Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Freistaat Sachsen hält an Orangensommer und Zwingerfestspielen in Dresden fest

Freistaat Sachsen hält an Orangensommer und Zwingerfestspielen in Dresden fest

Ein Hauch vom Mittelmeer und Zitrusduft im Dresdner Zwinger - er wehte auch 2013 nicht. Der mehrfach angekündigte Orangensommer mit Kübelpflanzen, Kleinkunst und Catering fiel auch in diesem Jahr aus.

Voriger Artikel
Brüderlich: Turner Codie und David-Ivar Herman Dune im Thalia
Nächster Artikel
Dresdner Philharmonie: Stumm sind die Bilder

Orangenbäumchen im Zwinger. Diese historische Abbildung "Der Zwinger in Dresden" stammt aus der Zeit vor 1845.

Quelle: Repro: Larthe/Schroeder

"Wegen erheblicher Einnahmeausfälle durch die Flut mussten wir Umschichtungen in unserem Invesititionshaushalt vornehmen. Deshalb sind die Orangenbäume noch nicht gekauft worden", erklärte Marketing-Chefin Ulrike Peter von der gemeinnützigen GmbH Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) gegenüber DNN. Ein anderer Grund seien die umfangreichen Baumaßnahmen - bis zu drei gleichzeitig. Dafür setzt der Freistaat Sachsen weiter auf Zwingerfestspiele. Die könnte es nach Abschluss der Baumaßnahmen 2015 wieder geben, sagte Ulrike Peter.

Kurzer Rückblick: Das Debüt der rund dreiwöchigen Zwingerfestspiele, die von einer Tochterfirma der Dresden Tourismus GmbH (DTG) veranstaltet wurden, endete im August 2011 in einem finanziellen Debakel (DNN berichteten ausführlich). Zu den 16 Aufführungen des von Regisseur Dieter Wedel inszenierten Open-air-Stücks "Die Mätresse des Königs" kamen laut Veranstalter rund 25000 Besucher. Die Außenstände beliefen sich zwischenzeitlich auf annähernd eine Million Euro. Letztlich erwarb der Dresdner Unternehmer Thomas Bohn (Saxoprint, Aufsichtsrat Dynamo Dresden) die Veranstaltungskonzepte, den Fundus, die Vermarktungsrechte und die geschützte Marke "Zwingerfestspiele" sowie eine unbekannt Summe Verbindlichkeiten.

Mit Herrn Bohn sei die derzeitige Situation im Zwinger ausführlich besprochen worden, erläuterte Schlösser-Marketing-Chefin Peter. Diese Situation mache eine Großveranstaltung zurzeit nahezu unmöglich. Zudem gelte es, die unterschiedlichen Konzepte "Orangensommer" und "Zwingerfestspiele" in Einklang zu bringen, ergänzte Schlösser-Pressesprecher Uli Kretzschmar.

Zumindest für den Orangensommer steht die PAN GmbH als Kooperationspartner längst in den Startlöchern, wie PAN-Chef Jörg Polenz den DNN versicherte. Ein Konzept mit hochwertiger Gastronomie sowie eintrittsfreien künstlerischen Veranstaltungen (Klassik, Ballett, Lesungen) stehe. "Uns hindert nichts", so Polenz. Alles sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Indes signalisierte der Schlösserbetrieb noch Gesprächsbedarf ob des Konzepts.

Ursprünglich war der Zwinger-Orangensommer laut Schlösser-Geschäftsführer Christian Striefler bereits für 2012 geplant. Ab Juni bis September sollten im Dresdner Zwinger wieder Orangenbäume - in Kübeln - blühen. Im vergangenen Jahr scheiterte die neue blühende Landschaft im Zwinger wohl noch am zu geringen Planungsvorlauf, in diesem Jahr an Flut und Bauten. Im nächsten Jahr soll es laut Schlösser-Pressesprecher Kretzschmar einen erneuten Anlauf geben.

Schließlich soll der Zwinger-Orangensommer der neuen gemeinnützigen Schlösser-Gesellschaft Geld in die klamme Kasse spülen. Das Spektakel bringe deutlich mehr ein, als es koste, glaubt Schlösser-Chef Striefler. Die zusätzlichen Einnahmen fließen in den Schlösser-Haushalt. Doch zunächst muss der Freistaat finanziell in Vorleistung gehen. Im vergangenen Jahr rechnete der damalige Staatsbetrieb, der inzwischen eine gGmbH ist, für die Anschaffung und Pflege der Bäume mit rund 83400 Euro. Die Pflegekosten der Folgejahre sollten sich voraussichtlich auf 57000 Euro belaufen. Das jedenfalls ging aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Eva-Maria Stange hervor. Die Ausgaben umfassen auch die Kosten der Überwinterung der Zitruspflanzen in der Oberen Orangerie im Barockgarten Großsedlitz und perspektivisch in der Bogengalerie L des Zwingers. Zunächst sollten 120 Bäume aus Italien aus der Nähe von Rom angeschafft werden, so Marketing-Chefin Ulrike Peter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2013

Ralf Redemund

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr