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Französisches mit Hélène Grimaud und der Sächsischen Staatskapelle unter Jonathan Nott

Französisches mit Hélène Grimaud und der Sächsischen Staatskapelle unter Jonathan Nott

Ein impressionistisches, französisches Programm präsentierte das 4. Sinfoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle. Geleitet vom britischen Dirigenten Jonathan Nott, dem Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker, der damit seinen Einstand bei der Staatskapelle gab.

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Da applaudiert auch der Maestro: Jonathan Notts Beifall für Hélène Grimaud.

An Konzertstücken der Epoche ist kein Mangel und die Wahl für den ersten Teil mit Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune" und dem Klavierkonzert von Ravel erwies sich als musikalisch überaus günstige Verbindung. Ravels Ballettmusik "Daphnis et Chloé" hingegen hatte trotz der im Programmheft beigegebenen Handlung des abendfüllenden Stückes wegen des fehlenden Tanzes wohl eine weit geringere Wirkung, als sich der Komponist gewünscht haben dürfte. Bei allem Bemühen, sich die Handlung zu vergegenwärtigen, kann man leicht verpassen, welche Szenerie die Musik gerade begleiten soll, wenn man das Stück nicht vollständig und im eigentlichen Sinn "vor Augen" hat.

Das "Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns" tauchte Jonathan Nott in eine genau geformte und bruchlos erhaltene Stimmung des Unwirklichen und nicht Fassbaren. Im Flötensolo (Rozália Szabó) entwickelte sich mit einem dunklen, geheimnisvollen Ton unmittelbar dieser klingende Zustand, der vom Dirigenten mit großem Interesse an jedem Detail gestaltet war und im Orchester eine entsprechend feinsinnige Umsetzung fand.

In der Pianistin Hélène Grimaud hatte Ravels Konzert für Klavier und Orchester G-Dur eine Solistin, die dem Wechselspiel zwischen tiefen romantischen Gefühlen und der rhythmischen und harmonischen Wildheit des Stücke ideal zu folgen wussten. Es gab zwischen ihr und dem Dirigenten ein spürbares Einverständnis, dass nicht je eine festgeschriebene Idee jedem Satz gerecht werden könne. Hingegen lebten Gegensätze zwischen Klavier und Orchester kräftig auf, brach sich die Leidenschaft ungehindert Bahn. Ganz versunken war der langsame Satz zwischen die expressiven Ecksätze eingebettet, das Finale schließlich ging im Tempo an die Grenzen und ließ der Ekstase freien Lauf. Einige geringe Unklarheiten im Zusammenspiel waren der Preis für eine überreich farbige und lebhafte Darbietung des Werkes mit einer Solistin, die alle Schwierigkeiten ihres Parts vergessen machte.

Das Auftürmen gewaltiger emotionaler Momente, das Zeichnen riesiger Bögen erwies sich auch bei "Daphnis et Chloé" als Jonathan Notts besondere Stärke. Sein Spiel mit Farben und Klangmischungen in allen Nuancen war mitreißend. Nur mitunter wollten kleinere Abschnitte und Übergänge nicht so mühelos gelingen, wie es der Atem in der großen Linie vermochte. Hierzu war der MDR Rundfunkchor Leipzig (Einstudierung: Denis Comtet) ein ganz eigenes Instrument mit herrlicher Klangentfaltung und der ekstatische Ausbruch des Finales wurde der aufrüttelnde und richtig gesetzte Schlusspunkt des Konzerts.

Hartmut Schütz

weitere Aufführungen des 4. Sinfoniekonzertes der Staatskapelle: heute und morgen, jeweils 20 Uhr, Semperoper

www.semperoper.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2012

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