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Erstes „Music:Match“-Treffen in Dresden zur Rolle der Popmusik

Konferenz Erstes „Music:Match“-Treffen in Dresden zur Rolle der Popmusik

Der Auftakt ist gemacht, die erste Zusammenkunft zur Rolle der Popmusik in Sachsen und anderswo unter dem Titel „Music:Match“ in Dresden über die Bühne gegangen. Fazit: Da ist noch Luft nach oben, vor allem was die Resonanz bei den hiesigen Musikern betrifft.

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Musikalischer Gast bei „Music:Match“: Lestat Vermon.
 

Quelle: Maxim Abrossimow

Dresden.  Es war das erste „MUSIC:MATCH – Konferenz & Band-Festival“. Es fand am Wochenende vor allem in und um die Dresdner GrooveStation statt und hob eine konkrete Frage in den Titel. „Wie steht‘s um die sächsische Popularmusik?“ Johannes Gratz, Gitarrist einer noch recht jungen Heavy Metal-Band namens Last Remaining Light, besuchte mehrere Vorträge. „Ich fand sie sehr hilfreich, um Kontakte zu knüpfen, die ich vorher nicht so einfach herstellen konnte. Außerdem war ich positiv überrascht, dass man nicht nur für Popmusik offen war, sondern in den Panels alle Genres berücksichtigte.“ Die Panels, das waren 14 einstündige Gesprächsrunden, in denen internationale Booker, Veranstalter und weitere Musikarbeiter von ihren unterschiedlichen Erfahrungen erzählten. Leider erzählten sie es, neben Johannes Gratz, nicht vielen anderen lokalen Musikern.

Laut Veranstalter, dem Kultur Aktiv e.V., kamen an zwei Tagen rund 1250 Besucher zu Diskussionen und Konzerten. Darunter aber eben nur wenige sächsische Künstler. Doch genau für die gab es ein deutsch-tschechisches Booking-Speeddating oder das Panel „Wie komme ich mit meiner Band ins Ausland?“ Musiker hätten danach ziemlich viele internationale Visitenkarten mit in den Proberaum nehmen können. „Beim nächsten Mal“, sagt Nils Brabandt vom Verein deshalb, „würde ich mir noch mehr Musiker wünschen, die Kulturpolitik als Teil ihrer Arbeit betrachten. Denn Wahrnehmung kommt nicht nur davon, die Anlage oder den Verstärker aufzudrehen.“ Doch fürs erste war es nun einmal so. Und die 75 Fachkundigen, die in den Gesprächsrunden saßen, um von ihrem Alltag in der Musikbranche zu berichten, tauschten sich oft einfach untereinander aus. Und da ging es keinesfalls nur um Sachsen.

Beim Vortag „Festung Europa“ saßen beispielsweise vier Musikaktivisten aus Portugal, Polen, Holland und der Ukraine und berichteten über die Schwierigkeiten, die Musiker aus Nicht-EU-Ländern mit Visa-Beschaffungen und anderen ausgrenzenden Maßnahmen haben. Dass Musiker zuweilen nicht von einem Kulturaustausch zurückkehren, mache ihre Arbeit nicht einfacher, erzählte Elza Ferreira Neto, die viele angolanische oder mosambikanische Künstler nach Portugal holt. „Sie verschwinden aber nicht, sondern wollen sich danach mit mir auf Facebook befreunden.“ Man müsse den Künstlern erklären, dass es besser für sie ist, wenn sie Erfahrungen im Ausland sammeln und damit versuchen, in ihrem Land etwas anzufangen. Mit Iraki Mikiani und Witek Hebanowski saßen zwei engagierte Kaukasier in einem anderen Panel, die ein Festival im Krisendreieick Georgien, Armenien und Aserbaidschan ausrichten und sich damit für die Befriedung der Region einsetzen.

Um die politischen Rahmenbedingungen von Popmusik steht es an vielen Orten also deutlich schlechter. Die sächsische Popmusik kämpft da eher mit Wahrnehmungsproblemen neben der klassischen Kultur. Magnus Hecht, Festival-Mitplaner und Vorsitzender der „LiveKomm“, dem Bundesverband der Musikspielstätten Deutschlands, wünscht sich deshalb eine Art sächsisches Band-Büro. Sein „popularkultureller Aufbau Ost“ sei mit dem „Music:Match“ wieder eine Runde weiter gekommen. „Unser Ziel ist ein von der Politik geförderter Pop-Beauftragter, der sich für die vielen, stark individualisierten Musiker des Bundeslandes einsetzt“, sagt Hecht. Dass so wenig Musiker beim „Music:Match“ waren, wundert ihn nicht sehr. „Viele von ihnen wissen gar nicht, dass ihnen bessere Strukturen helfen könnten bei der Suche nach Proberäumen oder Auftrittsorten.“

Allerdings haben es sächsische Bands bisher ja ganz ohne diese Unterstützung geschafft und werden es auch weiterhin tun. Gelänge aber ein besserer Austausch zwischen den Strukturierern und den Musikern, könnte das „Music:Match“ im nächsten Jahr durchaus eine sinnvolle Austauschplattform werden.

Von Juliane Hanka

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