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Facetten weltweiter Wanderungen ab 16. Juni im Dresdner Verkehrsmuseum

Migration – Auswandern, flüchten und vertrieben werden Facetten weltweiter Wanderungen ab 16. Juni im Dresdner Verkehrsmuseum

Wer kam wann, weshalb und wie nach Deutschland? Wer verließ wann, weshalb und wie Deutschland? Mit diesen beiden Fragen, die sich jeder Generation neu stellen, setzt sich die Sonderausstellung „Migration – (Aus-)Wanderung, Flucht und Vertreibung in Geschichte und Gegenwart“ auseinander.

Nicht zählbar waren diese mit den Habseligkeiten der Flüchtlinge aus Schlesien und Pommern beladenen Wagen, die im Winter 1944/45 in Dresden einrückten.

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden. Wer kam wann, weshalb und wie nach Deutschland? Wer verließ wann, weshalb und wie Deutschland? Mit diesen beiden Fragen, die sich jeder Generation neu stellen, setzt sich die Sonderausstellung „Migration – (Aus-)Wanderung, Flucht und Vertreibung in Geschichte und Gegenwart“ auseinander, die von heute an im Verkehrsmuseum Dresden zu sehen ist.

„Die Ausstellung verdeutlicht, dass hinter den Statistiken und anonymen Zahlenkolonnen zur Migration immer individuelle Schicksale von Menschen stehen. Wir stellen eine beispielhafte Auswahl von Einzelschicksalen der vergangenen Jahrhunderte bis in die Gegenwart vor“, erläutert Joachim Breuninger, der Museumsdirektor, das Anliegen. In 23 Storyboxen wird an Hand von persönlichen Schicksalen und Sachzeugnissen versucht, Antwort auf die beiden eingangs genannten Fragen zu geben. Sie laden ein zur Begegnung mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen, die in Deutschland einen Neuanfang gewagt haben oder aus Deutschland weggegangen sind.

Der Besucher wird beispielsweise vertraut gemacht mit dem Schicksal von Hertha Breitenbücher. Sie wurde 1944 geboren, als ihre Eltern, Nachkommen von Donauschwaben, vor der Sowjetarmee flohen. Als ein 1983 aus Vietnam in die DDR gekommener „Vertragsarbeiter“ wird Dao Ngoc Hanh vorgestellt. Er blieb nach der Wende in Dresden und arbeitet jetzt wieder bei der Pentacon GmbH. Staunend und mit viel Respekt steht der Besucher vor dem von Michael Schlosser selbst konstruierten und aus Trabantbauteilen gefertigten Kleinflugzeug, mit dem er die DDR verlassen wollte.

Sehr persönliche Interviewaussagen machen die Beweggründe, Erlebnisse, Erfahrungen und Interessen der Flüchtlinge, Heimatvertriebenen, Auswanderer, Arbeitsemigranten, aus politischen oder religiösen Gründen Verfolgten oder der modernen Wirtschafts- und Bildungsemigranten sichtbar und verstehbar. Menschen wandern, seit es Menschen gibt. Die Gründe dafür sind vielfältig – und über Jahrtausende letztlich immer wieder dieselben.

Die Ausstellung richtet den Blick auch auf einen oft wenig beachteten Aspekt: Migrationsgeschichte ist auch Verkehrsgeschichte. So haben die Eisenbahn und die Dampfschiff die großen Auswanderungswellen aus Deutschland nach Amerika im 19. Jahrhundert befeuert. Kaum bekannt sind die „Ulmer Schachteln“. Das waren kleine Flussschiffe der Donauschwaben, deren Holz am Zielort gleich zum Hausbau der Siedler genutzt wurde. Woher kommen eigentlich Nutella oder Toilettenpapier? Auch diesem Aspekt weltweiter Migrationsbewegungen widmet sich die Ausstellung.

Von Peter Weckbrodt

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