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Erstes Register der Dresdner Kulturpalast-Orgel entsteht

Bautzner Firma Hermann Eule Erstes Register der Dresdner Kulturpalast-Orgel entsteht

Ein Jahr vor der Eröffnung des Dresdner Kulturpalastes wird das erste von insgesamt 56 Registern der Orgel für den Konzertsaal in der Werkstatt der Bautzner Firma Hermann Eule gebaut. Die Konstruktion der Details sei fertig, sagte Geschäftsführerin Anne-Christin Eule, „jetzt sind wir in der Feinplanung.“

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Anne Christin Eule, Geschäftsführerin der Bautzner Firma Hermann Eule, mit dem Plan des Spieltisches für die künftige Orgel im Dresdner Kulturpalast.

Quelle: Dietrich Flechtner

Bautzen/Dresden. Ein Jahr vor der Eröffnung des Dresdner Kulturpalastes wird das erste von insgesamt 56 Registern der Orgel für den Konzertsaal in der Werkstatt der Bautzner Firma Hermann Eule gebaut. Die Konstruktion der Details sei fertig, sagte Geschäftsführerin Anne-Christin Eule gestern. „Jetzt sind wir in der Feinplanung.“ Ende Juni soll die Fertigung der Teile in großem Maßstab starten, die Orgel ab Ende Oktober in der Werkstatt aufgebaut werden.

In den Saal des Kulturpalastes kommt sie, läuft alles nach Plan, Mitte Dezember und wird dort bis Ende Januar 2017 vollständig zusammengefügt. Doch ehe sie gespielt werden kann, müssen die mehr als 3800 Pfeifen intoniert werden. „Dies ist die wichtigste und intensivste Zeit“, sagte Anne-Christin Eule. „Dafür brauchen wir die größtmögliche Ruhe.“ Die Zeit von April bis Ende August 2017 sei dafür veranschlagt.

Frauke Roth, Intendantin der Dresdner Philharmonie, sagte, im Gespräch mit den Orgelbauern habe sie verstanden, dass der Prozess der Intonierung von mehreren tausend Pfeifen viel Zeit erfordere. Es werde in diesen Monaten ein Nebeneinander von Veranstaltungs- und Intonationsphasen geben. Erstmals erklingen könne die Orgel dann mit Beginn der Spielzeit 2017/18.

Gespielt wird das Instrument auf vier Manualen und einer Pedalklaviatur. Kosten wird es rund 1,3 Millionen Euro. Den größten Teil davon – mehr als eine Million Euro – finanziert der Förderverein der Dresdner Philharmonie aus Spenden, die er seit 2012 gesammelt hat. Die Eine-Million-Marke ist Weihnachten 2015 erreicht worden, wie Lutz Kittelmann berichtete, der Geschäftsführer des Fördervereins.

Dies war Voraussetzung dafür, dass die Stadt sich mit weiteren 300 000 Euro beteiligt. Allein hätte die Stadt die Orgel nicht finanzieren können, erklärte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). Der Stadtrat hatte 2012 den Umbau des Kulturpalastes mit Orgel beschlossen.

Die Orgel werde etwas ganz Besonderes, versicherte Lutz Kittelmann; etwas, das es so in Dresden noch nicht gebe. Auf ihr werde man sinfonische Werke authentisch wiedergeben können. Frauke Roth nannte dafür Komponisten wie Francis Poulenc, Camille Saint-Saëns oder Sofia Gubaidulina. Als besonders vorteilhaft bezeichnete Anne-Christin Eule den Umstand, dass für die Orgel im Konzertsaal des Kulturpalastes genügend Platz zur Verfügung stehe.

Tradition und Erfahrung der Bautzner Orgelbauer reichen bis 1872 zurück, als Hermann Eule die Firma gründete. Bedeutende Orgeln wurden hier gefertigt, darunter 1969 die in der evangelisch-lutherischen St.-Marien-Kirche in Zwickau, die mit ihren 77 Registern als die größte zu DDR-Zeiten gebaute Kirchenorgel gilt. Allein in Sachsen existieren bis heute mehr als 190 Orgeln aus der Eule-Werkstatt. Hinzu kamen zahlreiche Restaurierungen. In den zurückliegenden Jahren fertigte die Firma bedeutende Instrumente beispielsweise für das Mozarteum in Salzburg oder für die evangelische Konstantinbasilika in Trier. Kürzlich schickte sie eine Orgel auf die Reise per Schiff nach China.

Von Tomas Gärtner

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