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Ex-Polarkreis18-Sänger Felix Räuber: "Jetzt mache ich Musik, die wesentlich experimenteller ist"

Ex-Polarkreis18-Sänger Felix Räuber: "Jetzt mache ich Musik, die wesentlich experimenteller ist"

Felix Räuber, bekannt geworden als Sänger von Polarkreis 18, lebt inzwischen in Berlin. Die Band aus Dresden war Ende 2011 auseinandergegangen, nachdem sie erfolgreiche Alben veröffentlicht und Touren hinter sich gebracht hatte.

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Felix Räuber, Wahl-Berliner.

Quelle: Claudia Gallwitz

Im Interview mit den Dresdner Neuesten Nachrichten spricht Räuber über die schwierige Zeit nach der Bandpause, sein Wirken in der Hauptstadt, Treffs mit den Freunden aus alten Tagen und die musikalischen Unterschiede zu früheren Zeiten.

Sie haben Dresden verlassen und leben inzwischen in Berlin. Wie sieht Ihre aktuelle Tätigkeit in Berlin aus?

Ich arbeite als Dozent an der Universität der Künste (UdK) beim Projekt "DigiMediaL_musik". Dort unterrichte ich in Seminaren junge Musiker und gebe Einzelcoachings.

Sie hatten mit Polarkreis 18 großen Erfolg, was können Sie den Musikern aufgrund Ihrer eigenen Erfahrung mitgeben?

Ich überprüfe die Musik auf ihr Marktpotenzial. In der Regel sind die jungen Musiker qualitativ gut ausgebildet, haben aber noch wenig Erfahrung, wie die Musikbranche tatsächlich funktioniert. Hier kann ich ihnen helfen und unterstütze sie im Pop- und Jazzbereich.

Sie haben kürzlich mit der Band Mia einen Song aufgenommen, der auf ihrem neuen Album ist. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und sind Sie darüber hinaus musikalisch aktiv?

Ich bin mit der Band schon lange befreundet. Mieze (Sängerin der Band, Anm. der Redaktion) und ich schätzen uns sehr. Irgendwann keimte die Idee für einen eigenen Song auf, den ich auch zusammen mit ihr auf der Record-Release-Party gespielt habe. Momentan arbeite ich wieder an eigenen Stücken in dem Stil, den ich erst für mich selbst finden musste. Der Weg dorthin war schwer.

Wie fühlte sich die Zeit nach der andauernden Pause mit Polarkreis 18 an?

Ich habe lange gebraucht. Es hat sich wie der Verlust einer Familie angefühlt, immerhin haben wir 14 Jahre zusammen Musik gemacht. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich war orientierungslos, bin viel umhergereist, das hat mir sehr geholfen. Jetzt bin ich so weit, mache Musik, die wesentlich experimenteller ist. Inzwischen bin ich in einem Lauf und produziere wieder.

Hilft Ihnen Ihre Dozenten-Tätigkeit auch für Ihre eigene musikalische Arbeit?

Ja, auf jeden Fall. Ich arbeite zu 90 Prozent allein. Die Arbeit und der Blick auf die Werke andere Künstler helfen mir zu reflektieren und meine eigenen Songs einzuschätzen.

Haben Sie noch Kontakt nach Dresden und zu den anderen Mitgliedern von Polarkreis 18?

Wir telefonieren und treffen uns regelmäßig, reden bei einem Bier miteinander. Auch meine Familie lebt bekanntlich in Dresden. Aber die Jungs haben genug mit ihren Projekten wie zum Beispiel Woods of Birnam zu tun. Im Spiel und im Geiste stehen wir weiterhin zusammen, die musikalische Lust ist da. Aber wir befinden uns auf unterschiedlichen musikalischen Planeten. Die Frage, ob ein Zusammenspiel von Polarkreis 18 in der Form wieder kommen mag, bleibt also offen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.06.2015

Dominik Brüggemann

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