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Gerhard Richter zeigt in Dresden mit "Atlas" das Fundament seines Schaffens

Gerhard Richter zeigt in Dresden mit "Atlas" das Fundament seines Schaffens

Auftakt zu den Geburtstagsfeierlichkeiten für Gerhard Richter: Mit der Ausstellung „Atlas" gibt das Gerhard Richter Archiv Dresden einen seltenen Einblick ins Schaffen des weltberühmten Malers.

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Kurz vor seinem 80. Geburtstag am 9. Februar gibt Richter in "Atlas" Einblicke in das Fundament seines Schaffens. Zu sehen sein werden rund 15.000 Einzelfotografien.

Quelle: Jane Jannke

Die unter diesem Werktitel zusammengefassten 783 gerahmten Tafeln aus dem Münchner Lenbachhaus enthalten Fotografien, Zeitungsausschnitte, Skizzen und Entwürfe, die der Künstler seit den frühen 60er Jahren für seine Arbeit im Atelier zusammengetragen hat.

Richter, der am 9. Februar 80 Jahre alt wird, sieht im „Atlas" eher eine Dokumentation, denn Kunst.  „Es ist wunderbar, ihn wiederzusehen", sagte er am Freitag in der Dresdner Kunsthalle im Lipsiusbau. Die Schau wurde am Abend mit einer Rede der Schriftstellerin Julia Franck eröffnet.

„Gerhard Richter. ATLAS" ist neben der großen Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie Berlin (12.2.-13.5.) die zweite Präsentation in Deutschland zu Richters 80. Geburtstag. Die Materialsammlung war 2005 zuletzt öffentlich zu sehen. Die gerahmten Kartons, auf denen bis zu 30 einzelne Fotos oder Materialien kleben, wurden nach einem vom Künstler festgelegten Plan gehängt. Das Spektrum reicht von sehr privaten Fotografien aus dem Familienalbum bis zum Layout für das Buch „War Cut" von 2004. Das seit 1972 geordnete Konvolut gewähre einen einmaligen Einblick in den Ideenkosmos des Künstlers, sagte der amtierende Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Dirk Syndram, zu denen das Archiv gehört.

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Ein seltener Anblick: Gerhard Richter signiert nach der Pressekonferenz von Journalisten und Bewunderern mitgebrachte Fotografien und Kunstdrucke.

Zur Bildergalerie

Unter den rund 15.000 einzelnen Stücken finden sich die Vorlagen zu berühmten Bildern wie „Sekretärin", „Familie im Schnee", „Acht Lernschwestern", „Betty", „Eisberg im Nebel" oder die Fotos von Dichtern, Naturwissenschaftlern und Geistesgrößen für „48 Porträts". Neben dem 20 Meter langen Bild „Strich (auf Rot)" von 1979, Leihgabe einer Schule in Nordrhein-Westfalen, sind Dokumente und Materialien wie Richters Dresdner Studentenausweis, ein Schnappschuss von ihm und Sigmar Polke in der Badewanne von 1966 oder der einzige Künstlerfilm von Richter zu sehen.

Er habe damit versucht, sich zu orientieren, „Ordnung in das Chaos zu bringen", sagte Richter. „Wenn das Zeug rumliegt, muss man es sammeln, es war zum Wegschmeißen zu schade und zum Verkaufen nicht gut genug." Freunde und Besucher hätten ihn später angeregt, das Material auch zu zeigen. „Das ist eine Bestätigung, etwas, auf das wir alle aus sind."

Nicht Bestandteil sowohl der Publikation als auch der Ausstellung werden hingegen jene rund 150 Aufnahmen sein, die Richter einst von frühen Werken in den 60er-Jahren gemacht hatte, die der Maler später zerstörte. Die Fotografien waren im Januar im Dresdner Gerhard Richter Archiv aufgetaucht. Sie sind die einzigen verbliebenen Zeugnisse jener Werke, die Richter einst mit einem Messer zerschnitt, da sie ihm nicht gefielen. Von den Aufnahmen existieren jeweils ein Negativ in Richters Privatarchiv sowie eine Kopie im Dresdner Richter-Archiv, wie Leiter Dietmar Elgar auf einer Pressekonferenz am Freitag bestätigte.

Gerhard Richter wuchs in Dresden auf. Nach der Flucht in den Westen 1961 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie weiter. Seit fast 30 Jahren lebt und arbeitet er in Köln. Kontakte zu Dresden bestehen seit der Wende. 1993 schenkte er ein abstraktes Bild an die Galerie Neue Meister, nach der Flut 2002 gab er das Gemälde „Fels" für eine Benefizauktion zugunsten eines hochwassersicheren Kunstsammlungs-Depots. Es hängt als Leihgabe in zwei Richter-Sälen im Albertinum. Die Stadt habe ihn sehr geprägt, sagte er. „Es ist sehr berührend, hier auszustellen."

dpa/Jane Jannke

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