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Forsythe-Debatte: Hellerau-Chef will Blamage für Dresden verhindern

Forsythe-Debatte: Hellerau-Chef will Blamage für Dresden verhindern

Nach Ex-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) hat der künstlerische Leiter des Europäischen Zentrums der Künste Dresden in Hellerau, Dieter Jaenicke, gegenüber DNN ein leidenschaftliches Plädoyer für die dreijährige Vertragsverlängerung mit der Company von William Forsythe gehalten.

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Dieter Jaenicke

"Die 1,5 Millionen Euro für Forsythe werden natürlich schnell und gern gegen unterfinanzierte Stadtteilzentren und freie Gruppen, gegen drohende Museumsschließungen und notleidende Theater verrechnet", sagte Jaenicke. Doch diese Diskussion sei inhaltlich fatal und schlicht irreal. Es gebe den Hauptstadtkultur-Vertrag, der Dresden dazu verpflichte, 10,5 Millionen Euro jährlich an das Land zu zahlen, da der Freistaat viele staatliche Kulturinstitutionen in Dresden unterhalte, die der Stadt zugute kommen. Eine Sonderbestimmung im Vertrag erlaube es der Stadt, davon 1,5 Millionen direkt für die Forsythe-Company aufzuwenden. Würde die Stadt diesen Vertrag kündigen, ginge das Geld an den Freistaat. Man verlöre die Forsythe-Company, niemand würde was dabei gewinnen.

Eine Nicht-Verlängerung des Vertrages gebe alle Bemühungen, Hellerau wieder zu einem weltweit angesehen Zentrum für den modernen Tanz zu machen, der Lächerlichkeit preis, bedeute eine Blamage für Dresden. Hotensia Völkers, Chefin der Bundeskulturstiftung, habe Dresden das Potenzial bescheinigt, mit Forsythe, Künste-Zentrum, Opern-Ballett und Palucca-Schule zu der wichtigsten Tanzstadt Deutschlands zu werden. "Wir sind dabei, das wegzuschmeißen", so Jaenicke.

Der Wert der Avantgarde liege in der stilbildenden Innovation, im Vordenken, im Vor-Aus-Probieren, im Horizonte-Erweitern und Neue-Wege-Suchen und Neue-Wege-Gehen, so Jaenicke. "Das ist die Aufgabe aller großen Künstler in ihrer Zeit gewesen. Das ist die Funktion von Forsythe für den Tanz weltweit, das ist die Funktion Helleraus - vor 100 Jahren mit einer Gesamt-Vision ("Laboratorium einer neuen Menschheit" - Paul Claudel) gegründet, die dem Kabinett der Sächsischen Staatsregierung vor einigen Tagen den ersten Platz in der sächsischen Bewerberliste für das Weltkulturerbe wert war und ist." Ralf Redemund

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.07.2012

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