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"Es gibt kein Rezept für Erfolg" - Alec von BossHoss im Interview

"Es gibt kein Rezept für Erfolg" - Alec von BossHoss im Interview

Sie spielen am Sonnabend in der Jungen Garde - einer von Dresdens beliebtesten Konzertorten.Alec Völkel: Ja; schon drei oder vier Mal. Durch die Amphitheaterform kommt immer gute Stimmung auf.

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Echte Cowboys: Alec Völkel und Sascha Vollmer (v.l.) sind die Gründer und Frontmänner der Western-Band The BossHoss.

Quelle: PR

Sie spielen am Sonnabend in der Jungen Garde - einer von Dresdens beliebtesten Konzertorten. Sind Sie schon einmal da gewesen?

Alec Völkel: Ja; schon drei oder vier Mal. Durch die Amphitheaterform kommt immer gute Stimmung auf. Eine super Location, die schön im Park gelegen ist.

Aber draußen. Könnte gut sein, dass es regnet. Sind The BossHoss eher eine Indoor- oder Outdoor-Band?

Wir spielen überall gerne und hoffen einfach, dass das Wetter gut wird. Im Zweifel machen unsere Fans trotzdem Stimmung.

Sie werden kontinuierlich bekannter. Ihr aktuelles Album "Flames of Fame" landete auf Platz zwei der Album-Charts. Sie haben einen Echo gewonnen. Was wohl auch mit Saschas und Ihrer Jurorentätigkeit bei Voice of Germany zusammenhängt. Merkt man das im täglichen Leben?

Sicher! Das Fernsehen hat einfach eine größere Ausstrahlungskraft. Unser Publikum wird immer jünger, und es vergeht mittlerweile kein Tag, an dem man nicht auf der Straße angesprochen wird.

Nervt das?

Das gehört einfach dazu. Schlussendlich machen wir das Ganze ja auch, um bekannt zu werden und mit unserer Musik die Leute zu erreichen.

Sascha Vollmer und Sie haben sich im Frühjahr entschieden, nicht mehr bei The Voice of Germany mitzumachen. Warum?

Wir waren drei Jahre dabei und haben beschlossen, den Schwerpunkt wieder verstärkt auf die Musik zu legen. Man verbringt pro Staffel ein halbes Jahr lang 80 Prozent seiner Zeit mit nichts anderem - der Aufwand wird oft unterschätzt. Wenn man dann noch ein Album aufnimmt und auf Tour geht, ist das Leistungslimit schnell erreicht. Außerdem ist es nicht gut, immer im Fernsehen zu sein.

Mit einer gewissen Distanz: Wenn Sie nochmal 18 wären, würden Sie selber bei so etwas mitmachen?

Nein, dafür wäre ich früher nicht zu haben gewesen. Heute im Übrigen auch nicht. Die Show ist auf einzelne Interpreten ausgerichtet, die ihre Lieder nicht selber schreiben. Mir war es immer wichtig, in einer Band zu spielen und an meine Songs selber Hand anzulegen. Darüber hinaus wollte ich immer Rock'n'Roll machen. Das alles wäre in dieser Form bei Voice of Germany sicher nicht möglich.

BossHoss sind ein echtes handgemachtes Produkt. Sie produzieren Ihre eigenen Alben inklusive Artwork und allem Drumherum und sind damit sehr erfolgreich. Nebenbei basteln Sie auch Werbemusik für große Firmen, wie etwa Mercedes. Was ist das Geheimrezept?

Es gibt kein Rezept für Erfolg. Es war uns immer wichtig, unser eigenes Ding zu machen. Das scheint zu funktionieren. Am Anfang unserer Karriere haben wir gemerkt, dass es besser ist, die Dinge selber in die Hand zu nehmen. Deshalb haben wir auch unsere kleine Produktionsfirma mit drei Mitarbeitern gegründet.

Ein anderes Thema: Sie sind in Ostberlin groß geworden und waren bekanntlich nicht sehr angepasst. Wenn Ihr Sohn heute ankäme und sich tätowieren lassen möchte, ginge das in Ordnung?

Auf keinen Fall! Er ist erst 15 Jahre alt. In dieser Zeit ändern sich Einstellungen sehr schnell, und am Ende bereut er diesen Schritt. Er hat auch noch nicht gefragt.

Was hört er für Musik?

Viel Rock und Indie. Soweit ich weiß, kaum Mainstream. Er hat einen guten Musikgeschmack.

Sie sind Urberliner. Wohnen schon immer auf dem Prenzlauer Berg. Stören Sie auch die berühmten Schwaben, die das Viertel stürmen?

Grundsätzlich bin ich für eine Weiterentwicklung. Ich möchte heute nicht mehr in einer Wohnung leben, in der der Putz von der Decke fällt. Andererseits finde ich es schade, wenn Leute von außerhalb zuziehen, sich mit dem Geld der Eltern eine große Wohnung im schicken Szeneviertel kaufen und sich dann beschweren, wenn die Eckkneipe unterm Fenster zu laut ist. Dieses Verhalten ist schizophren.

Klaus Wowereit, der nicht nur Bürgermeister, sondern auch Kultursenator war, geht im Dezember. Wie standen Sie zu ihm?

Ich finde es schade, dass er zurückgetreten ist. Berlin hat wenig Charakterköpfe. Sein großer Verdienst ist es, Berlin und eben auch die Berliner Kultur in die Welt hinaus getragen zu haben. Wir haben hier nicht viel Wirtschaft - die Kultur ist und bleibt unser Kapital.

Konzert: So, 18.45 Uhr, Junge Garde. Die DNN verlosen heute, 13 Uhr, drei Mal zwei Freikarten für das BossHoss Konzert. Interessenten melden sich bitte unter Tel. 01805 21 81 00 (0,14 Euro/Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Minute). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.09.2014

Hauke Heuer

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