Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+
Finale der Dresdner Musikfestspiele - Lobgesang für Jahrgang 2012

Finale der Dresdner Musikfestspiele - Lobgesang für Jahrgang 2012

Beifallsstürme, Rekordeinnahmen und Musik vom Feinsten. Die Dresdner Musikfestspiele sind bei der 35. Ausgabe auf große Resonanz gestoßen und haben ihren Ruf als bekanntestes Klassikfestival in Ostdeutschland eindrücklich unter Beweis gestellt.

Voriger Artikel
Kein Atheist, aber Agnostiker - Joachim Krause schreibt über Darwin und die Religion
Nächster Artikel
Neue Gedichte von Synke Köhler, Joachim Zünder und Manfred Hans Gruhler

Am Sonntag gingen die Dresdner Musikfestspiele in Regie von Intendant Jan Vogler zu Ende.

Quelle: Mat Hennek

Mehr noch: Sie können sich inzwischen mit namhaften Pendants in Europa messen und liegen damit voll auf dem Kurs von Intendant Jan Vogler. Der Cellist hatte das Musenfest vor vier Jahren übernommen und den Anspruch formuliert, Dresden perspektivisch in einer Liga mit Luzern oder Edinburgh spielen zu lassen. Das kann Vogler nun getrost für sich in Anspruch nehmen.

Mit dem Festspielmotto „Herz Europas“ traf Vogler den Nerv des Publikums. Er rückte das musikalische Dreieck Budapest, Prag und Wien in den Fokus und präsentierte viele Stars aus Österreich, Tschechien und Ungarn. Vor allem die österreichische Fraktion war mit Ensembles wie den Wiener Philharmonikern, der Camerata Salzburg, den Wiener Sängerknaben oder dem Schlagzeuger Martin Grubinger stark vertreten. Sachsens Nachbarland entsandte unter anderen die Tschechische Philharmonie, Ungarn die Formation Musikás. Dazwischen spielten Dresdner Musiker und Stars aus aller Welt. Vogler setzte auch in diesem Jahr auf einen Mix aus Jugend und musikalischer Reife.

Die Pianistin Hélène Grimaud erhielt nicht zuletzt für ihr soziales Engagement eine mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung: Der „ Glashütte Original MusikFestspielPreis“ wird jedes Jahr von der gleichnamigen Uhrenmanufaktur gestiftet und fühlt sich dem Anliegen verpflichtet, Projekte im Bereich von Jugend- und Sozialarbeit zu unterstützen. Grimaud lässt das Preisgeld in das „Internationalen Kindercamp Villa Sans Souci“ in Mecklenburg-Vorpommern fließen.

Die Musikhochschule Curtis Institut of Music aus Philadelphie schickte ihre Studenten an die Elbe. Eigens für Dresden formierte sich ein Festspielorchester mit Vertretern führender Ensembles für Alte Musik aus ganz Europa.

Zu den Höhepunkten zählte zweifellos der Auftritt von Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata in der Frauenkirche. Das Programm „Via Crucis“ mit Sopranistin Nuria Rial, dem italienischen Sänger Vincenzo Capezzuto und dem korsischen Vokalensemble Barbara Furtuna beschritt den Kreuzweg als Gesang von Klage und Sehnsucht und fand in der Frauenkirche einen idealen Klangraum. Auch die Konzerte des Londoner Orchestra of the Age of Enlightenment mit Tenor Ian Bostridge, der Stargeigerin Patricia Kopatchinskaja oder des französischen Barockensembles Café Zimmermann setzten Glanzpunkte. Mit Schauspieler John Malkovich wehte ein Hauch Hollywood durch die Festspiele.

Das alles ist beachtlich, weil Vogler über einen vergleichsweise schmalen Etat verfügt. 1,4 Millionen Euro gibt die Stadt, der Freistaat Sachsen steuert 450 000 Euro bei. An Eigeneinnahmen konnte das Festival deutlich zulegen und mit 821 000 Euro einen Rekord einfahren (2011: 751 000 Euro). Die Konzertauslastung von 94 Prozent beweist den Zuspruch der Fans, die mittlerweile nicht mehr nur aus Deutschland kommen. Vogler hob die Energie und Inspiration der in diesem Jahr vertretenen Künstler hervor. „Die musikalische Dichte und Qualität der Aufführungen schuf im Dialog mit dem wunderbaren Publikum jene Festivalatmosphäre, die noch lange in den Herzen der Zuhörer nachklingen wird.“

Zum Finale am Sonntagabend war das Orchester der Mailänder Scala geladen. Das italienische Opernhaus liegt zwar etwas abseits des musikalischen Dreiecks von Budapest, Prag und Wien. Dafür stand mit Antonín Dvoraks 8. Sinfonie ein wichtiges Werk aus dem „Herzen Europas“ auf dem Programm.

Von Jörg Schurig, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr