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Erste Saison für Dresdner tjg am neuen Ort mit elf Premieren

Theater im Kraftwerk Erste Saison für Dresdner tjg am neuen Ort mit elf Premieren

Die Mitte Dezember beginnende Auftaktsaison des Theaters Junge Generation im neuen Kraftwerk Mitte umfass elf Premieren. Bis Ende April wird noch am alten Domizil in Cotta gespielt, dann folgt der umfangreiche Umzug gen Stadtmitte.

Blick in den entstehenden großen Saal des tjg.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  „Hochspannung“ ist das passende Wort zu diesem Ort, der alten Schaltzentrale im Kraftwerk Mitte. Energie wird hier schon länger nicht mehr umverteilt, das ändert sich aber bald wieder. Der Strom, der ab 16. Dezember durch das dann eröffnete neue Theater-Kultur-Zentrum Dresdens pulsiert, wird dann zwar auch elektrisch sein. In erster Linie aber soll es die vielfältige Kreativität sein, die im neuen Zuhause von Theater Junge Generation (tjg) und Staatsoperette ihre Funken sprühen lässt.

Hochenergetisch ist auch der Eindruck, der beim kurzen Rundgang über die Immer-noch-aber-bald-nicht-mehr-Baustelle entsteht. Drei Bühnen wird das tjg künftig zur Verfügung haben: Studiobühne (100 Plätze), kleine Bühne (125 Plätze) und große Bühne (350 Plätze). Dazu kommt noch die Aufführungsfläche der Staatsoperette. Rund 96 Millionen Euro lässt sich die Stadt das kosten. Und es ist ein nicht unerhebliches Detail, dass Kostenrahmen fast und Zeitrahmen gänzlich eingehalten werden. Wer bundesweit Vergleiche zu anderen Großbaustellen im Kulturbereich zieht, wird diese doppelte Regelkonformität weiß Gott nicht überall finden, im Gegenteil.

Das bildet sozusagen die angenehme Hintergrundmusik dafür, dass nun endgültig die Phase anläuft, das neue Kulturareal in der Nähe zur Stadtmitte mit Leben zu erfüllen. In diese Richtung zielt auch klar der erste tjg-Spielplan für den neuen Ort, der am Freitag in der Schaltzentrale des Kraftwerks vorgestellt wurde.

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Am 16. Dezember soll das Kraftwerk Mitte mit einem Festakt eröffnet werden. Wir haben neun Monate vor den ersten Premieren die Gebäude besichtigt.

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Die Auftaktspielzeit ist, dem Starttermin kurz vor Weihnachten geschuldet, eine verkürzte. Dennoch stehen elf Premieren auf dem tjg-Plan fürs Kraftwerk, darunter fünf Uraufführungen und zwei deutsche Erstaufführungen. Allein ein genauerer Blick auf das Ouvertüre-Wochenende vereint bereits die beiden besagten Erstaufführungen „Ein Märchen“ (Schauspiel) und „The Season“ (Puppentheater, beide am 17.12.) sowie die Uraufführung „Rübe“ (Schauspiel, 18.12.), eine Reminiszenz an die altbekannte „Rübchen“-Geschichte. Schon am 16. Dezember soll dem Spielbeginn eine große Eröffnungsparty mit Festakt vorangehen (DNN berichteten).

Der Umzug selbst ist dabei nicht nur wegen der neuen Adresse auch ein Energieschub. Intendantin Felicitas Loewe sprach von dem „großartigen Geschenk eines neuen Hauses“. Das Credo am neuen Standort ändert sich naheliegenderweise nicht: „die Komplexität der Welt altersgerecht auf die Bühne zu bringen“, wie es Loewe formulierte. Dazu gehören selbstredend aktuelle Themen. „The Season“ ist eine humorvolle Parabel auf den Umgang mit dem Fremden, „Der Junge mit dem Koffer“ (Puppentheater, 28.1.2017) eine Geschichte über Flucht. „Kinder finden derzeit gar keinen Raum, wo wir Erwachsenen schon streiten über Haltungen“, sagte Loewe mit Blick auf aktuelle politische Auseinandersetzungen. Die drei Eckpunkte für das tjg seien folgerichtig „neue Räume, neue Nachbarschaft, neue gesellschaftliche Herausforderungen“. Apropos: Neuer Hausregisseur wird Nils Zapfe.

Etwas anderes ist ebenfalls brandneu: die Studiobühne, die wiederum von einer temporären Rauminstallation namens Generator, der aussehen soll wie die auf den Kopf gestellte Schaltzentrale, dominiert werden soll. Szenische Fläche und Zuschauerraum sollen dort miteinander verschmelzen, es einen Experimentierort zu nennen, dürfte treffend sein. Die Zielgruppe ist hier die am oberen Ende der Skala: ab 16.

Bevor die Zielgerade erreicht ist, gibt es aber am alten Theaterort in Cotta, wo das Haus 67 Jahre lang eine innige Beziehung zu seinem Publikum aufgebaut hat, noch den großen Kehraus: „Licht aus“ heißt programmatisch die Uraufführung, die vom 28. bis 30. April das Adieu am angestammten Platz bedeutet. Diese Inszenierungen seien wie alle weiteren bis dahin noch in Cotta gezeigten praktisch ausverkauft, sagte Loewe.

Ab 20. Mai soll aber ein besonders umfangreicher Sommerspielplan entschädigen. Im Dresdner Zoo wird „Robin Hood“gespielt, „Alarm im Kasperletheater“ läuft im Sonnenhäusel im Großen Garten – und nicht zuletzt geht das tjg mit „Hans im Glück“ auf eine so noch nie dagewesene Sommertour durch acht Dresdner Freibäder.

Was das technisch Machbare angeht, steht das tjg im Kraftwerk Mitte jedenfalls vor einem Quantensprung. Weil aber doch ein paar kleinere Träume nicht reiften, bittet das Theater sein Publikum schon einmal um spendenkräftige Mithilfe für eine mobile Zuschauertribüne, die in der Studiobühne zum Einsatz kommen soll. Jeder beitrag sei willkommen, hieß es. Alle Spender sollen zudem ein Stück Bühnenboden bekommen, kleine Teile der Bretter, die dem tjg in Cotta tatsächlich die Welt bedeuteten.

Von Torsten Klaus

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