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Frank Fröhlich spielt bei den Dresdner Jazztagen und stellt sein neues Album vor

Frank Fröhlich spielt bei den Dresdner Jazztagen und stellt sein neues Album vor

Eigentlich sollte das neue Album schon im Frühjahr erscheinen. Aber dann kam ein Winter dazwischen, der so grau, so düster war, dass jegliches kreative Arbeiten unmöglich wurde, erzählt Frank Fröhlich.

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Frank Fröhlich

Quelle: pr

Man mag ihm seine jahreszeitbedingte Stimmungsschwankung kaum glauben, so unternehmungslustig und heiter, wie man ihn antrifft. Obwohl auch er vom Wetter ganz unabhängige Trübsinnsmomente erleben dürfte. Dank seines unverwüstlichen Tatendrangs ist aber eben auch ein schon vom Umfang her beachtliches Gesamtwerk entstanden. Was wiederum auch erstaunt, da ihm eine Musikantenkarriere am wenigsten vorbestimmt war.

Geboren wird Frank Fröhlich 1964 in Frankfurt/ Oder. Ein musikalisches Talent entdecken die Eltern eher beim Bruder, denn er ist es, der auf einer kaputten Geige klimpernd "Butterfly" schmettert, diese Hiteintagsfliege des Franzosen Daniel Gerard. Prompt bekommt der Bruder eine Gitarre geschenkt, die er allerdings verschmäht, weshalb das Instrument sehr schnell den Besitzer wechselt.

Der Anfängerunterricht an der Musikschule in Frankfurt hätte Frank Fröhlich die Gitarrenbegeisterung beinahe ausgetrieben. Sein Lehrer, erinnert er sich, war "ein studierter Germanist. Er hat kaum selbst was vorgespielt. Am Ende jeder Stunde gab es Noten, meistens schlechte. Nach einem Jahr war ich nur noch frustriert!" Sein Glück im Unglück entspringt der Tragik eines anderen. Er macht die Bekanntschaft von Fernando Carrasco. Der frühere Gitarrist von Victor Jara "musste nach dem Putsch gegen die Regierung von Salvador Allende 1973 wie viele Chilenen ins Exil. Um sein Heimweh in den Griff zu bekommen, versammelte er Leute wie mich in einer Band. Er konnte keine Noten lesen, er hat die Musik gelebt und gesungen und getanzt."

Aus jener Zeit blieb ein Hang zum Liedhaften erhalten. Melodien sind Frank Fröhlich wichtig. Genauso prägend der krisenfeste Job, den er ergreift, bevor er seine Berufung zum Beruf macht. Er absolviert eine Ausbildung als Koch, und wie ein Koch, sagt er, verarbeitet er nach wie vor verschiedene Zutaten und Gewürze zu einem neuen Ganzen.

Was in gewisser Weise sogar stimmt. Frank Fröhlich bestreitet gemeinsame Programme mit Rolf Hoppe, Gunther Emmerlich, Dieter Bellmann, Otto Mellies und Gunter Schoß. Er begleitet die Schriftsteller Peter Härtling, Kerstin Hensel und Walter Kempowski bei ihren Lesungen. Er hat Buster-Keaton-Stummfilme vertont und veröffentlicht auf seinem eigenen Goldmund-Label zauberhafte Hörbuchbestseller wie "Das alte Dresden" oder "Überfahrt nach Hiddensee". In jedem Fall liegt ihm mehr daran, Abwechslung zu schaffen, anstatt mit seiner Akustikgitarre selbst in den Vordergrund zu drängen. Seine Soloalben sind auch keine wirklichen Alleingänge. Mal ist der Pianist Michael Henkel sein Partner gewesen, ein andermal hat er Scotty Böttcher am Vibraphon begleitet. Bei "Familienalbum" gaben sich 2005 die Gastmusiker die Klinke in die Hand.

Mehr oder weniger als Einzelleistungen gelten sein Solodebüt "Das Ei des Kolumbus" von 1999 und das nun ganz neu im Herbst 2013 veröffentlichte "Die Gitarre kann alles! Man muss sie nur lassen". Wobei es aufschlussreich ist, beide miteinander zu vergleichen. Man staunt nicht schlecht, wie grandios das eine Album schon war und wie weit das andere die Raffinesse noch treiben konnte. Wo "Das Ei des Kolumbus" mit einem elektronischen Metronom, Kastagnetten und einer Plastiktüte verfeinert wird, sollte bei "Die Gitarre kann alles! Man muss sie nur lassen" das Klangspektrum ausgelotet werden, das die Gitarre von sich aus hergibt. Das eigens für diese Einspielung gebaute Instrument wird gezupft, geklopft und rhythmisch gerubbelt. Mohi Buschdorf ist kurz an Cello und Bass zu hören. Immer wirkt es so frisch, als sei man im Studio live dabei.

Jegliches Zurschaustellen übertriebener Fingerfertigkeiten fehlt übrigens auch. Es geht um Musik, nichts sonst.

Album "Die Gitarre kann alles! Man muss sie nur lassen" (Goldmund)

Konzert: morgen, 19 Uhr, Marcolini Palais im Rahmen der Dresdner Jazztage

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2013

Bernd Gürtler

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