Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Google+
Feine Auswahl von Chorälen: BACHzyklus in der Dresdner Frauenkirche

Feine Auswahl von Chorälen: BACHzyklus in der Dresdner Frauenkirche

Das Weihnachtsfest mit seinem festlichen Glanz und den stillen Momenten strahlte noch hinüber in jenen im neuen Jahr ersten Abend des umfangreichen BACHzyklus in der Frauenkirche, in dem sich Samuel Kummer der Aufführung aller Orgelwerke Johann Sebastian Bachs verschrieben hat - eine Mammutaufgabe! Hier präsentierte der Frauenkirchenorganist eine kleine, feine Auswahl von Weihnachtschorälen: aus den 164 Chorälen des Orgelbüchleins, aus der sog.

Neumeistersammlung und schließlich aus einzelnen, überlieferten Orgelchorälen.

Natürlich kennt Samuel Kummer die klanglichen Möglichkeiten seines Instrumentes und des Raumes bis aufs I-Tüpfelchen und nutzte diese weidlich im Interesse einer lebendigen, kontrastreichen Wiedergabe. Er präsentierte stimmige Registrierungskunst und Tempowahl, hatte die Choräle mit aller nötigen Sorgfalt und Sensibilität ausgehört, erleuchtete ihre Feinheiten und raffinierten, kompositorischen Unterschiede. In diesen Kontext passte das besonderes Erlebnis (und für den Organisten besondere interpretatorische Herausforderung), "gleiche" Choräle unmittelbar aufeinander folgen zu lassen, etwa "Das alte Jahr vergangen ist" oder "Wir Christenleut haben jetzund Freud".

Dazwischen waren mit Präludium und Fuge A-Dur (BWV 536), das vermutlich aus Bachs Arnstädter Zeit stammt, und dem großen, glanzvollen Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547) Werke gefügt, in denen Samuel Kummer seiner Spielfreude, dem musikantischen Zugriff freien Lauf lassen konnte. Auch dies war unbedingt hörenswert.

Dem Lauf des Kirchenjahres folgend, eröffneten Frauenkirchenkantor Matthias Grünert sowie Kammerchor und ensemble frauenkirche den Abend mit der 6. Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium "Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben" - in einer herzhaft forschen Gangart, kraftvoll in den Kontrasten, musikalisch auf ausgezeichneten Niveau. Beim Chor ist besonders die außergewöhnlich schlichte, fein differenzierte Interpretation des alten Chorals "Ich steh an deiner Krippen hier" hervorzuheben. Dazu kamen der bläser- und paukenüberglänzte orchestrale Klangteppich, Ute Selbigs in schwebender Leichtigkeit gesungene Sopranarie "Nur ein Wink", Albrecht Sacks ausdrucksstarke Evangelistenworte und die in dieser Kantate zwar nur knappen, bei Andreas Scheibner aber umso markanteren, einprägsamen Basspassagen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.01.2014

M.Hanns

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr