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Entstaubungskur für Ross und Reiter in der Dresdner Rüstkammer

Entstaubungskur für Ross und Reiter in der Dresdner Rüstkammer

In den meisten Haushalten sind die weihnachtlichen Überreste inzwischen einer Säuberung gewichen. Der große Frühjahrsputz aber steht noch bevor. Bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist er bereits in vollem Gange.

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Stillgestanden! Die Fußturniergruppe in der Rüstkammer rüht sich keinen Millimeter. Restauratorin Antje Fischer putzt die Rüstungen. Dabei trägt sie weiße Stoffhandschuhe und verwendet einen Pinsel.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die Museumsmitarbeiter zücken Pinsel, Lappen und Staubwedel gestaffelt im Januar, in der besucherschwachen Zeit. An Skulpturen und Neuen Meistern im Albertinum wurde wie auch an die Porzellansammlung im Zwinger schon Hand angelegt. Sie strahlen wieder frisch. Nun sind Rüstungen, Waffen und Pretiosen an der Reihe.

Die Ritter im Dresdner Schloss kämpfen noch nicht ganz ein Jahr lang im neu eröffneten Riesensaal miteinander. Für sie bzw. ihre Waffen und Harnische steht die erste Großreinigung an, denn erst am 19. Februar 2013 waren sie vom Semperbau am Zwinger ins Schloss zurückgekehrt. "Ich hoffe, dass nichts demontiert werden muss. Wir haben ja die Exponate für mehrere Jahre im Vorlauf restauriert", erläutert Andreas Frauendorf, Leiter der Restaurierung für die Rüstkammer. Dennoch fällt Staub, vor allem auf die frei stehenden Objekte. So werden dem hölzernen Pferd die Nüstern ausgepinselt, der Faltenrock des Turnierkämpfers mit einer feinen Düse abgesaugt oder die Reiher- und Straußenfedern am Helm abgeschüttelt.

Schwieriger wird das Putzen von Pferd und Ritter in den Vitrinen. Sie müssen raus aus ihrem Gehege. Bei einem Gewicht von gut 250 Kilo- gramm hilft da nur ein Transportwagen. Frauendorf verweist darauf, dass die Ausstellung von vornherein pflegeleicht konzipiert wurde. So stehen die Reiter bereits auf heraus fahrbaren Podesten und die Vitrinen sollten in der Regel staubdicht sein. Das wird während der Schließtage ebenso überprüft wie Alarmanlagen und Klimatechnik. Alle verfügbaren Mitarbeiter der Rüstkammer - im Riesensaal sind das derzeit sechs - helfen beim Großreinemachen. Fremdfirmen übernehmen das Putzen der Glasvitrinen und Fenster sowie das Reinigen der technischen Anlagen, die in der Türckischen Cammer hinter ihren Verkleidungen gerade Bekanntschaft mit dem Staubsauger machen.

Die Rüstkammer präsentiert derzeit 360 Objekte im Riesensaal und etwa 400 in der Türckischen Cammer. Sie wollen alle geputzt oder zumindest überprüft sein. So werden auch einmal im Jahr die osmanischen Zelte abgesaugt. Nur der oberste Teil des großen Dreimastzeltes bleibt diesmal unberührt. Er wird im Dreijahres-Rhythmus gereinigt, muss dafür aufwändig abgehängt werden und kommt erst 2016 wieder an die Reihe. Im Dunkel der osmanischen Nacht haben Besucher hier und da an der Wand gelehnt, so dass auch Maler mit Ausbessern beschäftigt sind.

Schließzeiten wegen Wartung und Reinigung

Bis 24. Januar: Rüstkammer, Türckische Cammer, Historisches Grünes Gewölbe, Kupferstichkabinett mit Studiensaal

Bis 31. Januar: Neues Grünes Gewölbe und Fürstengalerie

Ebenfalls bis 24. Januar: Museum für Völkerkunde

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.01.2014

Genia Bleier

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