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Festival „Projeto Brasil im Festspielhaus Hellerau

„Mein geliebtes Brasilien“ Festival „Projeto Brasil im Festspielhaus Hellerau

„Projeto Brasil“ startet am Mittwoch, 19 Uhr, mit der Eröffnung zweier das Festival begleitender Ausstellungen: Die Fotografien von Pedro Lobo und Severino Silva in „Rio is a hot city – Architektur des Überlebens“ geben bedrückende und zugleich fesselnde Einblicke in die Favelas von Rio de Janeiro.

Die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues widmet ihre Uraufführung individueller Verantwortlichkeit vor dem Hintergrund weltweiter Katastrophen.

Quelle: Sammi Landweer

Dresden. Was man liebt, stellt man anderen gern vor. Und zeichnet es üblicherweise in schillernden Farben und Nuancierungen. Dieter Jaenicke, Intendant von Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, der mit Brasilien über viele Jahre vertraut geworden ist, weiß, wovon er spricht, wenn er es ein Sehnsuchtsland nennt. Das mit seiner Schönheit, einer überwältigende Natur und großartigen Kulturen verzaubern kann. Doch er kennt Brasilien ebenso als ein Land des Chaos und der Katastrophen, sieht es derzeit, wenige Monate vor dem globalen Mega-Event Olympische Spiele in Rio, „im freien Fall nach unten“.

Ein ungeschöntes, lebendiges, eigenwilliges Bild von Brasilien können die Besucher vom 18. Mai bis 5. Juni beim Festival „Projeto Brasil“ im Festspielhaus Hellerau auf vielfältige Art und Weise erfahren. Sie sind dazu eingeladen, einzutauchen in dieses Land, sich Brasilien mit Neugier und Aufmerksamkeit zu nähern. Ein Zusammentreffen, das nicht nur Genuss und Freude bereiten, sondern ebenso zum Nachdenken anregen will „über eine zerrissene Gesellschaft in einem beängstigenden Zustand, Favelas und Überlebensstrategien, Widerstand und Kreativität, über großartige Künstler, abgefahrene Philosophen und Aktivisten“. So sieht es Hellerau-Chef Dieter Jaenicke. Vor allem aber werde das Festival „Kunst machen und Kunst zeigen und so das heutige Brasilien vorstellen und damit vielleicht schärfer und genauer kommentieren, als jeder andere Kommentar das kann“. Dazu gibt es bis Anfang Juni eine Fülle von Veranstaltungen mit Tanz, Theater, Performances, Musik, Bildender Kunst. Und ein umfangreiches Diskursprogramm.

„Projeto Brasil“ startet heute, 19 Uhr, mit der Eröffnung zweier das Festival begleitender Ausstellungen: Die Fotografien von Pedro Lobo und Severino Silva in „Rio is a hot city – Architektur des Überlebens“ geben bedrückende und zugleich fesselnde Einblicke in die Favelas von Rio de Janeiro. Die Ausstellung „Alles ruhig, alles vorteilhaft“ stellt Arbeiten junger bildender Künstler aus Brasilien vor, die mit Humor und Sarkasmus die aktuelle gesellschaftliche Situation kommentieren.

Am 19., 20. und 21. Mai bringt die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues eine Uraufführung heraus, in der sie sich individueller Verantwortlichkeit vor dem Hintergrund weltweiter Katastrophen widmet. Rodrigues hat mit ihren authentischen, berührenden Aufführungen schon mehrfach auch in Hellerau hervorragende Resonanz erfahren. Sie hat die kraftvolle Sinnlichkeit und Sensibilität, schwierige Themen so zu fassen, dass man sie geradezu leibhaftig erfährt und der Raum des Auftretens zugleich ein Ort ohne Begrenzungen ist.

Das Solo „Crooked Man“ von und mit Eduardo Fukushima (20./21.5.,), hat dieser 2013 während seines einjährigen Aufenthalts in Taiwan beim Cloud Gate Dance Theatre geschaffen. Es zeigt die Verwandelbarkeit und Fragilität des Körpers. Am 21. Mai gibt es zudem im Großen Saal ein Konzert mit Metá Metá, die zu den Erfindern einer neuen Musikszene in Brasilien gehören.

