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Gesundes Wohnen in der Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz - Das Denkmal des Monats

Gesundes Wohnen in der Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz - Das Denkmal des Monats

Die DNN präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz eine Veröffentlichungsreihe, die denkmalgeschützte Gebäude in Dresden vorstellt.

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Die Siedlung in Briesnitz steht seit 2000 unter Denkmalschutz.

Quelle: Claudia Posselt

Heute: Die Eigenheimsiedlung Briesnitz

Im Rahmen der Lebensreformbewegung kam ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa die Diskussion über eine gesündere Lebensweise, insbesondere über ein gesünderes Wohnen auf. In dieser Zeit entwickelte auch der Engländer Ebenezer Howard das Modell der "Gartenstädte", die im Umkreis von Großstädten errichtet werden sollten. Die Idee war, durch eine Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Kultur, Bildung und Natur bessere Lebensbedingungen zu schaffen, dadurch den Gemeinsinn zu fördern und so letztendlich ein harmonischeres Zusammenleben zu erreichen. Die Bewirtschaftung des Bodens sollte genossenschaftlich erfolgen.

Schon 1909 hatte man in Dresden versucht, dieses Ideal durch den Bau der Gartenstadt Hellerau umzusetzen. Diese Einflüsse prägten die Idee, im heutigen Stadtteil Briesnitz eine Eigenheimsiedlung nach reformerischen Grundsätzen zu errichten. Den Vorschlag dafür lieferte das Kasseler Architekturbüro Ludloff und Stieger. Den Architekten ging es dabei nicht so sehr um die gesellschaftlichen Aspekte des Gartenstadtprinzips. Ihr Fokus lag vielmehr auf der Schaffung gesunder Lebensbedingungen durch die Lage in der Natur. Es sollten insbesondere genügend Gärten zur Selbstversorgung und Erholung vorhanden sein. Die 1911 gegründete Genossenschaft "Eigenheim-Siedlung Briesnitz-Dresden e.G.m.b.H". machte es sich zur Aufgabe, diese Ideen zu verwirklichen. In ihrer Satzung hieß es, dass sie "mittels gemeinschaftlichem Geschäftsbetriebs ausschließlich Genossen gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in Einfamilienhäusern und Miethäusern zu mäßigen Preisen [...] beschaffen" wollte. Nach dem Entwurf von Ludloff und Stieger sollte der Hauptteil der Siedlung aus Doppelhäusern bestehen. Auch einige Reihenhäuser und frei stehende Einfamilienhäuser sah der Plan vor. Außerdem sollte es Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Gasthaus, einen Kindergarten, eine Badeanstalt und Läden geben.

Der erste Bauabschnitt erfolgte von 1912 bis 1914. Der Stil des ländlichen Wohnhauses war in der Gestaltung der ersten Häuser vorrangig. Die Zweite Bauphase begann 1919 unter Leitung des Architekten Curt Herfurth. Es entstanden nun auch größere Gebäude, wie beispielsweise zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit Walmdach. In der Zeit von 1924 bis 1927 erfuhr die Siedlung eine Erweiterung in südlicher und östlicher Richtung. Eine Besonderheit dieser Zeit ist das Turmhaus mit seinem Tordurchgang. An der letzten Bauphase ab 1928 war abermals ein neuer Architekt, Karl Willy Grunert, beteiligt. Der Fokus lag nun auf Mehrfamilienhäusern. Insgesamt entstanden bis 1936 236 Einfamilienhäuser und 128 Mehrfamilienhäuser.

Die Eigenheimsiedlung Briesnitz stellt trotz der unterschiedlichen Bauphasen mit mehrfachen Planänderungen und der drei beteiligten Architekturbüros eine geschlossene städtebauliche Einheit dar. Sie gehört neben Hellerau zu den ersten Beispielen in Dresden, in denen die reformerischen Vorstellungen eines gesunden Wohnens umgesetzt wurden. Die Siedlung steht deshalb seit 2000 unter Denkmalschutz. Damit dieser Schutz gelingt, ist eine Mithilfe der Hauseigentümer von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang hat die Stadt eine Gestaltungsfibel herausgegeben, die unter http://www.dresden.de/de/05/03/veranstaltungen/03544_Gestaltungsfibel_Briesnitz.php heruntergeladen werden kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.06.2014

Claudia Posselt

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