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Fotografie von Oliver Bräuer, Johannes Berger und Ralf Wöhling bei art+form Dresden

Fotografie von Oliver Bräuer, Johannes Berger und Ralf Wöhling bei art+form Dresden

Drei künstlerische Autodidakten (sie arbeiten in technischen Berufen) stellen zur Zeit bei art+form ihre fotografischen Arbeiten vor: Oliver Bräuer (geb.

1963 in Coswig bei Dresden), Johannes Berger (geb. 1976 in Dresden) und Ralf Wöhling (geb. 1961 in Dresden). Unter dem Thema "Augenblick Dresden" entstand eine Ausstellung, die nach ästhetischen Gesichtspunkten gehangen wurde und im Mix der einzelnen Werke aufeinander abgestimmt ist.

Die Arbeiten von Ralf Wöhling reihen sich größtenteils im Block und sind unverkennbar im Gegensatz zu denen seiner beiden Kollegen. Ralf Wöhling arbeitet mit dem unspektakulären Motiv, mit Farbe und Struktur von Architekturrückseiten, wie die große Häuserfront mit dem davor befindlichen Bauzaun, grünem Rasen und Strauchwerk ("Löbtauer Straße", 2013). Auch der Libeskind-Bau am Olbrichtplatz erscheint aus ungewöhnlicher Perspektive. Schräge und metallener Glanz der Konstruktion ergeben eine für sich genommene geometrische Komposition, die über das bekannte Motiv hinausreicht. Nahaufnahmen von Bänken, Brücken und anderen architektonischen Elementen demonstrieren den Strukturalismus von Ralf Wöhling, Ein interessantes Schattenspiel ("Hammerweg", 2013) zeigt eine Gefängnismauer mit einem winzigen Strich Himmel, auf der sich die Bäume und Strauchwerk abzeichnen.

Immer geht es ihm um den außergewöhnlichen Blick. Mit den Schwarz-Weiß-Fotografien von Straßenpflaster, Wegen und Bahnweichen nimmt Wöhling das Banale und Unbemerkte in den Fokus, feinporig und gekörnt, lässt den Staub der Straße lebendig werden. Eine feine Nostalgie durchdringt seine Nahsichten, die in der Art der Auffassung manchmal auch bereits Gesehenes in der Fotografie wiederholt und an sein früheres Schaffen zu DDR-Zeiten anknüpfen.

Oliver Bräuers Fotografien (vorwiegend klassische Ansichten der Stadt Dresden) leben von Stimmung, Licht und Atmosphäre. Panoramen ("Waldschlösschen", 2006) sowie ungewohnte Blicke auf die Stadt ("Fama und Luna" (2013, Vorzugsausgabe), "Sommerabend am Terrassenufer, 2008)", verwandeln das alltägliche Bild der Stadt zu romantischen Prospekten ohne digitale Hilfsmittel. Sein "Bogenschütze" in der Arbeit "Morgennebel" (das Thema kehrt in anderer Form und Format wieder) mit Blick auf die Albertbrücke ist ein gelungener, fein taxierter, stimmungsvoller, farblich einmaliger Schnappschuss, während anderenorts ein Blick ins dunkel gefärbte Elbwasser recht ungewöhnlich anmutet. Johannes Berger geht den unterschiedlichen Lichtstimmungen im Jahresverlauf nach und bedient die klassische Auffassung von Dresden-Ansichten, interessiert sich aber auch für Blicke am Rande, Spiegelungen und interessante Licht-und Farbeffekte ("Schloss Pillnitz, Freitreppe", 2006). Fotografieren ist für ihn vor allem eine "künstlerische Interpretation". "Momentaufnahmen von Vergänglichem und Details werden in den Fokus gerückt, die erst auf den zweiten Blick ihre Besonderheiten zeigen" (J.B.). Seine Serie zu Dresdner Highlights mit Residenzschloss, Frauenkirche und Blauem Wunder sind gut gemacht, überraschen aber nicht. Die Abendstimmungen in tiefen Orange und Schwarz von Hofkirche und Yenidze steigern sich zu ein wenig unwirklich-düsteren Ansichten bekannter Architekturglanzlichter.

ibis 30. April. art+form, Bautzner Straße 11, geöffnet Mo-Fr 10-20, Sa 10-18 Uhr, Kontakt: 0351/ 803 13 22

www.artundform.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2014

Heinz Weißflog

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