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Gerhard Richter Archiv in Dresden zeigt Atlas zum 80. Geburtstag des Malers

Gerhard Richter Archiv in Dresden zeigt Atlas zum 80. Geburtstag des Malers

Knapp sechs Jahre nach der Gründung platzt das Gerhard Richter Archiv Dresden aus allen Nähten. „Wir sind ziemlich voll", sagt dessen Leiter Dietmar Elger. Aktenordner in meterhohen Schränken stehen in zwei Reihen hintereinander, die Regale sind mit rund 4500 Katalogen, Publikationen und Zeitschriften über einen der weltweit wichtigsten Gegenwartskünstlers gefüllt.

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Dietmar Elger, Leiter des Gerhard Richter Archivs in Dresden, vor Werken des Künstlers.

Quelle: dpa

„Es wird immer nur mehr, da wir nichts wegwerfen." Eigentlich braucht das Archiv einen zweiten Raum, auch für die jährlich rund 40 Benutzer. Denn Jahr für Jahr kommt Material über den in Dresden geborenen und in Köln lebenden Maler und Grafiker dazu, der am 9. Februar 80 Jahre alt wird. „Wegen des Jubiläums wird der Zuwachs 2012 noch ordentlicher", sagt Elger. Für die Bearbeitung des Presseechos schon sei extra ein Mitarbeiter angestellt worden. Der Bestand umfasst neben den Katalogen und Büchern je rund 12 000 Zeitungsartikel und Fotos, mehr als 1200 Plakate und Einladungskarten von Ausstellungen sowie Briefe, Dokumente und Souvenirs.

„Gerade haben wir 83 Fotos von Benjamin Katz angekauft, die er in über 30 Jahren in Richters Atelier machte." Damit plant Elger eine Ausstellung in Bremerhaven. „Das ist eine Ausnahme, denn uns fehlt ein Fundus, aus dem wir Präsentationen und Publikationen bestücken könnten." Gemeinsam mit dem Münchner Lenbachhaus als Leihgeber zeigt das Archiv jedoch in einer von zwei großen Ausstellungen zum Richter- Jubiläum in Deutschland dessen „Atlas" (4. Februar bis 22. April).

Zudem sind einige der in Dresden befindlichen Werke von Richter als Leihgaben in der großen Retrospektive in London, Berlin oder Paris zu sehen. „Sie werden von persönlichen Leihgaben aus Richters Atelier, darunter sieben aktuelle Streifenarbeiten, ersetzt", sagt Elger. Mit dem „Atlas" wird zudem ein seit acht Jahren nicht mehr ausgestellte Arbeit in der Elbestadt gezeigt.

Sie besteht aus 783 gerahmten Tafeln mit gut 15 000 Fotografien, Skizzen, Zeitungsausschnitten und Entwürfen, die Richter seit den frühen 1960er Jahren für seine Arbeit im Atelier zusammengetragen hat. Das Werk ist Grundlage seines malerischen Oeuvres, er hat es stets revidiert und ergänzt, berichtet Elger. Darin finden sich auch Vorlagen zu berühmten Bildern wie „Sekretärin" (1963), „Familie im Schnee", „Acht Lernschwestern" (1966) oder „Betty" (1988) sowie zur Glasarbeit „Schwarz, Rot, Gold" von 1999 im Reichstagsgebäude.

Die Tafeln werden nach einer Vorgabe von Richter ab Mitte Januar in der Kunsthalle im Lipsiusbau in festgelegten Formationen gehängt - „jede an einem eigenen Haken". „Über der längsten Strecke kommt eine 20 Meter lange Leihgabe." Dabei handelt es sich um das Werk „Strich (auf Rot)" von 1979, das Richter als Kunst am Bau für eine Schule in Soest (Nordrhein-Westfalen) schuf.

Von der Schau erhofft sich Elger auch mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit des Archivs. Als Eröffnungsrednerin konnte er Schriftstellerin Julia Franck gewinnen. „Sie hatte im „Kulturspiegel" in der Rubrik „Ich plane meinen Monat" begeistert darüber gesprochen, sich die Richter-Ausstellung in London ansehen zu wollen", erzählt Elger. „Daraufhin haben wir sie gefragt und sie hat zugesagt." Auch der Künstler, der dem Archiv sehr verbunden sei, werde zur Vernissage an die Elbe kommen.

„Er ist meine größte Stütze", sagt Elger und verweis darauf, dass das Archiv finanziell hauptsächlich auf Sponsoren angewiesen ist. Richter habe nicht nur eine Edition zum Verkauf zur Verfügung gestellt. „Es gibt auch ein Fach in seinem Atelier, in das Kataloge und Anderes für uns reingelegt werden." Ein Fünftel des Etats bekommt das Archiv aus einer mit den Staatlichen Kunstsammlungen verbundenen Stiftung. „Vier Fünftel geben andere Sponsoren."

Elger will in diesem Jahr noch alle Fotos von Louise Lawler aus den vergangenen 20 Jahren zeigen, auf denen Bilder von Richter zu sehen sind. „Wir planen auch ein Buch zu dieser Erwerbung." Weitere eigene Ausstellungen und Projekte gebe der Fundus noch nicht her. Dafür sei das Archiv der einzige Ort, wo man einen tieferen Einblick in Leben und Werk von Richter bekomme. „Wer ein bisschen mehr über ihn und sein Werk wissen will, kommt an uns nicht vorbei."

Simona Block, dpa

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