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Frischer Wind für die TU-Orchester: Filip Paluchowski ist der neue Künstlerische Leiter der Ensembles

Frischer Wind für die TU-Orchester: Filip Paluchowski ist der neue Künstlerische Leiter der Ensembles

Er ist gerade mal Mitte 20 und schon Chef von zwei Dresdner Orchestern: Der deutsch-polnische Dirigent Filip Paluchowski soll als neuer künstlerischer Leiter des TU Sinfonieorchesters und der TU Kammerphilharmonie frischen Wind in beide Klangkörper der Dresdner Universität bringen.

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Filip Paluchowski

Quelle: Marlon Bonazzi

Und der Jungdirigent hat auch schon viele Ideen, wie das funktionieren kann. "Die Konzerte der Orchester sind gut besucht, und es braucht wenig Werbung. Die Frage ist aber, ob man sich damit zufrieden geben will. Ich finde es wichtig, dass die Orchester auch in der Universität stärker wahrgenommen werden", sagt er.

Paluchowski, das wird im Gespräch sofort klar, weiß genau, was er will. Im Sommer 2014 hat er sein Musikstudium in Wien abgeschlossen, sich anschließend auf Stellen in ganz unterschiedlichen Städten beworben. Die in Dresden sei eine der wenigen gewesen, die keine Korrepetitor-Stelle war, sagt er. In Dresden hat er kurz nach dem Studium nun die Möglichkeit, sich ausprobieren zu können. "Mit einem Profi-Orchester könnte ich verschiedene Konzertideen in meinem Alter so nicht verwirklichen", sagt Filip Paluchowski. Er wirkt hochmotiviert, als habe er die nächsten Schritte schon klar vor Augen.

"Ich kannte keinen einzigen Musiker in dem Orchester, auch die Stadt war mir fremd, als ich im März hierher kam", sagt er. Darüber wie er die künstlerische Leitung der Orchester anpacken will, hat der junge Musiker aber sehr genaue Vorstellungen. Nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch was Marketing und Finanzierung angeht. Als erstes hat er eine neue Webseite für beide Klangkörper angeregt. Zudem wolle er stärker mit der Universität zusammenarbeiten und eine Onlineumfrage für das Orchester starten. "Wir haben in Dresden viel Konkurrenz, da müssen wir uns darüber bewusst werden, wo wir stehen und wer wir sind", sagt Paluchowski. Gern spricht er von "seinem" Orchester. Die Aufgabe, die er seit diesem Semester hier innehat, nimmt er ernst.

Fragt man ihn nach seinen Ideen, spürt man es förmlich brodeln. Indem er die Sichtbarkeit der Orchester an der TU Dresden stärkt, will er auch neue Musiker gewinnen. Er wünscht sich in Zukunft zudem noch eine engere Zusammenarbeit mit den Musikwissenschaftlern, vielleicht mit der Bühne, dem Theater der TU, und mit dem Unichor. Schließlich kann Paluchowski auf eine Ausbildung an der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Trier zurückblicken, studierte später auch Chorleitung bei Erwin Ortner. "Ich muss aber erst einmal sehen, was möglich ist. Das kann ich jetzt noch nicht einschätzen", sagt er dann etwas vorsichtiger.

Das musikalische Niveau des Orchesters schätzt Paluchowski für ein Laienorchester hoch ein. Das Engagement im Vorstand sei außergewöhnlich. "Man muss nun gut überlegen, wie man ein Programm aufbaut", sagt er. "Wir üben ja über einen langen Zeitraum hinweg, da spielt die Motivation des Orchesters eine große Rolle." Mit seinen beiden Antrittskonzerten möchte er sich auch dem Publikum und seinen Orchestern vorstellen. Weil seine Eltern aus Polen stammen, werden neben Tschaikowski, Strawinsky und Beethoven Werke der polnischen Komponisten Mieczsaw Karowicz und Witold Lutosawski erklingen.

"Ich fühle mich weder als Deutscher noch als Pole, sondern als Europäer", sagt Paluchowski. Seine Großeltern mütterlicherseits sind beide Musiker. Mit den Eltern hörte er zu Hause vor allem Barockmusik und slawische Musik. "Das soll aber nicht heißen, dass ich jetzt nur noch slawische Komponisten spiele. Musik ist eine universelle Sprache", sagt er. Seine fünf Studienjahre in Wien werden daher ebenso in die Arbeit einfließen, wie seine Herkunft. Schließlich hat er in Wien selbst ein Orchester gegründet, will zudem Solisten aus Wien in die Konzerte nach Dresden holen. "Ich denke, es ist wichtig, sich mit seinen Programmen der Stadt anzupassen - nur Polen zu spielen, wäre reiner Selbstzweck", meint er.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2015

Nicole Czerwinka

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