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Für HirnundHerz: DIMUTHEA traten im Dresdner "Rudi" auf

Für HirnundHerz: DIMUTHEA traten im Dresdner "Rudi" auf

Mit dem etwas empörten Hinweis "Um Himmelswillen, nein! Das sind weder Russen noch Griechen, das sind alles waschechte Dresdner!" klärte man den Rezensenten vor dem Konzert von DIMUTHEA im Theaterhaus RUDI auf.

Der hätte das zwar irgendwann sicher auch geschnallt, doch wissen ist natürlich besser als ahnen. Was aber verbirgt sich nun hinter dem durchaus nach Ouzo und Olymp klingenden Wort DIMUTHEA? Ganz einfach: Es ist lediglich die Kurzfassung des Wortungetüms "DIe MUsikTHEAtralischen", ein Verein, in dem sich sanges- und spielfreudige Dresdner beiderlei Geschlechts (inklusive Kinder) organisiert haben. Um gemeinsam zu singen, zu tanzen, zu schauspielern. Demgemäß nennt sich ihr aktuelles Programm auch "Theater, Theater, nichts als Theater", dessen bestens besuchte Premiere nun im Rudi stattfand. Künstlerischer Leiter des Projektes ist Reinhart Gröschel (ein gebürtiger Vogtländer des Jahrgangs 1956), geprobt wird immer donnerstags in der Aula der 25. Grundschule "Am Pohlandplatz". Zwölf Frauen, vier Männer und einige Kinder bilden das Ensemble.

Einen roten Faden durchs Programm gibt es trotz aller gegenteiligen Beteuerungen schon, gezeigt wird im Spiel nämlich die erste Probe zu einer neuen Show. Mit dem Hinweis "Wir haben keine Programmfolge und auch keine Titelliste gedruckt!" wird der Zuschauer zugleich auf ein gespieltes Provisorium eingestimmt. Der Aufruf, sich überraschen zu lassen, funktioniert tatsächlich: Es gibt Gelegenheit, einen durchaus komplizierten Probenprozess nachempfinden zu können. Mit all den dazugehörigen kleinen Eifersüchteleien, mit Streitereien, Sticheleien und jeder Menge anderem Zoff - wie dem Männermangel im Ensemble. Die Frauen fordern nämlich: "Wir wollen keine Männer mehr spielen."

Ergo geht es auf Männersuche. Mit Glenn Millers "Chattanooga Choo Choo" besteigt man einen Zug. Man begegnet zwar einer Gruppe singender Mönche, die aber mit der von den Frauen favorisierten Musik absolut nichts am Hut haben. In einem Biergarten werden die Frauen dann aber tatsächlich fündig, treffen auf einen singenden Koch und einen ebenfalls singenden Kellner. Und einer von denen intoniert dann mit Inbrunst "Ein bissl fürs Hirn und ein bissl fürs Herz" (aus dem Mozart-Musical, dessen Text Michael Kunze geschrieben und dessen Musik Sylvester Levay komponiert hat). Gassenhauer aus UFA-Filmen ("Ach wie ist der Jonny schön!") und verschiedenen Musicals (wie der groteske Geschlechterstreit aus Irving Berlins "Annie Get Your Gun", in dem es heißt "Alles was Du kannst, das kann ich viel besser" oder auch das leicht pathetische "There's no business like show business") verknüpfen die Handlung lose miteinander. Selbst Schlager wie "Ganz Paris träumt von der Liebe" und Monty Pythons unsterblicher Song "Always look on the bright side of life" dürfen im Programm nicht fehlen.

Die gute Stimmung und die Spielfreude der munteren Akteure nahmen im Laufe des Abends noch zu, je sicherer man sich auf der Bühne fühlte und je intensiver der Beifall anfeuerte. Selbst bei der GEMA bedankte sich das Ensemble lautstark. Nämlich für deren so großzügig erteilte Erlaubnis, im Stück drei Musiktitel aus Disney-Filmen aufführen zu dürfen. Dieser Dank wird den gerade so intensiv in der öffentlichen Kritik stehenden Urheberrechtsschützern sicher wie Öl runtergehen. Tantiemen muss DIMUTHEA wohl dennoch zahlen. W. Zimmermann

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.07.2012

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