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Flut von Kunst - Festival ORNÖ in Dresden eröffnet

Flut von Kunst - Festival ORNÖ in Dresden eröffnet

Es tropft aus schwebenden Kloschüsseln leise in die Badewanne, es perlt bunt schillernd an den Wänden des ehemaligen Wasserwerkes entlang - wenn auch nur mit Hilfe eines Projektors.

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„Höchstwasser“: In Erinnerung an das Hochwasser 2002 in Dresden widmet sich das Festival ORNÖ in diesem Jahr diesem Motto.

Quelle: dpa

Wasser überall. In dem leeren Wasserbecken zieht per Video eine anmutige Schwimmerin ihre Kreise, im Hintergrund gluckst es leise. Mit der 20. Auflage des Kunstfestivals ORNÖ ist das ursprüngliche Element wieder in das Wasserwerk Saloppe an der Elbe zurückgekehrt. Seit der Eröffnung am Freitagabend zeigen mehr als 60 Künstler ihre Werke unter dem Motto „Höchstwasser“ - und widmen sich thematisch vor allem dem Jahrhunderthochwasser in Dresden vor zehn Jahren

.„Viele Werke wurden eigens für das Festival geschaffen“, erklärt Festivalchef Kay Pyta. So wie etwa „Der Kuss“ von Ulrich Eißner -zwei meterhohe Figuren, die durch eine Welle miteinander verbunden sind. Sie stehen am Eingang des Wasserwerkes und sind für Pyta das Tor zur Ausstellung und zugleich ein wichtiges Symbol: „Es ist die fließende Bewegung, die sie zusammenführt.

So wie die Jahrhundertflut viele Menschen zusammengebracht hat.“Dass Wasser allerdings auch Tod und Zerstörung bringen kann, zeigt die niederländische Künstlerin Sandra Collée. Mit „Fukushima 50“ hat sie 50 unbekannten Männern ein Denkmal gesetzt, die nach dem Tsunami versuchten, die Kernschmelze in dem japanischen Atomkraftwerk aufzuhalten. „Dafür haben sie ihr Leben gegeben, das hat mich sehr bewegt“, erklärt Collée. Gemalt sind die Porträts auf weißen Bettlaken - weil die Männer in dem verseuchten Reaktor tagelang nur auf Bettlaken schliefen.

Auch andere Beiträge widmen sich thematisch dem Wasser, wie etwa die Figur von Malgorzata Chodakowska, aus deren Haaren stetig Wasser tropft. Auf der „Höchstwasserstraße“ können Betroffene der Flut von 2002 ihre eigenen Hochwasserfotos zeigen.Vor zehn Jahren war das Kunstfestival ORNÖ schon einmal zu Gast im Wasserwerk Saloppe direkt an der Elbe - dann kam die Flut. Seitdem ist es die erste Gelegenheit für Besucher, wieder einen Blick hinter die Kulissen des technischen Denkmals aus der Gründerzeit zu werfen - und vielleicht auch die letzte. Nach dem Festival soll es umgebaut werden. Für Kay Pyta hat der Ort etwas ganz Besonderes: „Ungeprägte Orte wie diese haben ihren Reiz“, sagt er.

Die Leute könnten nichts erwarten, weil kaum einer das Wasserwerk von innen kenne. Stattdessen müssten sich die Besucher von der Kunst überraschen lassen.Noch bis zum 19. August sind die Ausstellungen auf mehr als 2000 Quadratmetern zu sehen. Zudem stehen mehrere Konzerte und Performances auf dem Programm, darunter eine „Wassermusik“ mit dem Berliner Ensemble Liquid Soul. Höhepunkt dürfte zudem die Uraufführung der Unterwasseroper „Aquaria_Palaoa - Das Alter der Welt II“ am 10. August sein.

dpa

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