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Gastspiel des Ensembles L’Arpeggiata in der Frauenkirche

Gastspiel des Ensembles L’Arpeggiata in der Frauenkirche

Gelegentlich könnten wir zu der Meinung tendieren, alles zu kennen, was in der Musik Europas bedeutungsvoll ist. Wenn wir Glück haben, genügt schon ein einziges Konzert, bei dem wir diese Meinung als Irrtum erkennen.

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Christina Pluhar

Quelle: Marco Borggreve

Für viele war das Gastspiel des Ensembles L'Arpeggiata unter Leitung Christina Pluhars in der Frauenkirche sowohl ein unerwartetes Aha-Erlebnis wie auch Anlass für unverhohlene Freude - am Ende zeigte das Publikum seine Begeisterung in Standing ovations.

Die Neugier wurde schon geweckt, wenn man die Besetzung las: Instrumente wie Psalterium und Erzlaute, Singstimmen wie Contracantus, Seconda und Terza sind hier weitgehend unbekannt, erschlossen aber ihre Schönheit im unmittelbaren Erleben der Musik. Die stammt einerseits von alten italienischen Meistern oder anderen, die im italienischen Stil komponierten, andererseits aus der geistlichen Folklore Korsikas. Der wissenschaftliche Hintergrund lässt sich in seinem Umfang nur ahnen, die Interpretationen waren jedoch so vital, dass die Frage nach Authentizität gar nicht erst aufkam. Überraschend und zugleich überzeugend war die Balance zwischen Freiheit und Strenge der Wiedergabe. Vieles wird überhaupt nicht in den Noten stehen, ergibt sich aber zwangsläufig aus der zeitgenössischen Musizierpraxis. Dabei wird der Persönlichkeit der Interpreten zweifellos eine wesentlich Rolle zukommen; Auszierungen hängen davon ab, wer ein Stück aufführt und in welcher Stimmung der Interpret ist.

Eine völlig neue Welt eröffnete sich bei traditionellen korsischen Gesängen zum Karfreitag. Besonders bei diesen spürte man, dass die Emotionen der Sänger nur mühsam gebändigt waren. Dazu kam, dass die einzelnen Stücke durch instrumentale Zwischenspiele zusammengehalten wurden, so dass das knapp anderthalbstündige Programm eine selten zu erlebende Geschlossenheit aufwies. Großartige Einfachheit hier, kunstvolles musikalisches Dekor dort und in allen Fällen souveräne Beherrschung der Mittel - auch der Rezensent ließ sich bereitwillig von der allgemeinen Begeisterung mitreißen.

Auch bei ihrer neuesten CD "Los Pajaros Perdidos" zeigt sich Christina Pluhar als entdeckungsfreudige Grenzgängerin und entführt in die Welt der lateinamerikanischen Musik.

Montag

Mozart auf dem Hammerklavier spielt der südafrikanische Pianist Kristian Bezuidenhout 20 Uhr im Palais im Großen Garten.

Dienstag

Messvertonungen von Janácek und Bruckner interpretieren der Dresdner Kammerchor, Bläser der Sächsischen Staatskapelle, Aaron Pegram (Tenor), Astrid von Brück (Harfe) und Jaroslav Tuma (Orgel) unter Hans-Christoph Rademann 20 Uhr in der Annenkirche. In der Kathedrale findet 20 Uhr ein Orgelkonzert mit Martin Haselböck statt, der Musik von J. S. Bach spielt. Komponisten aus Prag werden 20 Uhr im Rahmen der Reihe "Global Ear" im Societaetstheater durch das Ensemble El Perro Andaluz vorgestellt.

Tickets: Ticketcentrale im Kulturpalast, Mo.-Fr. 10-19 Uhr, Sa. 10-18 Uhr. Tel. 0351/4 86 66 66, Mo.-Fr. 9-18 Uhr, Sa. 9-13 Uhr.

Täglich ab 18 Uhr hat im Innenhof des Hotels Taschenbergpalais Kempinski die Festspiel-Lounge geöffnet (bei schlechtem Wetter in der Karl-May-Bar). Sie bietet im stilvollen Ambiente eine besondere Auswahl an Snacks und Getränken aus dem "Herz Europas". Der Eintritt ist frei.

www.musikfestspiele.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.05.2012

Peter Zacher

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