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„Es bleibt noch viel zu tun“ - Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über anstehende Aufgaben

„Es bleibt noch viel zu tun“ - Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über anstehende Aufgaben

Auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wartet im kommenden Jahr eine ganze Reihe von Herausforderungen. Über die Sanierung der Sempergalerie und des Residenzschlosses sowie die Profilierung der SKD als Forschungsinstitution sprach Gregor Klaudius mit dem SKD-Direktor Hartwig Fischer.

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Auf die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wartet im kommenden Jahr eine ganze Reihe von Herausforderungen, meint SKD-Direktor Hartwig Fischer.

Quelle: dapd

Herr Fischer, seit Mai dieses Jahres sind Sie der neue Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Was waren Ihre wichtigsten Aufgaben in den ersten Monaten, nachdem die Kunstsammlungen in den vergangenen 15 Jahren eine so rasante Entwicklung genommen haben?

Fischer: Ich habe mich zum einen darauf konzentriert, die neuen Kollegen und ihre Arbeitssituation kennenzulernen. Zum anderen mussten die beiden wichtigsten Bauprojekte angegangen werden: die Sanierung der Sempergalerie und der weitere Ausbau des Schlosses. Der Innenausbau des Residenzschlosses ist ja erst zur Hälfte fertig. Und bei der Sempergalerie ist die Sanierung jetzt zwingend erforderlich, wenn sie weiter in Betrieb bleiben soll.

Wenn die Bauarbeiten beendet sind, sind alle Probleme gelöst?

Fischer: Bei weitem nicht. Die Puppentheatersammlung, eine der größten in Europa, ist de facto unsichtbar. Wir haben im Museum für Sächsische Volkskunst einfach nicht genug Platz dafür, sie kommt dort praktisch nicht zur Geltung. Auch für das Völkerkundemuseum in Dresden fehlen geeignete Räume. Und das Kunstgewerbemuseum in Pillnitz muss das halbe Jahr über geschlossen bleiben. Es bleibt noch viel zu tun. Aber im Vordergrund müssen jetzt zunächst das Schloss und die Sempergalerie stehen.

Das klingt nach viel Arbeit, zumal Sie die SKD auch als Forschungsinstitution etablieren wollen.

Fischer: Wir arbeiten intensiv daran, uns im Bereich der Forschung weiterzuentwickeln, um als Forschungsinstitution offiziell anerkannt zu werden. Im nächsten Jahr werden wir uns vom Wissenschaftsrat begutachten lassen. Voraussichtlich im Herbst 2013 wird der Wissenschaftsrat ein Gutachten über die SKD vorlegen, das zeigt, wo wie stehen und woran wir noch arbeiten müssen. Das ist für uns alle eine wichtige Arbeit, zu der übrigens auch die Kooperation mit der TU Dresden und anderen Wissenschaftsinstituten zählt.

Bei Ihrem Amtsantritt hatte Sie auch angekündigt, die SKD sachsenweit stärker zur Geltung zu bringen.

Fischer: Auch daran arbeiten wir. Wir planen Ausstellungen im Schloss Hubertusburg, in Torgau, in Görlitz und Zwickau. Es geht um ein stärkeres Engagement der SKD in der Fläche. Schließlich sind wir die Staatlichen Kunstsammlungen, mit Standorten auch in Leipzig und Herrnhut. Dieses Engagement nehmen wir sehr ernst.

Welche Ausstellung liegt Ihnen im nächsten Jahr besonders am Herzen?

Fischer: Alle unsere Ausstellungen sind für mich von großer Bedeutung. Wir eröffnen im Februar mit dem Riesensaal einen spektakulären, großen Raum im Schloss mit einem Teil der weltbedeutenden Rüstkammer-Sammlung, also Prunkharnische, Waffen und prächtige Gewänder. Wir werden zeigen, wie Ritterturniere abliefen. Dadurch hoffen wir, auch viele Kinder und Jugendliche anzulocken. Und das ist nur ein Auftakt und ein Vorgeschmack dessen, was das Schloss nach seiner Fertigstellung sein wird: ein unvergleichliches Museum der künstlerischen und höfischen Kultur Sachsens mit weltweiter Ausstrahlung.

Sie planen auch eine Sonderausstellung „Die Erschütterung der Sinne“. Was verbirgt sich hinter dem Titel?

Fischer: Mitte März geht im Albertinum die Sonderausstellung „Die Erschütterung der Sinne“ los, die die großen Meister des 19. Jahrhunderts - Francisco Goya, Caspar David Friedrich, John Constable und Eugène Delacroix - mit Künstlern späterer Epochen und der Gegenwart in einen Dialog bringt. Mit der Eröffnung des Mathematisch-Physikalischen Salons Mitte April wird nach längerer Renovierung auch diese wunderbare Sammlung wieder an ihrem angestammten Ort im Zwinger zugänglich sein - mit einer Neupräsentation einzigartiger wissenschaftlicher Instrumente, Uhren, Globen und weiterer Objekte.

Was werden weitere wichtige Ausstellungen 2013 sein?

Fischer: Ende April eröffnen wir eine größere Ausstellung mit Werken aus unseren Sammlungen im Schloss Hubertusburg, dem großen Jagdschloss der Wettiner, das damit wieder zu einem Publikumsmagneten werden dürfte. Wir haben uns bewusst für dieses Engagement entschieden, um einen Beitrag zur Entwicklung der ländlicheren Gebiete und der kleineren Orte im Freistaat zu leisten. Im Herbst folgt dann eine Ausstellung zum Werk des Dresdener Bildhauers Ferdinand Pettrich, der zwischen 1830 und 1840 in Washington die Häuptlinge wichtiger Indianerstämme porträtierte, ein außergewöhnliches Material, das sich heute im Vatikan befindet. Wir zeigen es erstmals in Deutschland.

Das Leben hierzulande wird teurer, doch die SKD halten die Preise stabil. Wie schaffen Sie das?

Fischer: Mit unternehmerischem Denken und klugem Wirtschaften. Wir haben einen ausgezeichneten kaufmännischen Direktor und ausgezeichnete Marketing- und Kommunikationsspezialisten in den SKD. Tatsächlich erhöhen wir die Preise nicht, obwohl im nächsten Jahr mehrere neue Räume und ganze Sammlungen dazukommen. Auch der Preis für die Jahreskarte, die Eintritt in unsere Museen gewährt, bleibt mit 40 Euro stabil. Das ist absolut konkurrenzlos. In welcher anderen Kunstmetropole ist so etwas möglich? Nur im Historischen Grünen Gewölbe passen wir die Preise zum ersten Mal nach sechs Jahren der allgemeinen Teuerungsrate an, indem wir von zehn auf zwölf Euro erhöhen.

dapd, Gregor Klaudius

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