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Frauenkirchen-Festkonzert mit deutscher Erstaufführung von Wolfgang Rihm

Frauenkirchen-Festkonzert mit deutscher Erstaufführung von Wolfgang Rihm

Das Festkonzert zum zehnjährigen Bestehen der wiederaufgebauten Frauenkirche war Anlass für ein Auftragswerk gewesen, ein Doppelkonzert für den Cellisten Jan Vogler und dessen Frau Mira Wang.

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Mira Wang und Jan Vogler während des Konzerts in der Frauenkirche.

Quelle: Oliver Killig

Dresden. Nach der Uraufführung am 15. Oktober in der New Yorker Carnegie Hall (DNN berichteten) waren das Orpheus Chamber Orchestra und die Solisten am Sonnabend in der Frauenkirche. Auch Komponist Wolfgang Rihm war mit dabei.

Zuweilen mäandert alles

Das Konzert begann jedoch mit Felix Mendelssohns Ouvertüre "Ein Sommernachtstraum". Mit dem Raum schien das Orchester vertraut, denn in Tempi und Gewichtung wurde es den Werken wie dem Aufführungsort gerecht, ließ Mendelssohns Elfen, aber auch ein paar Kobolde tollen.

Zu Einstimmung und als vorweggenommenes Extra gab es Camille Saint-Saëns' "La Muse es le Poète", schon dies ein konzertantes Duo, ein Liebesduett für Violine und Violoncello, in das auch Harfe und Flöten stimmen. Die Solisten fallen sich nicht ins Wort (bzw. den Ton), lassen einander ausreden, bevor sie am Ende in ein gemeinsames Schwelgen fallen. Jan Vogler und Mira Wang zeichneten das Werk mit weichen, zarten Klangfarben, die sich sanft über das Orchester erhoben, es aber nicht zu übertrumpfen suchten.

Von ganz anderem Charakter dann Wolfgang Rihms "Duo Concerto". Vielgestaltig finden sich zahlreiche Duette darin, vornehmlich zwischen den Solisten, die aber auch mit Orchesterinstrumenten korrespondieren. Kleinteilig ist das Stück über lange Strecken, bietet viele "Einstiegsmöglichkeiten" für das Ohr, mäandert aber zuweilen auch ein wenig. Insgesamt einteilig, sucht man deshalb den langen Spannungsbogen.

Kontraste und zwei Einschnitte

Jan Vogler und Mira Wang spielten mit Verve, schlugen nun auch raue, expressive Töne an. Immer wieder auch sorgen große Tonsprünge für Kontraste. Zwei Einschnitte gibt es, wenn Tempo, Lautstärke und Stimmen sinken, dabei irritierte das dumpf pochende Schlagwerk, da es sich zunächst nicht klar dem Stück zuordnen ließ. Es klang, als schlüge jemand außen gegen die Tür und begehrte Einlass - der Eindruck kann aber aufführungspraktisch bedingt gewesen sein und wird sich korrigieren lassen.

Konzertmeister Ronnie Bauch leitete das Orpheus Chamber Orchestra vom ersten Pult aus, gestaltete die Stücke sehr durchhörbar, auch verfügt das Orchester über feine Bläser. Kleine Intonationsschwächen bei einzelnen Einsätzen oder die Gewichtung zwischen Streichern und Bläsern zu Beginn Robert Schumanns abschließender zweiter Sinfonie hätten sich mit einem Dirigenten aber besser ausgleichen lassen. Insgesamt überwogen jedoch die Feinheit der Stimmen und die Wahl der Tempi, welche eine Entfaltung der Werke im Raum erlaubten.

Als Zugabe erklang das Scherzo aus Mendelssohns Oktett op. 20 in einer Bearbeitung für Orchester - eigentlich ein Stück für das Moritzburg Festival. Es war wohl auch ein Gruß dahin und an Jan Vogler, den Intendanten des Festivals.

VON WOLFRAM QUELLMALZ

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