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Enorme Betriebskosten für den Dresdner Kulturpalast

Enorme Betriebskosten für den Dresdner Kulturpalast

„Das Betreiben des sanierten Kulturpalastes wird sehr teuer“, sagt der SPD-Kulturpolitiker Wilm Heinrich. Im März 2017 soll die umgebaute und sanierte Stadthalle übergeben werden.

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Der leere Zuschauerraum des Kulturpalastes vor dem Umbau.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dann fallen laut Heinrich 4,4 Millionen Euro Kosten pro Jahr an. „Wir machen uns große Sorgen“, erklärt der Stadtrat. „Die SPD hat den Umbau des Kulturpalastes immer kritisiert und sieht sich jetzt bestätigt.“ Schöner und billiger – so sollte es werden, als die Umbauvarianten seinerzeit vorgestellt wurden.

Es kommt anders. Allein bei den Mietkosten muss die Stadt tief in die Tasche greifen. 400 000 Euro pro Jahr mehr muss sie bei den Städtischen Bibliotheken einplanen, 125 000 Euro bei der Herkuleskeule und 800 000 Euro bei der Philharmonie.

Das Problem: Früher hatte die Stadt eine Konzert- und Kongress-Gesellschaft, die den Kulturpalast betrieb und mit 2,5 Millionen Euro Zuschuss pro Jahr am Leben erhalten wurde. Jetzt soll die Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID) das Haus betreiben – ohne Zuschuss. Die Folge: Das städtische Unternehmen muss kostendeckende Mieten verlangen, die tiefe Löcher in die Etats der Nutzer schlagen.

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Die Bauarbeiten gehen voran. Jetzt kann der halbfertige Kulturpalast besichtigt werden.

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Das Ziel, ein Haus für alle Dresdner zu sein, lässt sich mit Saalmieten zwischen 6000 und 8000 Euro auch nicht halten, meint Heinrich. „Welches Ensemble soll das bezahlen?“ Zu den Miet- und Betriebskosten, an denen sich wenig rütteln lässt, kommt ein Bespielungskonzept und laut Heinrich die Frage: „Wieviel Kultur kann in den Palast?“ 200 Tage sind für die Philharmonie reserviert, 70 Tage soll Messe-Chef Ulrich Finger mit Unterhaltungsmusik-Programmen füllen. Der Kulturpalast soll aber möglichst das ganze Jahr bespielt werden. „Gastspiele und die Ausweitung der Musikfestspiele kosten aber Geld“, weiß Heinrich.

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Frauke Roth

Quelle: dpa

Deshalb bestätigte der Kulturausschuss jetzt die Pläne von Philharmonie-Intendantin Frauke Roth für das Orchester. Doch die künstlerische Leiterin soll noch ein Konzept vorlegen, das ohne zusätzliche Mittel aus dem städtischen Etat auskommt. „Wir wollen prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, von den hohen Zuschüssen runterzukommen“, erklärte Grünen-Kulturpolitikerin Christiane Filius-Jehne den Beschluss im Ausschuss. Gleichzeitig soll die KID prüfen, ob sie Dresdner Kulturinstitutionen vergünstigte Mieten anbieten kann.

Schließlich, so Linke-Kulturpolitikerin Annekatrin Klepsch, sei auch die Frage zu stellen, wieso Zinszahlungen für die Stiftung Kreuzchor und die Sozialstiftung auf die Nutzer des Kulturpalastes umgelegt werden sollen. Die Stadt hatte sich von den von ihr verwalteten Stiftungen 27 Millionen Euro geborgt, die marktüblich verzinst werden müssen. Das macht bei den gegenwärtigen niedrigen Zinssätzen 527 000 Euro pro Jahr und soll von der KID aus den Mieterlösen erwirtschaftet werden. Was aber, wenn die Zinsen mal wieder steigen? Der Kulturpalast bleibt wohl auch nach der Übergabe eine Baustelle.

Thomas Baumann-Hartwig

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