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Friend’n Fellow zelebrierten im Dresdner Kleinen Haus ihre eigenen Lieblingssongs

Konzert Friend’n Fellow zelebrierten im Dresdner Kleinen Haus ihre eigenen Lieblingssongs

Friend’n Fellow feierten im Kleinen Haus ihr 25. Jubiläum. Das Duo, das auch außerhalb der Bühne harmoniert, spielte seine Lieblingssongs aus zweieinhalb Jahrzehnten.

Dresden. Es ist die Interaktion zwischen den beiden, dieses perfekte Miteinander, das ein Friend’n Fellow-Konzert zum Genuss macht. Auf der Bühne des Kleinen Hauses, die unglamouröser kaum sein könnte – zwei Hocker sowie ein Tisch mit Wasserflaschen und Handtüchern stehen auf dem nackten Boden – zelebrieren Constanze Friend und Thomas Fellow ihre Zweisamkeit, beziehen dabei das Publikum ungezwungen mit ein, feiern mit ihm gemeinsam die erreichten 25 Jahre.

„Fly Like an Eagle“, Opener bereits der 1998er „Purple Rose“-CD, die Friend noch mit wildem Afro zeigte, eröffnet auch den Jubiläumsabend. Das dunkle Timbre der Sängerin, die immer mal wieder auch mit Scat-Gesang arbeitet, zieht von Beginn an in den Bann. Dazu das mehr als perfekte Akustikgitarrenspiel Fellows: das ist es, was das Publikum von dem Duo will und seit 1991 bekommt.

Wobei der optische Genuss – Friend trägt vor der Pause ein schwarzes Oberteil mit Spitzenärmeln zu einem langen Rock und hochhackigen Sandaletten – bestimmt auch eine Rolle spielt. In einem seiner launigen Zwischentexte wird Thomas Fellow später vom Fotoshooting für die erste CD erzählen, für das der berühmten Mode- und Aktfotograf Günter Rössler zur Kamera griff. Und ihn, Fellow, kaum beachtete, sondern sich komplett auf die attraktive Friend konzentrierte. In den Jahren seitdem, so der Gitarrist, hätten sie stets einen Zusammenhang zwischen seiner Sichtbarkeit auf dem Cover und den Verkaufszahlen der CDs bemerkt.

Es dürfte ihn nicht wirklich stören. Nicht, wenn die singende Schöne Partnerin auf der Bühne und im Leben ist, nicht, wenn die CDs sich insgesamt sehr gut verkaufen. Nicht, wenn sie ihn nach wie vor so ansingt, anflirtet, wie sie es im Kleinen Haus wieder und wieder tut.

Es ist ein Abend der „Lieblingssongs“, die beiden machen sich also auch selbst ein kleines Geschenk zum Jubiläum. Und so fahren wir nochmals mit dem „Train of Tears“ – ein klein wenig enttäuscht lediglich, da wir den Text immer so schön-geheimnisvoll fanden und Constanze Friends Einleitung, dass sie bei den Grooves, die Thomas ihr vorspielte, den Zug im Kopf gehabt hätte, mit dem Harry Potter nach Hogwarth fährt. Aber so voller Leidenschaft, wie die beiden den Rhythmus ausagieren, sind wir schnell wieder versöhnt. Der erste herausbrechende Jubel ist die Belohnung. Das Johnny Cash-Cover „Ring of Fire“ darf natürlich nicht fehlen; und wir stellen fest, dass Friend selbst den gleichen Lieblingssong hat, den auch wir nennen würden, wenn es um das Duo geht: „A Case of You“. Ganz tief-melancholischer Sprechgesang entfaltet die Liebeserklärung „You’re in my blood like holy wine“. Von dem sie eine ganze Kiste trinken könnte und immer noch aufrecht stehen würde.

Nach der Pause – beide haben sich umgezogen, sind nun legerer gekleidet – geraten die Stücke experimenteller, freier. Friend lebt ihr schauspielerisches Talent aus, indem sie „My Baby Just Cares For Me“ von Nina Simone fast komödiantisch anlegt, für ihre Tanzeinlage gibt’s Extra-Applaus. Thomas Fellow erinnert an seine Herkunft als Konzertpianist und spielt drei Solo-Stücke, die seine Entwicklung über die Jahre hinweg zeigen. Schön sein schier beseeltes Strahlen danach. Hendrix’ „The Wind Cries Mary“, von den meisten Gitarristen pointiert ausgestellt, gibt er danach ganz verhalten, überlässt dem herrlichen Gesang der Partnerin die erste Rolle. Und über „Purple Haze“ geht es zu Friends A-cappella-Solo, dem großartigen Gospel „Grandma’s Hands“.

„Papermoon“ über eine Viertelstunde – virtuos nimmt Fellow die Melodie immer wieder auf, während die beiden sich verabschieden, allen Beteiligten danken, und schließlich zurückkehren. Woraufhin Friend zu den Jazz-Klängen mit dem Ortsnamen „Dresden“ improvisiert, bevor beide noch ein wunderbar zurückgenommenes „With or Without You“ bringen. „Baker Street“ ist der endgültige Abgesang auf diesen Abend – samt dem Angebot, den nie auf CD erschienenen Song als MP3 zu bekommen, wenn die Zuhörer ihnen eine Mail schicken.

Von Beate Baum

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