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Festival Mitte Europa meldet Insolvenz beim Dresdner Amtsgericht an

„angespannte finanzielle Situation“ Festival Mitte Europa meldet Insolvenz beim Dresdner Amtsgericht an

Begegnungen und Ausstellungen, vor allem aber Konzerte in der Grenzregion zwischen Bayern, Sachsen und der Tschechischen Republik – das zeichnet das „Festival Mitte Europa“ aus. Im Sommer sollte es den Jubiläumsjahrgang geben, den fünfundzwanzigsten. Am 18. Juni war der Start des sechswöchigen Kulturereignisses in Hof geplant. Ob es stattfindet, ist nun offen.

Dresden. Begegnungen und Ausstellungen, vor allem aber Konzerte in der Grenzregion zwischen Bayern, Sachsen und der Tschechischen Republik – das zeichnet das „Festival Mitte Europa“ aus. Im Sommer sollte es den Jubiläumsjahrgang geben, den fünfundzwanzigsten. Am 18. Juni war der Start des sechswöchigen Kulturereignisses in Hof geplant. Ob es stattfindet, ist nun offen. Der Trägerverein mit Sitz im vogtländischen Plauen musste Insolvenz anmelden, wie ein Sprecher gestern mitteilte.

Gezwungen sahen sich die Vereinsmitglieder zu diesem Schritt wegen der „anhaltend angespannten finanziellen Situation“. Schon die Jahrgänge seit 2012 nannte der Sprecher in finanzieller Hinsicht „schwierig“. 2015 seien abermals hohe Verluste entstanden. Die habe der Verein nicht mehr auffangen können. Der Insolvenzantrag beim Dresdner Amtsgericht sei daher unvermeidlich gewesen.

Die Veranstalter sehen sich in einem Dilemma: Seit Jahren konstatieren sie steigende Kosten für kulturelle Großprojekte wie dieses. Die jährlichen öffentlichen Zuschüsse indes blieben auf dem gleichen Niveau. Für die entstehende Lücke Geld aus Privathand einzuwerben, habe der Verein nicht geschafft. Eine solide Finanzierung werde unter solchen Umständen immer schwieriger. Im Falle des Festivals scheint sie nun unmöglich geworden.

Nach dem jüngsten Festival, im November 2015, hatte der Berliner Musiker und Kulturmanager Johannes Weiss die Leitung übernommen. Zuvor hatte der Konzertpianist Manfred Schmidt, seit Februar 2015 damit betraut, das Amt abgegeben, „aus persönlichen Gründen“, wie die Veranstalter damals mitteilten.

Weiss, Tenor, Dirigent und Cembalist, wollte an erfolgreiche Strategien anknüpfen, aber auch neue Schwerpunkte setzen, etwa bei Alter und Neuer Musik oder Jazz. Musiker aus ganz Europa sollten im Festivalgebiet auftreten. Auch Gesprächskonzerte oder zeitgenössische Choreographie schwebten ihm vor. Dazu wollte er jüngeres Publikum ansprechen. Die charakteristische künstlerische Bandbreite wollte er nach eigenem Bekunden jedoch beibehalten.

Seit 1992 waren bei den jährlichen Festivals nicht nur bekannte Vertreter der Kunstszene aufgetreten, sondern vor allem junge Künstler von Renommee. Besucher des Festivals konnten Musik hören, Texten lauschen und Kunstwerke betrachten, lernten bei dieser Gelegenheit jedoch auch interessante Veranstaltungsorte kennen: gotische und barocke Kirchen, mittelalterliche Klöster, Schlösser, Burgen, Scheunen, Bergstollen, auch historische und moderne Manufakturen. Im vergangenen Sommer hatte es Veranstaltungen in 48 Orten beidseits der Grenze zwischen Bayern, Sachsen und Nordböhmen gegeben. Drei Euro-Regionen verband das Festival damit. Das musikalische Spektrum reichte von klassischer Musik über Jazz, Klezmer bis hin zu Folklore. Künstler trafen sich in Meisterklassen und Symposien.

Gründer dieses Kultursommers waren Kammersänger Thomas Thomaschke und dessen Ehefrau, die promovierte Kunsthistorikerin Ivana Thomaschke-Vondráková. Schon seit 1990 hatten sie in Mißlareuth eine internationale Gesangsmeisterklasse mit jungen Sängern aus Ost- und Westdeutschland, der Tschechoslowakei, aus Österreich und Holland organisiert.

Von Tomas Gärtner

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