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Georg Baselitz präsentiert in Dresden „Hintergrundgeschichten“

Georg Baselitz präsentiert in Dresden „Hintergrundgeschichten“

Hintergründiges als Künstler und zur Kunst gibt Maler Georg Baselitz ab Samstag mit einer Ausstellung in Dresden preis. Für seine „Hintergrundgeschichten“ (bis 2. Dezember) hat er im Residenzschloss zwölf eigene Werke im Dialog zu 13 Bildern gehängt, denen er seit den 1950er Jahren in der Gemäldegalerie begegnete.

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Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz in der Ausstellung «Hintergrundgeschichten».

Quelle: Arno Burgi

Der Titel ist doppeldeutig, wie der 75-Jährige am Tag vor der Eröffnung sagte. Die für die Schau ausgewählten Werke seien „Teile meiner Biografie, meiner malerischen Biografie“.

Dafür ließ er Gemälde von Raffael, Cranach, Vermeer, Rembrandt, Rayski oder Monet und einen Holzschnitt von Caspar David Friedrich reproduzieren und im Format an seine Bilder angleichen. Mit einer Ausnahme finden sich in fünf rohbausanierten Paraderäumen je ein alter Meister und ein Baselitz pro Raum. Bei der Auswahl ging es ihm nicht unbedingt um eine Interpretation des Inhalts. „Das kann zu tun haben mit dem Inhalt, mit der Oberfläche, mit der Farbe, mit der Textur, mit der Methode, mit dem Stil.“

So hängt sein Gemälde „Schwarze Lackschuhe“, das „meine Unterhose, Beine und Füße“ zeigt, neben Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis als Akt. „Mein Bild hat eine sehr trockene kaseinfarbene Oberfläche, und ist sehr stumpf, kalkstumpf.“ Das andere Bild habe eine ähnliche Ästhetik. Auch der größte Schatz der Gemäldegalerie, die „Sixtinische Madonna“, ist präsent - obwohl Baselitz zum meistgeliebten Werk des Museums ein kritisches Verhältnis hat. „Ich verstehe diese Liebe nicht.“ In den vergangenen 15 Jahren hat er mehrere Bilder gemalt, in denen er auf die alten Meister reagierte.

„Statement“ von 1999 „ist eine ganz frivole Interpretation der Sixtinischen Madonna“, wie er sagt. Die Verbindung sei offensichtlich das Bild im Bild, das Zentralmotiv, der Vorhang und die Herausblicke. „Diese Elemente finden sich in meinem Bild ebenso.“ Nur die Darsteller seien andere - eine Hundefamilie. Nach Ferdinand von Rayskis Landschaft „Wermsdorfer Wald“ malte Baselitz 1969 „Der Wald auf dem Kopf“ - sein erstes Werk, in dem das Motiv auf dem Kopf steht. Rayski sei ein Leitfaden für ihn, „ein sogenannter Hero“.

Schon in der Schule war er ihm begegnet, wo eine Reproduktion hing. „Meine ersten gegenständlichen Bilder 1959/60 sind die sogenannten Rayski-Porträts.“ Bei seinem ersten Galeriebesuch in Dresden Mitte der 1950er Jahre machten die Bilder „großen Eindruck“ auf ihn. „Weil ich in dem Städtchen, aus dem ich kam, außer in der Kirche nie so schöne wunderbare Kunst gesehen habe“, erzählt er. „Und als ich später Künstler wurde, waren sie das Fundament meiner Information und auch das Ideal, nach dem ich dann alles gemessen habe in anderen Museen der Welt.“

Nun macht Baselitz Dresden endgültig zum Hotspot für Fans der zeitgenössischen Kunst - auf Zeit. Denn seit einer Woche ist Gerhard Richter schon mit brandneuen Arbeiten präsent. Die bedeutendsten deutschen Maler mit sächsischen Wurzeln studierten einst an der Kunstakademie der Elbestadt. Richter wurde 1932 hier geboren, Baselitz stammt aus der Lausitz. Im Albertinum haben sie seit Jahren separate Ausstellungsräume.

dpa

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