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Gemeinsame Ausstellung "Hyper-Clown" bei p.l.o.n.k. im Kunstraum Schillerstraße

Gemeinsame Ausstellung "Hyper-Clown" bei p.l.o.n.k. im Kunstraum Schillerstraße

Die Dresdner "p.l.o.n.k.-artists" haben sich Künstler aus ganz Deutschland zu einer gemeinsamen Ausstellung im ehemaligen Atelier von Wolfgang Bosse eingeladen, das seit Frühjahr 2011 als Kunstraum besteht.

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Skurrile Objekte mit Textcollagen zur visuellen Poesie steuerte Andreas S. Berndt bei.

Quelle: Wolfgang Bosse

Unter diesem aus der Bloggerszene stammenden Begriff (Abkürzung für: "Please Leave Our Newsgroup, Kid") firmieren Wolfgang Bosse und seine beiden Kinder Micha und Daniela. Die Ausstellung bestreiten 14 Künstler/innen, die auch ihre Werke im Internet präsentieren. Die Arbeit der "p.l.o.n.k.-Künstler" ist "weniger kommerziell als eher politisch und sozial-experimentell" ausgerichtet und greift "zeitgemäße Strömungen in einer neu verstandenen Beziehung zwischen Künstler und Gesellschaft auf" (W.B.). Hier will sich Kunst auf ihre Weise in aktuelle Fragen einmischen und über das Internet ein breites Publikum erreichen, provozieren und den gemeinsamen demokratischen Diskurs wagen, der gerade jetzt besonders wichtig ist.

Unter dem Titel "HyperClown" (nach einem gewollten Missverständnis im Sprachklang mit "HyperRaum verwandt) entstanden Arbeiten, die aus kritischer Perspektive Gegenwartsfragen auf die Schippe und sich selbst dabei nicht zu ernst nehmen. Dabei werden keine Themen ausgespart, Alltag, Existenz, Politik, Krieg und Triviales miteinander in Beziehung gesetzt. Mittels Bild, Objekt, Fotografie, Collage, Plakat oder auch Video äußern sich die Künstler aus ihrer Subjektivität meist auf eine ironische oder groteske Weise. Die Schau von Collagen und die auf einem Regal und in Einweckgläsern stehenden Objekte von Gudrun Brückel widmen sich der Geburt des HyperClowns und seinen vielen Gesichtern.

Auf der gleichen Wand darüber blüht der "Griechische Frühling" (Fotografie, 2011) von Christopher Simpson in Gasträumen von diversen Restaurants mit verkitschten Wandpanoramen und in schwülstiger Exotik. Simone Simpson spielt in ihrem "Hrensko-Zyklus" (Fotografie 2011) auf die schrill-bunte Reklame in der Grenzregion von Tschechien an: Sex, Pop Jesus und Gartenzwergkultur, Billig-Produkte, die ein Klischee bedienen. Skurrile Objekte mit Textcollagen zur visuellen Poesie steuerte Andreas S. Berndt bei, darunter "Anzeige" (1992): Auf einem Minischrein, in dem ein toter Skorpion liegt, findet sich die Aufschrift: "ER HATTE NIEMANDEN; MIT DEM ER HÄTTE SPRECHEN KÖNNEN" sowie "Nachruf 2012" in Form eines geprinteten iPhones, auf dem zu lesen steht: "ER HAT MICH NI ANGERUFEN".

Wolfgang Bosse bezieht sich mit seiner "Keksdose" (Sprühlack, Klebefolie) auf das iPhone von Apple, die mit dessen schwarzem Logo versehen ist, dabei aber bleibt, was sie ist: hohl und aufgeblasen. Mit dem ausgeschilderten "Mondplakat" von Stephan Gies (Musikpädagoge und langjähriger Rektor der Musikhochschule Dresden) kann man auch auf dem Erdtrabanten Fahrradtouren unternehmen oder Shuttles mieten: Aber Vorsicht! Die Rückseite darf nur mit vorschriftsmäßiger Beleuchtung befahren werden.

Die Malerei ist mit Veit Goßlers Kreidezeichung eines grellbunten Atompilzes (aus der Serie "Blows nr.2") ebenso vertreten wie die des Kerbach-Schülers Matthias Günther (seit 2007 HfBK Dresden) mit seinen beiden Bildnissen von "Traudl" (Acryl, 2012). Cris Greydan (russischer Autodidakt, auch als "Danyl" bekannt) bezieht sich in seinem Aquarell "Die große Welle" (1994) auf die japanische Tusche-malerei und schuf eine Ko- pie nach Hokusi, sowie ein Pastell von einem Neustadt-Dandy.

Ein Video mit 500 Sequenzen von Daniela Bosse konterkariert die Beliebigkeit und Austauschbarkeit moderner Medieninhalte, ihre Idole und Modelle. Hübsche junge Mädchen in wechselnder Umgebung heizen dem Betrachter ein und sprechen immer wieder den einen Satz in die Kamera: "He du, setz dich zu mir. Möchtes du einen Aperol-Spritz? Oder ein Glas Sekt vielleicht?"

Bis 25. Mai. Kunstraum Schillerstraße, Schillerstraße 1, 01326 Dresden. Kontakt: plonk-art.de und 0351/ 264 00 21. geöffnet nach Vereinbarung im Netz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.05.2012

Heinz Weißflog

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