunde, bis das erste Menschenpaar seine Chance bekommt, auf der Erde zu leben und dieselbe am Leben zu lassen.

Aber es ist ja auch nicht ein Gott allein, der hier alles erfinden, formen, kneten und dann noch beatmen muss, es ist eine ganze Gruppe von Göttinnen und Göttern, die mit ihren Helferinnen und Helfern diesen phantastischen Schöpfungszauber auf der großen Bühne des Festspielhauses in Hellerau vollbringt. Eine Stunde wunderbares Welttheater im Europäischen Zentrum der Künste im Rahmen des Festivals "Kids on Stage".

Erst die Finsternis, dann fügt sich das Licht aus irrenden Lichtern, dazu ein schwebender Sound aus Vokalisen. Dann scheint die Göttergruppe vor allem einem Prinzip der Schöpfungslust zu folgen, keine Grenzen für die Fantasie. So wachsen die herrlichsten Pflanzen und Blumen, Affen balgen sich, meterlange Schlangen schlängeln sich dahin, und das Hängebauchschwein watschelt durchs Theaterparadies.

Ob in gewagten Verquickungen und Verknotungen der Körper oder mit üppigen Masken versehen, mit blühendem Kopfschmuck, die Schöpfungsgeschichte wird mit schöpferischer Fantasie erzählt, vor allem - Gott sei Dank - ohne Worte, denn am Anfang war die Fantasie. Dass darin manches Rätsel enthalten ist, versteht sich, die Art der Präsentation aber lässt keinen Zweifel daran, dass die jungen Schöpferinnen und Schöpfer uns diese kleinen Widerhaken ganz bewusst präsentieren. Und wenn dann, der gewaltigen Maske nach, ein teuflischer Unhold den Blütenzauber bedroht, dann helfen große bunte Seifenblasen, ihn zu erledigen. Das wissen auch die Schüler, mit Seifenblasen ist die Welt nicht zu retten, mit Fantasie und vor allem dem Mut, dieser zu vertrauen, schon eher. Und auf dem schöpferischen Weg, dem eigenen Witz, der eigenen Kreativität zu trauen, dürften sie im Prozess der Erarbeitung einen schöpfungsmäßigen Sprung gemacht haben.

So kreativ das Spiel mit Licht und Schatten, Bewegung, Masken und Kostüm, so überraschend die musikalische Seite dieses Schöpfungstheaters. Ein 13-köpfiges Orchester mit drei Dirigenten spielt über 40 Instrumente, solche, die es gibt, wie Saxophone, Flöten, Klavier, Fanfaren oder Hörner, und solche, die - so scheint es - gerade erst erschaffen wurden. Alienstimmen sind zu vernehmen, Fietschebällchen, Körperklatschen, quietschende Luftballons, raschelnde Papiere und "Schnauze".

Dreieinhalb Monate haben sich über 40 Schülerinnen und Schüler auf einen schöpferischen Prozess begeben, begleitet und angespornt von ihren Lehrerinnen Angelika Flach, Annett Franz und Nicole Otto. Künstlerisch verantwortlich sind der Komponist Hartmut Dorschner und der Theaterpädagoge Christian Schmidt aus Dresden. Glückwunsch zum Gelingen dieses Projektes, an dessen Schluss das erste Menschenpaar erscheint und seine helle Freude hat an seinen fantasiebegabten Nachfahren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.06.2012

Boris Michael Gruhl

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