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Feierlicher Abschied in Dresden für General Fischer

Kunstsammlungen Feierlicher Abschied in Dresden für General Fischer

Hartwig Fischer, Gerneraldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ist am Donnerstagabend in der Schlosskapelle feierlich verabschiedet worden. Er wird in Kürze an die Spitze des British Museum in London wechseln.

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Hartwig Fischer auf seiner letzten SKD-Pressekonferenz.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Dresden. Die Rednerliste war fast identisch mit der auf der Pressekonferenz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) am Tag vorher. Dirk Burghardt, Kaufmännischer Direktor des Hauses, Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) – und natürlich der Protagonist selbst, Noch-SKD-Generaldirektor Hartwig Fischer. Ihm, der ab Anfang April an die Spitze des British Museum nach London wechselt, war Donnerstag Abend in der Kapelle des Residenzschlosses ein Abschiedsempfang gewidmet. Lediglich die Reihenfolge der Redner änderte sich zum Vortag.

Den emotionalen Redeauftakt setzte dabei Burghardt. An einem Septembertag 2015 habe er ungefähr um sieben Uhr morgens einen Anruf von Fischer bekommen, in dem der ihm sagte, die Trustees hätten ihn zum neuen Mann an der Spitze des British Museum auserkoren. Er selbst, sagte Burghardt, habe immer schon mal gedacht, wohin Fischer seine Schritte eventuell noch lenken könnte. „Auf das British Museum aber bin ich nicht gekommen.“ Das Haus in London sei das, was Fischer aus den SKD habe machen wollen: ein Haus der Welt und der Kultur. Burghardts Abschiedsgeschenk war denn auch sehr persönlich: zwei speziell für diesen Abend arrangierte Songs, die die Dresdner Band The Gentle Lurch live spielte.

Stange verglich noch einmal die Antipoden Fischer und seinen Vorgänger Martin Roth, der ebenfalls nach London ging, dort das Victoria & Albert Museum leitet. Fischer sei leiser und bedächtiger gewesen, aber „nicht weniger taff und durchsetzungsstark“. Sie dankte ihm mit Blick auf Dresdens Pegida-Montage auch für eine klare Position und Haltung, trotz Anfeindungen. „Das ist nicht selbstverständlich, das verlangt Persönlichkeit.“ Das British Museum sei eine Herausforderung, die man einfach annehmen müsse, das sei ihr sofort klar gewesen. „Deshalb habe ich nicht versucht, Sie zum Bleiben zu überreden“, sagte Stange mit Blick auf Fischer. Er werde nun an ein „unvergleichliches Schatzhaus der Kulturen“ wechseln. Die zwei Brücken nach London, Roth und Fischer, sollten auch den SKD zugute kommen, hofft sie.

Fischer schließlich leitete die Komplimente, die ihm nach seinen vier Jahren Amtszeit in Dresden gemacht wurden, galant weiter an alle seine Mitarbeiter. Es brauche „einen kreativen Umgang mit dem, was uns aus anderen Jahrhunderten anvertraut ist“, forderte er gleichzeitig. Das darf als Fischers Credo gelten. Die Aufgabe eines Museums wie der SKD sei es, etwas zu erzeugen, „das allen zugute kommt“. Das habe viel mit Demut zu tun, die dann in ein Abenteuer münden könne: „Die Forschungsreisen vom Depot in die Welt können hier am wirksamsten sein.“ Einen Abschied aber gebe es nicht, nur immer wieder einen Neubeginn, beteuerte Fischer. Und: „Ich bleibe, auch wenn ich gehe.“ Die Latte für die Nachfolge liegt jedenfalls hoch.

Von Torsten Klaus

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