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Erfolgssaison bei Staatsschauspiel Dresden wird überschattet von Pegida

Erfolgssaison bei Staatsschauspiel Dresden wird überschattet von Pegida

Erfolgssaison mit Schatten: Fast 250 000 Besucher und 80,2 Prozent Auslastung kennzeichnen die an diesem Sonntag zu Ende gehende Saison des Dresdner Staatsschauspiels.

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Quelle: dpa

Beide Werte sind nach Angaben von Intendant Wilfried Schulz vom Freitag das dritte Jahr in Folge nahezu konstant. „Das bedeutet, dass das Haus überwiegend voll und gut besucht war, aber auch, dass wir Dinge ausprobieren konnten und mit Anstand mal scheitern.“

Das Theater gehöre im Schnitt zu den am besten ausgelasteten der Republik. Getrübt werde die Freude durch Pegida und den mangelnden Widerstand gegen das islamfeindliche Bündnis und seine Aktionen in Politik und Zivilgesellschaft. Schulz sprach von einem „Stachel“.

Laut Schulz wuchs der Anteil jungen Publikums weiter an. Die Zahl der Schüler und Studenten erhöhte sich auf fast 59 000 und hat sich seit 2009 verdreifacht. Auch die Bürgerbühne, das in Dresden begründete und inzwischen bundes- und europaweit übernommene Modell, hat weiter Zulauf. Die meisten Zuschauer kommen spontan, nur etwa 13 Prozent sind Abonnenten.

Die Spielzeit prägten vor allem Gegenwartsstücke und modern bearbeitete Klassiker. Die Renner waren die Stücke „Schöne Neue Welt“, „Frau Müller muss weg“, „Tschick“, ein „Faust“ sowie „Hamlet“ und auch „Lehmann Brothers“. Sie alle bleiben im Repertoire. In der neuen Spielzeit, die letzte von Schulz an der Elbe, sind 21 Neuinszenierungen geplant, darunter acht Uraufführungen. Dabei können erstmals auch Fans von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden Theaterluft als Schauspieler schnuppern im Stück „Dynamo - leben, lieben, leiden“.

Zudem reagiert die Bühne mit mehreren Stücken auf Pegida. Seit dem Wechsel nach Dresden 2009 seien er und sein Team überzeugt gewesen, dass Liberalität, Toleranz und Weltoffenheit der Stadt wachsen. „Für uns war der Einbruch im Winter mit Pegida ein Schock“, sagte Schulz, der 2016 Intendant des Schauspielhauses Düsseldorf wird. Dass Menschen bewusst neben Neonazis marschierten, hätte er nicht für möglich gehalten. Angesichts aktueller ausländerfeindlicher Proteste wie in Freital „kann man sich nur in den Boden schämen“. Da die Politik extrem zögerlich gehandelt habe und kein öffentlicher Diskurs erzeugt worden sei, habe die Kultur „auf diesen Unsinn“ reagieren und deutliche Zeichen setzen müssen.

dpa

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