Aus dem Programm

18.5., 19 Uhr: Vernissage der Ausstellungen „Rio is a hot City – Architektur des Überlebens“ und „alles ruhig, alles vorteilhaft“, an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr und bis eine Stunde nach Vorstellungsende; Sa/So 14-18 Uhr, Eintritt frei

19.5./20.5./21.5., jeweils 20 Uhr: Lia Rodrigues, Para que o céu não caia (Tanz, Uraufführung)

20.5./21.5., jeweils 21.30 Uhr: Eduardo Fukushima „Crooked Man“ (Tanz)

21.5., 22 Uhr: Fernanda Farah/Chico Mello „Parallel Songs“ (Konzert)

22.5., 20 Uhr, Hole of Fame // Königsbrücker Str. 39: Cidade Cinza (The Grey City) (Film)

23.5., 20 Uhr: Feature Ring Pedro Tagliani (Konzert)

25.5., 20 Uhr: Cristian Duarte „The Hot 100 Choreographers“ (Tanz)

26.5., 19 Uhr Hole of Fame // Königsbrücker Str. 39: Seite.30: Urban Stories

27.5./28.5., jeweils 20 Uhr: Companhia Brasileira de Teatro. Projeto Brasil (Theater)

28.5., 22 Uhr: Metá Metá (Konzert)

31.5., 20 Uhr: Marcelo Evelin / Demolition Inc. „Suddenly Everywhere is Black with People“ (Tanz)

1.6., 20 Uhr: BR-Trans (Performance)

2.6./3.6., jeweils 20 Uhr: Leonardo Moreira / Cia. Hiato „O Jardim (Der Garten)“ (Theater)

4.6., 20 Uhr: Alice Ripoll „Suave“ (Tanz)

Alle Veranstaltungen (außer 22. und 26.5.) im Festspielhaus Hellerau

Cristian Duarte nimmt das Publikum am 25. Mai mit auf eine Reise durch seine ganz persönliche Tanzgeschichte: Er stellt dabei „The Hot 100 Choreographers“, vor, die ihn beeinflusst haben, von Nijinsky bis Michael Jackson – ein vielversprechendes Solo!

Das dem Festival den Titel gebende Theaterstück „Projeto Brasil“ (27./28.5.) zeichnet ein komplexes Bild von Brasilien, es ist eine humorvolle und kluge Reflexion über die aktuelle Situation des größten südamerikanischen Landes. Mit seiner Choreografie „Suddenly Everywhere is Black with People“ (31.5.) kommt der Choreograf Marcelo Evelin dem Publikum aufregend nahe, er thematisiert damit aktuelle Fragen zu Migration, Herkunft und Macht. Die junge Choreografin Alice Ripoll nimmt in ihrem Stück Suave den neuesten Tanztrend aus Rio de Janeiro, den Passinho („kleiner Schritt“) auf, eine wilde wie virtuose Mischung von Stilen wie Breakdance, Samba, Frevo. Ripolls mitreißende Choreografie, die sie mit zehn blutjungen Tänzerinnen und Tänzern aus den Vororten Rios entwickelte, ist zugleich der selbstbewusste Ausdruck einer jungen Generation, die in der brasilianischen Gesellschaft bis heute an den Rand gedrängt wird.

Dass ein solch umfassendes Kulturunternehmen wie dieses Festival viele Organisatoren und Partner braucht, lässt sich gut vorstellen. Und so ist es auch avisiert als ein gemeinsames Projekt von Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg, Mousonturm Frankfurt, HAU Hebbel am Ufer Berlin und tanzhaus nrw. Es wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Mit Unterstützung von Goethe Institut und in Kooperation mit SESC Sao Paulo. Schirmherrin von „Projeto Brasil“ ist die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters.

Von Gabriele Gorgas

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